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Bräuche und Aberglaube zu Ostern

Lt. Soziologen ist Lügen ein völlig normales Verhalten.

02.04.2009

Feiertage, Bräuche und Aberglauben stellen Übersetzer oft vor Herausforderungen. Wo man mit reinen Vokabel- und Grammatikkenntnissen an kulturelle Grenzen stößt, ist tief in fremde, manchmal bereits beinahe vergessene Traditionen einzutauchen. "Translatorische Kompetenz setzt großes kulturelles Wissen voraus", weiß Mag. Sabine Kern, geschäftsführende Gesellschafterin von Interlingua Language Services. "Übersetzer dürfen nicht einfach Wort für Wort übersetzen. Es muss immer der spezifische kulturelle Hintergrund der Verfasser des Ausgangstextes und der Zielleserschaft mit berücksichtigt werden. Darüber hinaus muss ein Übersetzer auch über hervorragende Recherchekompetenzen verfügen. Denn es ist oft notwendig, sich schnell themenspezifisches Zusatzwissen anzueignen. Ein Beispiel zum Thema Ostern: In Italien ist die "Colomba Pasquale", also die Ostertaube, ein traditionelles Dessert. Dabei handelt es sich um einen Gugelhupf-ähnlichen Kuchen mit getrockneten Früchten. Wird diese Information in einer mehrsprachigen Speisekarte nicht ergänzt, könnte eine Taube als Nachspeise leicht zu Befremdung führen."

Doch nicht nur die Speisekarte kann zu Ostern für Überraschung sorgen. Kaum ein kirchliches Fest ist mit mehr kuriosen Bräuchen, Aberglauben und bizarren Inszenierungen verbunden wie Ostern. Im Folgenden die Top Fünf von Interlingua:

"Lo scoppio del carro": Prophetische Taube mit Raketenantrieb beim großen Halleluja
Auf der Piazza Duomo in Florenz findet der Ostergottesdienst ein Ende der ganz besonderen Art. Beim "Lo scoppio del carro" wird ein historischer Karren von zwei weißen Ochsen bis zum Dom gezogen. Vom Karren aus wird ein Stahlseil bis zum Altar gespannt. Während des großen Hallelujas wird dann eine Rakete in Form einer Taube entzündet, die am Stahlseil bis zum Karren "fliegen" und dort ein großes Feuer entzünden soll. Schafft sie es nicht, den Karren zu erreichen, und das Feuer muss von Hand entzündet werden, steht der Stadt ein schlechtes Jahr bevor.

Hase, Küken und Fuchs als Konkurrenten
Im deutschsprachigen Raum hat sich der Osterhase als Eier-bringender Held der Kinder weitgehend durchgesetzt. Doch das war und ist keineswegs überall selbstverständlich: Auch heute noch macht zum Beispiel in Tirol die Osterhenne dem Osterhasen Konkurrenz, in Hannover bringt der Fuchs die Eier und in Schweden das Osterküken. Viel bunter waren die überlieferten Traditionen im 16. Jahrhundert: Osterhenne, Hahn, Fuchs, Ostervogel, Kranich, Storch, Kuckuck, Osterlamm oder gar die Osterglocken galten damals als Überbringer der bunten Ostereier.

"Trionfo della Morte": Teufel, Tod und Madonna am "Ballo dei diavoli"
Der "Trionfo della Morte", der Triumpf des Todes, ist ein bizarres Osterspektakel, das alljährlich zahlreiche Touristen nach Prizzi auf Sizilien lockt. Dabei erschrecken zwei rote Teufel mit stählernen Masken und ein gelb gekleideter Tod mit einer Ledermaske die Einwohner und nehmen Gefangene, die sie in Lokale entführen. Dort wird es dann etwas gemütlicher: Die Gefangenen können sich wieder freikaufen und es gibt traditionellerweise auch Cannateddi, ein Ostergebäck aus Prizzi, und ein Gläschen Wein oder Grappa. Gegen Abend erscheinen der wiederauferstandene Jesus, Maria und zwei Schutzengel. Aufgabe der Teufel ist es, ein Zusammentreffen dieser mit dem Tod zu vermeiden. Zum Abschluss des Teufelsballs umrunden die "Guten" die "Bösen" und nehmen diesen die Möglichkeit zur Flucht.

Hexen, Freudentänze der Sonne und duftendes Brot
Ein alter deutscher Aberglaube besagt, dass am Ostersonntag die Sonne beim Aufgehen drei Freudensprünge macht. Geht man ans Meer oder besteigt einen Berg, kann man dieses Schauspiel beobachten. Wer jedoch den Freudentanz der Sonne nicht sieht, der gilt als verhext. Aus Böhmen stammt eine Tradition, die es untersagt, am Karfreitag Brot zu backen, da die Gefahr, dass Hexen vom Duft des frischen Brotes angelockt werden könnten, als zu groß eingeschätzt wurde.

Österliche Dos and Dont's
Auf gar keinen Fall sollte man es riskieren, am Ostersonntag die Kirchenglocken beim Läuten zu beobachten. Unverbesserlichen Neugierigen, die es trotzdem nicht lassen können, droht drei Tage lang ein steifer Hals, besagt eine alte Weisheit aus Flandern. Wesentlich sicherer ist im Vergleich dazu Island am Ostermorgen. Dort ist man an diesem besonderen Tag vor Trollen und wilden Tieren sicher - eine optimale Gelegenheit, sich endlich auf die Suche nach einem Wunschstein zu machen.

Quelle: pts

 

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