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Fremdsprachen für Österreicher wenig interessant

Mangelndes Angebot trifft auf Einstellung der Bevölkerung

19.10.2005

Die Menschen in Rot-Weiß-Rot wehren sich vehement gegen das Erlernen von Fremdsprachen. Seit 1990 hat sich die Zahl all jener, die eine oder mehrere Fremdsprachen sprechen, nicht wesentlich gesteigert. "Die Leute haben nicht begriffen, dass Europa vor der Tür steht. Es wird aber auch zu wenig gemacht bzw. angeboten, obwohl in den Unternehmen Fremdsprachen mehr denn je gefragt sind. Die Universitäten sind hier beispielsweise nicht auf der Höhe der Zeit. Fachhochschulen haben sich da als wesentlich flexibler erwiesen", erzählt Doris Eyett, Projektleiterleiterin beim Markt- und Meinungsforschungsinstitut IMAS. Die Sprachfaulheit der Alpenrepublik-Bewohner resultiere aus dem fehlenden Angebot einerseits und der Einstellung innerhalb der Bevölkerung andererseits.

Die mangelnde Begeisterung wird im Vergleich der IMAS-Zahlen (1990, 1998 und 2005) deutlich. 1990 gaben 54 Prozent an, eine oder mehrere Fremdsprachen zu beherrschen. 1998 waren es dann 59 Prozent und im Oktober 2005 (Befragung von 1.000 Personen ab 16 Jahren) wurde diese Marke (ebenfalls 59 Prozent) nicht überschritten. Die geläufigste Fremdsprache ist nach wie vor Englisch, das von 54 Prozent der Österreicher nach eigener Aussage zufrieden stellend beherrscht wird. Zehn Prozent verwiesen auf Französisch, sieben Prozent auf Italienisch und jeweils zwei Prozent auf Spanisch, Ungarisch oder Serbokroatisch. Nur einer unter hundert Erwachsenen kann sich in Tschechisch oder auf Russisch verständigen.

Das Gesamtbild der Ergebnisse vermittelt den Eindruck, dass sich die Sprachkenntnisse der Österreicher weiterhin hauptsächlich auf die in den Schulen gelehrten Fremdsprachen erstrecken. Eine Zunahme der Sprachenaffinität der einheimischen Bevölkerung als Folge der Zuwanderung aus ost- oder außereuropäischen Ländern in den vergangenen Jahren ist nicht zu erkennen. Ein wenig zugenommen hat laut IMAS das Verständnis für Serbokroatisch oder Türkisch. Die österreichische Bevölkerung besitzt nach wie vor nur eine "geringe Neigung", sich fremden Sprachen außerhalb des gewohnten Spektrums zu erschließen.

In Österreich ist das Fremdsprachen-Niveau deutlich vom Alter aber auch von der Bildung abhängig. Dies gilt insbesonders für Englisch, das den Maturanten und Akademikern zu 85 Prozent und der Generation der unter 30-Jährigen zu 78 Prozent geläufig ist. Personen mit einfacher Bildung beherrschen diese Sprache nur zu 27 Prozent. Die Angehörigen der älteren Generation beherrschen Englisch lediglich zu 33 Prozent. Auch Französisch weist ein ungemein starkes Alters- und Bildungsgefälle auf.

Eyett sieht künftig jedoch eine größere Nachfrage bei Arbeitskräften mit Fremdsprachenkenntnissen. "Die Unternehmen werden den Druck auf ihre Mitarbeiter, Fremdsprachen zu erlernen, erhöhen. Wenn sie in Österreich keine qualifizierten Mitarbeiter finden, dann werden sie Fachkräfte aus dem Ausland anstellen. Die Folge: Alle jammern und werden sich auch beschweren, warum denn die Arbeitslosigkeit gerade unter den so gut ausgebildeten Akademikern so hoch ist", so Eyett.

Quelle: pte

 

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