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Gemütliche Wohninsel löst Purismus ab

Einrichter zeigen derzeit viel Holz und Leder

20.10.2003


Ursprünglich hätte das Geschenk die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club werden sollen. "Er wünscht sich doch lieber einen Entspannungssessel", ließ seine Ehefrau die anlässlich des runden Geburtstages spendierfreudige Verwandtschaft wissen. Relaxen, Wohlfühlen und Entspannen sind angesagt. Der Alltag wird ohnehin rasanter und anstrengender, daher ist in der Freizeit Erholung angesagt. Zu Hause will man es gemütlich haben. Dies belegen auch die neuesten Einrichtungstrends, die letzte Woche im Rahmen der Wohndesign-Messe in der Wiener Hofburg gezeigt werden.

Mehr Mix

"Der Minimalismus geht zurück", ist Hannes Radaschitz, Geschäftsführer des gleichnamigen Möbelanbieters überzeugt. Zwar bleiben die Formen schlicht und geradlinig, die Materialien werden aber hochwertiger und es wird wieder mehr gemixt. "Nüchterne, kühle Wohneinrichtung ist out", bringt Christian Friedl vom gleichnamigen Luxus-Wohnausstatter auf den Punkt. "Gefragt sind kleine Inseln und Rückzugsecken, die mit Hilfe von Wandfarben und Stoffen gemütlich gestaltet werden."

Holz & Leder

Entsprechend dem Trend zu wärmerer Wohnatmosphäre zählen Holz und Leder zu den Favoriten. "Die Holzsorten werden wieder dunkler", erklärt Radaschitz: "Wir haben viel Eiche gebeizt oder slawonische Eiche im Programm. Diese ist dunkler als die heimische. Beliebt ist auch die dunkelbraune, amerikanische Nuss anstatt unserem heimischen, eher rötlichen Nussholz." Bequemlichkeit steht im Vordergrund - auch beim Essen. Die Sessel im Zick-Zack-Design von Rolf Benz schwingen mit der Bewegung ein wenig mit. Im Trend liegt auch die Kombination von Metall-Gestell und dem zeitlosen Material Leder. Über die Frage, welche Farben derzeit die Möbel-Mode bestimmen, sind sich die Hersteller nicht ganz einig. Fest steht, dass Natur- und Erdfarben nach wie vor sehr stark gefragt sind.

Ausladende Formen

Bei den Polstermöbeln geben ausladende Formen den Ton an (z.B. Long Island von Massi Design). Vielfach verstellbare Relaxsessel ermöglichen, dass man je nach Bedarf aufmerksam sitzen oder entspannt liegen kann (z.B. Hinke & Hinke, Modi). Wer sich dann noch beim Blick ins offene Feuer (z.B. Pemberger-Kamine) entspannt, liegt voll im Trend: "Homing" heißt das neue Modewort und meint eine Weiterentwicklung des Cocoonings der 90er Jahre. Die Wohnung wird dabei nicht mehr als Fluchtpunkt sondern als selbstbestimmter Gegenpol einer weitgehend fremdbestimmten Außenwelt gesehen.

Individualität ausleben

Die Folge ist, dass man in der Gestaltung der eigenen vier Wände seine Individualität ausleben will. Dazu gehört auch, dass Räumen neue Funktionalitäten zugeordnet werden. "Das Bad bekommt einen höheren Stellenwert - und damit meine ich nicht Wellness", erklärt Massi Baumgartner, Massi Design. "Das strenge Sanitär-Fliesenkonzept verschwindet." Fliesen werden überhaupt nur noch dort eingesetzt, wo unbedingt Spritzschutz besteht. Überall sonst tut es auch ein nässeabweisender Wandanstrich.

Das Badezimmer wird wohnlicher. Holzböden halten Einzug, Waschtische mit Kunststoffplatten werden von in Holz eingelassenen Waschschüsseln abgelöst. Die Vollholz-Badewanne gibt es bereits, hat sich aber noch nicht ganz durchgesetzt.

Quelle: IMMOMEDIA

 

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