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Streit mit den Nachbarn - Was tun ?

Bewohnerkonflikte: Neben sachlicher Lösung ist vor allem Toleranz gefordert

20.11.2003


Ich kann meine Fenster nicht öffnen, weil Zigarettenrauch hereinzieht. Meine Nachbarin duscht immer nachts und stört meinen Schlaf. Ich will mir nicht die Schuhsammlung meines Nachbarn vor seiner Haustüre anschauen. Mit diesen und ähnlichen Anfragen sind die Experten am KURIER-Immobilientelefon laufend konfrontiert.

Wunsch nach mehr Nähe
Dabei ist der Wunsch nach harmonischem Zusammenleben groß, wie aus einer Studie des Ökologieinstituts hervorgeht. Mehr als die Hälfte aller Mieter und Wohnungseigentümer wünscht sich näheren Kontakt zu den Nachbarn, wobei Ruhe und Intimität gewahrt bleiben sollen. Gleichzeitig fühlen sich rund 45 Prozent der Bewohner durch Mitbewohner gestört. Was konkret stört das Zusammenleben und welche Lösungen gibt es? Diesem Thema widmete sich die wohnwirtschaftliche Tagung der gemeinnützigen Bauträger diese Woche.

Generationen-Konflikt
Dauerbrenner sind die Konfliktsituationen alt-jung und Ruhe-Aktivität erläutert Peter Wirth von der Sozialbau. Sehr oft geht es um Lärm. Die Ruhebedürfnisse sind unterschiedlich. Ältere Menschen sind meist lärmsensibler als junge, Kinder erzeugen nun einmal einen gewissen Geräuschpegel.

Verhärtete Fronten lockern
"Wir haben gute Erfahrungen mit dem Kennenlern-Treff", nennt Wirth eine Lösung. Dabei lernen Bewohner einer neuen Wohnanlage einander vor dem Bezug der Wohnung kennen. "Also bevor das Geschirr zerschlagen ist, weil es um einen konkreten Streit geht." Die Bauträger haben Interesse daran, Konflikte zwischen den Bewohnern zu vermeiden, schließlich stellt die Lösung der Konflikte einen beachtlichen Kostenfaktor dar.

Doch nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen sollten Unstimmigkeiten rasch aus der Welt geschafft werden. "Konflikte sollten zwischen den Parteien ausgesprochen und gelöst werden. Der Zettel an Nachbars Tür "Es ist zu laut", genügt oft schon", so Wirth. Wendet sich der Bewohner mit seinem Problem gleich an den Verwalter, hat der Betroffene das Gefühl des "Verpetzens". Ist die Kommunikation zwischen den Nachbarn bereits zu belastet, kann ein Mediationsgespräch die verhärteten Fronten wieder lockern. Diese immer wichtiger werdenden Rolle des Vermittlers wollen die Hausverwalter verstärkt übernehmen.

Probleme und Lösungen
Während dem häufigsten Auslöser für Konflikte - dem Lärm - mit zusätzlicher Schalldämmung begegnet werden kann, hilft bei vielen anderen Konfliktursachen ausschließlich ein gemeinsames Erarbeiten von Lösungen - und entsprechende Toleranz.

Besonders wirksam lassen sich Bewohnerkonflikte durch spezielle Einrichtungen wie Servicezentren (z.B. Wohnpark Donau City) oder geschulte Mitarbeiter (Mediatoren) lösen, erläutert Michael Pech, Vorstand des Österreichischen Siedlungswerkes.

Ein Beispiel: Die Mieter der oberen Geschoße eines Wohnhauses fühlen sich durch aufsteigenden Zigarettenrauch belästigt und lassen daher den ganzen Tag das Gangfenster geöffnet. Die rauchenden Nachbarn beschweren sich über den größeren Heizbedarf in den Wohnungen durch das ausgekühlte Stiegenhaus. In einem gemeinsamen Gespräch kann ein Kompromiss gefunden werden: Mehrmals am Tag wird gelüftet und danach die Fenster wieder geschlossen. Beide Parteien sind zufrieden.

Quelle: Immomedia

 

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