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Haus Verlosung : Kostenfalle für Käufer und Verkäufer

Immobilienexperten raten ab - Viele rechtliche Fragen noch offen

19.01.2009

Hausverlosungen, bei denen für den Gesamtwert einer Immobilie Lose im Internet zum Kauf angeboten werden, können für Käufer und Verkäufer in steuerlicher Sicht schnell zur Kostenfalle werden. Obwohl die Idee in Zeiten der Rezession und Wirtschaftskrise sowie den sinkenden Immobilienpreisen für Käufer und Verkäufer eine lohnende Alternative ist, bleiben die hohen Kosten häufig unbeachtet. "Ich stehe dieser Art von Geschäften kritisch gegenüber, da noch viele rechtliche Fragen offen sind und es für beide Seiten brenzlig werden kann. So wird von Verkäufern oft unterschätzt, dass sie auf jeden Lospreis sehr hohe Gebühren zahlen müssen", erklärt Andreas Wollein, Maklersprecher des Österreichischer Verbands der Immobilientreuhänder. Ähnliche Bedenken äußert auch die österreichische Notariatskammer, die bereits angekündigt hat, aktuelle Verlosungen prüfen zu wollen.

Steuerinsider weisen darauf hin, dass "Gebührenpflicht vom Gesamtwert der laut Spielplan möglichen Lose selbst dann besteht, wenn die Verlosung mangels ausreichender Losverkäufe gar nicht stattfindet". Zusätzlich sollte bei einem Kauf der Lose auch mit berücksichtigt werden, dass Grunderwerbssteuer anfällt. Problematisch ist eine Hausverlosung aber auch in Hinblick auf das Strafrecht sowie Glücksspielgesetz gemäß einer entsprechenden Richtlinie der EU. Die Einwände der österreichischen Notariatskammer richten sich vor allem darauf, dass das Strafgesetz Glücksspiele ohne Ausnahme verbietet, bei denen die Gewinnermittlung vom Zufall abhängt. Ausdrücklich genehmigt sind derzeit etwa Klassenlotterie und Lotto sowie Casinos. Experten verweisen auch darauf, dass neben der strafrechtlichen Beurteilung bei gewerblichen Hausverlosungen auch die bestehenden Geldwäsche-Bestimmungen sowohl von Käufer- als auch von Verkäuferseite zu beachten sind.

"Potenzielle Käufer sollten sich stets darüber im Klaren sein, was es bedeutet, ein Haus zu besitzen. Ich empfehle daher die Folgekosten zu berücksichtigen und sich vor dem Kauf einen Grundbucheintrag ausdrucken zu lassen sowie einen Energieausweis zu besorgen", sagt Karl Kollmann, Konsumentenpolitikexperte der Arbeiterkammer Wien. Außerdem sollten Käufer wissen, dass sie das Haus mindestens zwei Jahre besitzen müssen, bevor sie es ohne Spekulationssteuer wieder verkaufen können.

Quelle: pte

 

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