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Silbermünze : Wiedereröffnung von Burg und Oper

Erinnerung an das Wiedererstehen des kulturellen Österreichs

12.10.2005

Am 1. Oktober 1955 kam es erstmals in der Zweiten Republik zur Ausgabe einer Silbermünze. Die erste Silbermünze vor 50 Jahren war eine echte Sensation. Nicht nur, dass man erstmals wieder Silbergeld in der Hand hatte, die 25-Schilling-Münze "Wiedereröffnung der Bundestheater" machte in einem hohen Maß das Wiedererstehen der Republik greifbar. Die Münzen waren überaus begehrt und noch heute zählt der Silber-25er zu den bekanntesten österreichischen Münzen.  

Als im März 1945 knapp vor dem Ende des 2. Weltkriegs Burgtheater und Staatsoper, die beiden an der Wiener Ringstraße gelegenen großen Bühnen, durch Bomben und Feuer schwer beschädigt wurden, gingen nicht nur zwei historische Bauten zu Bruch. Mit ihnen wurde ein Stück österreichischer Identität, das kulturelle Österreich, getroffen. Ebenso symbolisiert der zügige Wiederaufbau in der in jeder Hinsicht schwierigen Nachkriegszeit, was durch das Zusammenwirken aller Kräfte möglich war, den hohen Stellenwert des kulturellen Lebens in Österreich. Nicht zufällig wurde das Wiedererstehen des Burgtheaters und der Staatsoper zehn Jahre nach Kriegsende als Thema der ersten Silbermünze der Zweiten Republik gewählt.

50 Jahre später zeigt die neue 10-Euro-Münze "Wiedereröffnung von Burg und Oper 1955"auf der einen Seite das Gebäude der Wiener Staatsoper und dahinter das Burgtheater, das am 15. Oktober 1955 mit Grillparzers "König Ottokars Glück und Ende" neu eröffnet wurde. Wenige Tage später, am 5. November 1955, folgte auch die Bühne der Staatsoper mit Beethovens "Fidelio" unter der Leitung von Karl Böhm. Die andere Münzseite bildet zwei Theatermasken ab, wie sie an den Säulen des Vestibüls im Burgtheater zu finden sind. Sie stellen mit "Komödie" und "Tragödie" die wichtigsten Gattungen des Dramas dar. Hinter den beiden Masken ist ein Bühnenraum angedeutet, über dem sich der österreichische Bindenschild findet. Die Münze gibt es für Sammler in den Qualitäten "Handgehoben" und "Polierte Platte" sowie in Banken und Sparkassen in Umlaufqualität zum Nennwert von 10 Euro.


Österreich gilt als eines der ersten Länder, das nach 1945 Gedenkmünzen ausgab. 1959 folgte mit der "Andreas Hofer"-Silbermünze die erste 50-Schilling-Ausgabe. Sie wurde ebenso ein "Highlight", auch weil sie als erstes Geldstück ihren Wert nicht durch eine Ziffer, sondern in Wortform abbildete. Die Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck veranlassten die Republik 1974 zur Ausgabe der ersten 100-S-Silbermünze, 1980 folgten dann die über lange Zeit vertrauten 500-S-Silbermünzen. Als im Jahr 1989 aus dem Hauptmünzamt die Münze Österreich AG hervorging, brach auch für Österreichs Silbermünzen eine neue Ära an: War bislang nur eine Münzseite in Anlehnung an das Münzthema gestaltet, werden seither Avers und Revers zum jeweiligen Thema passend individuell designt. Thematisch nicht zusammenhängende Münzausgaben wurden durch Münzserien ersetzt. Ein Meilenstein war vor allem aber die signifikante Rücknahme der Auflagezahlen. Waren vor dem Jahr 1989 Mengen in Millionenhöhe (bis zu 5 Mio. Stück) üblich, werden heute Münzen, wie das eben vorgestellte 10-Euro-Stück, in einer Limitierung von 230.000 Exemplaren geprägt. Im Zuge der Umstellung auf den Euro wählte man mit 5, 10 und 20 Euro deutlich niedrigere Nominale als die in der Schilling-Ära zuletzt gewohnten 500-Schilling. Damit sollte die Attraktivität der Silbermünzen auch in preislicher Hinsicht gesichert werden, Münzen sollen leistbar bleiben. Österreichs Silbermünzen sind aber nicht nur Sammlerstücke, gerade 5- und 10-Euro-Silbermünzen sind neben den Sammlerausgaben auch zum Nennwert erhältlich und "geldbörsentauglich". Das heißt, sie sind in Österreich überall als Zahlungsmittel geeignet.

Quelle: Münze Österreich

 

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