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Wertpapierspesen der Banken im Vergleich

Onlinebanken sind günstiger, bieten aber (fast) keine Beratung

20.08.2009

Wer Aktien oder Anleihen kauft oder verkauft, muss bei Banken mit hohen Spesen rechnen. Das zeigt ein aktueller AK Test bei sieben Filialbanken und fünf Online-Banken in Wien. Zusätzlich kommen noch saftige Depot- und Kontoführungsgebühren dazu. Online-Banken verrechnen grundsätzlich günstigere Spesen. "Achten Sie auf Mindestspesen, etwa bei der Depotgebühr. Sie können den Ertrag bei geringen Veranlagungssummen ziemlich schmälern", rät AK Konsumentenschützer Harald Glatz.

Das verlangen die getesteten Banken an Spesen bei Wertpapieren für jeweils 10.000 Euro Kurswert (Preise in Euro), Auftrag in Filiale oder über Internet bei Online-Bank

Filialbanken
Ankauf
Verkauf
Anleihen
65,- bis 70,-
65,- bis 70,-
Aktien
110,-
110,-
Fonds
0,- bis 40,-
0,- bis 110,-



Onlinebanken


Anleihen
19,99 bis 30,45
19,- bis 30,45
Aktien
19,99 bis 29,45
19,99 bis 29,45
Fonds
0,-
0,- bis 20,-




Depotgebühr inkl. USt/Jahr
Verrechnungskonto/Jahr



Filialbanken
24,- bis 30,-
0,- bis 49,36
Onlinebanken
0,- bis 19,20
0,- bis 18,-


Banken verlangen eine Depotgebühr ab 0,1 Prozent je nach Wertpapier (bei eigenen Papieren ist die Depotgebühr am günstigsten). Sie wird generell vom Kurswert, jedoch mindestens vom Nennwert berechnet - entweder zum Quartals- oder Jahresende. Die Umsatzsteuer beträgt 20 Prozent. "Achten Sie auf etwaige Mindestspesen für das Wertpapierdepot", sagt Glatz. So verrechnen etwa Filialbanken 14,52 bis 24,37 Euro an Mindestspesen im Jahr, Online-Banken null bis 12,50 Euro. Wer ein Depot hat, braucht ein Verrechnungskonto - ist das Depot bei der Hausbank, dann kanns auch das Gehaltskonto sein.

Wer sein Depot zu einer anderen Bank wechselt, muss ebenfalls mit Spesen rechnen. Die Spesen machen pro Wertpapier bis zu 30 Euro zuzüglich Umsatzsteuer aus. Die Spesen verrechnet die "alte" Bank. Dazu können noch fremde Spesen kommen, etwa von notwendigen Korrespondenzbanken.

Die AK hat von Juni bis August 2009 bei sieben Filialbanken in Wien und fünf Online-Banken per Mail oder von den Homepages die Wertpapierspesen gemäß Schalteraushang abgefragt. Der Unterschied zwischen Filial- und Online-Banken liegt in der Beratung und im Preis. Die Anlageberatung bei den Online-Banken ist nicht oder nur eingeschränkt möglich. Bei Banken mit Filialnetz ist der Wertpapierhandel auch per Internet-Banking möglich, dafür werden reduzierte Spesen verrechnet.

Tipps der AK Konsumentenschützer für den Ankauf von Wertpapieren

  • Informieren und beraten lassen und nichts überstürzen: Die Veranlagung in Wertpapieren benötigt Wissen und Erfahrung.
  • Beachten Sie, dass Banken für eigene Produkte, etwa eigene Aktien oder eigene Anleiheemissionen, oft günstigere Konditionen verrechnen.
  • Schauen Sie generell auf Mindestspesen - geringe Veranlagungen können so unwirtschaftlich werden.
  • Fremde Spesen werden üblicherweise weitergeleitet (Ausnahmen sind Flat-fees).
  • Möchten Sie regelmäßig ansparen (zum Beispiel Fondssparen oder Wertpapierplan), erkundigen Sie sich für diese Produkte nach günstigeren Konditionen. 
  • Zum Wertpapierdepot benötigen Sie ein Verrechnungskonto. Brauchen Sie ein zusätzliches Konto, fallen weitere Spesen an. Ist das Wertpapierdepot bei derselben Bank wie Ihr Gehaltskonto, verwenden Sie Ihr Gehaltskonto.
  • Achtung: Depotüberträge sind meist sehr teuer. Es ist aber nicht ratsam, wegen eines Bankwechsels die Wertpapiere zu verkaufen!
  • Bei Online-Banken fällt üblicherweise die Beratung weg. Erkundigen Sie sich schon vorher über die rechtzeitige Ordereingabe, Real-time-Kurse und das Setzen von Limits.
  • Online-Broker bieten bei ausgewählten Fonds oder Fondsgesellschaften reduzierte Ausgabeaufschläge.
  • Achten Sie bei Online-Banken auf die unterschiedlich hohen Spesen bei Internettransaktionen und Telefon oder Fax.
  • "Klassische Banken" bieten ebenfalls Wertpapierhandel über Internet an. Die Transaktionen sind etwas günstiger, aber teurer als bei Online Brokern.

Quelle: AK Wien

 

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