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Verbraucherschützer warnen vor Werbeanrufen am Telefon

Kostenlose Hotline soll Hilfe bieten


03.03.2010

Wer hat es noch nicht erlebt: Das Telefon läutet und in der Erwartung eines Anrufs eines Bekannten lässt man alles liegen und stehen und eilt zum Telefon. Umso ärgerlicher ist es, wenn sich dieser Anruf als Werbeanruf eines Unternehmens herausstellt. Im Rahmen des Internationalen Monat zur Betrugsbekämpfung startet das Konsumentenschutzministerium daher eine Initiative um auf die Risken derartiger Telefonanrufe aufmerksam zu machen. Verbraucherinnen und Verbraucher werden aufgerufen, ihre Erfahrungen mit Telefonkeilern mitzuteilen. Unter der kostenfreien Telefonhotline 0800-206 138 kann man sich an die Experten des Konsumentenschutzministeriums wenden (werktags von 8 bis 16 Uhr) und Erfahrungen mit unerwünschten Werbeanrufen mitteilen. Zusätzlich gibt es im Internet unter www.konsument.at einen Online-Fragebogen zu diesem Thema.

Gerade Pensionisten werden von derartigen Anrufen besonders häufig belästigt, sind sie doch tagsüber gut zuhause erreichbar. Neben der Belästigung können derartige Anrufe aber auch zum finanziellen Problem werden. Der Zweck des Anrufs ist häufig ein Vertragsabschluss per Telefon. Ein solcher hat aber besondere Tücken: Der Konsument verfügt oft kaum über Informationen über den Anrufer oder den Vertragsinhalt. Manchmal sind Unternehmen auch "nur" auf Ihre Daten aus, was aber zu massiven finanziellen Schäden führen kann. Statt - wie am Telefon versprochen - der Überweisung des Gewinns, werden mitunter hohe Beträge vom Konto abgebucht, wenn Konsumenten die Kontonummer am Telefon angegeben haben. Verbraucherbeschwerden zeigen, dass vor allem Lottospielgemeinschaften oder Telefongesellschaften über Telefon werben. Die Anrufer sind darauf geschult, dem Verbraucher die Zustimmung zu einem Vertrag und auch die Kontonummer zu entlocken. Der angerufene Konsument ist aufgrund des unerwarteten Anrufs meist überrumpelt.
 
Dem Konsumentenschutzministerium liegen beispielsweise zahlreiche Beschwerdefälle über ein Telekommunikationsunternehmen vor. Dieses kontaktiert gezielt ältere Personen. Sogar bettlägerige Personen in Pflegeheimen werden vor derartigen Anrufen nicht verschont. So wurde unlängst ein 84-jähriger Bewohner eines Pflegeheimes angerufen und zum Abschluss eines Festnetzvertrages mit einer Vertragsbindung von zwei Jahren überredet.

Weitere Beschwerden häufen sich in der Sparte Lottotippgemeinschaften. In diesen Fällen beschweren sich Verbraucheren über Telefonanrufe, die auf den Verkauf von Lottoscheinen oder auf die Teilnahme an Spielergemeinschaften abzielen. Die Anrufe werden als Belästigung empfunden und zum anderen besteht massive Überrumpelungsgefahr. Bekannt sind hier etwa Fälle, in denen unseriöse Firmen Verbraucheren anrufen, um ihnen mitzuteilen, dass sie bei einem Preisausschreiben etc. gewonnen hätten. Unter Vorspiegelung, dass zwecks Überweisung dieses Gewinns die Kontodaten benötigt werden würden, wird versucht, den Konsumenten die Kontodaten zu entlocken. Erweist sich der Angerufene nicht als leicht überrumpelbar und zögert bei der Weitergabe dieser Daten, so ist es nicht unüblich, dass der Anrufer Druck ausübt. So beschweren sich Konsumenten immer wieder, dass sie als "undankbar" beschimpft worden wären. Gibt er oder sie dann tatsächlich die Kontodaten preis, so hat sich noch kein Konsument über einen Gewinn erfreuen dürfen. Stattdessen gibt es Abbuchungen vom Konto. Der Unternehmer behauptet, der/die VerbraucherIn hätte einen Vertrag über ein Abonnement zur Teilnahme an einer Lottotippgesellschaft abgeschlossen.
 
Grundsätzlich sind unerbetene Anrufe verboten und es drohen saftige Geldstrafen. Da der Anrufer aber oft unerkannt bleibt, können Strafen nur selten verhängt werden. Das Konsumentenschutzministerium empfiehlt, das Gespräch mit dem Hinweis zu beenden, dass Werbeanrufe verboten sind, sowie keineswegs am Telefon eine Zustimmung zu erteilen und keine Kontodaten bekanntzugeben. Sind die Kontodaten jedoch bereits angegeben, dann ist es ratsam, regelmäßig und sorgsam die Kontounterlagen durchzusehen. Nach dem neuen Zahlungsdienstegesetz muss jede Buchung auf dem Kontoauszug eindeutig zuordenbar sein. Man hat acht Wochen Zeit einem Zahlungsvorgang bei der Bank zu widersprechen. Eine schriftlich erteilte Einzugsermächtigung kann jederzeit gegenüber der Bank widerrufen werden. Unabhängig davon ist aber zu prüfen, ob der Vertrag wirksam zustande gekommen ist. Bei Zahlungsaufforderungen seitens des Unternehmens oder eines Inkassobüros soll sich der Betroffene umgehend an eine Verbraucherschutzorganisation wenden. Diese wird prüfen, ob sich das Unternehmen auf einen gültigen Vertrag berufen kann bzw. inwieweit von einem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht werden kann.

Quelle: ots

 

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