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Spesen und Gebühren bei der Versicherung sparen

Infos und Tipps der AK-Experten

01.09.2008

"Neben der Versicherungsprämie, dem eigentlichen Entgelt für die Versicherungsleistung, können bei einem Versicherungsvertrag auch Spesen und zusätzliche Kosten anfallen. Wer etwa seine Prämie nicht einmal im Jahr sondern monatlich einzahlt, muss mit bis zu 6 Prozent Spesen rechnen, eine Auszahlungssperre kann bis zu 133 Euro kosten", sagt AK Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. Das ergab ein kürzlicher Test der Arbeiterkammer. Das ist rechtlich auch gedeckt, denn Versicherungsunternehmen dürfen neben der Prämie auch Gebühren verlangen, die der Abgeltung von Mehraufwendungen dienen, wenn sie durch des Verhalten des Versicherungsnehmers veranlasst wurden. Bezeichnungen im Vertrag wie Unterjährigkeitszuschlag oder Vinkulierung signalisieren ebenso Kosten für den Versicherungsnehmer wie Zahlscheingebühr, Rückbuchung oder Zahlungsverzug. "Von Versicherung zu Versicherung gibt es aber Unterschiede. Ein Vergleich unter den Versicherern vor Abschluss ist daher lohnend, und Spesen sind verhandelbar", rät Kollmann.

Die Versicherungsprämie ist eine Jahresprämie, die zu Beginn des Versicherungsjahres fällig ist. Wird die Versicherungsprämie jedoch nicht auf einmal im voraus bezahlt, sondern beispielsweise vierteljährlich oder monatlich, kann der Versicherer einen Unterjährigkeitszuschlag verrechnen. Ob und in welcher Höhe ein Unterjährigkeitszuschlag verrechnet wird, ist vom Versicherungsunternehmen und von der Versicherungssparte (Leben, Unfall, Kranken, KFZ) abhängig. Einige Versicherungen verzichten auf den Unterjährigkeitszuschlag, wenn die Versicherungsprämie per Einzugsermächtigungsverfahren (Abbuchung vom Bankkonto) bezahlt wird.

Sehr oft werden Versicherungsverträge als Sicherheit bei Kreditenverwendet, z.B. bei Wohnkrediten. Die Versicherung wird in diesem Fall zu Gunsten der Bank vinkuliert. Eine Vinkulierung ist eine Auszahlungssperre, d.h. die Versicherung darf im Schadenfall nur mit Zustimmung der Bank die Versicherungsleistung auszahlen. Die Vinkulierung einer Er- und Ablebensversicherung ist bei einigen Versicherungen kostenlos.

Bei großen Versicherungssummen oder ab einem bestimmten Alter des Versicherungsnehmers verlangen die Versicherungen ein ärztliches Attest. Je nach Art der Versicherung (Er- und Ablebensversicherung oder Ablebensversicherung) werden dem Kunden dafür Spesen verrechnet.

Die Versicherungen verrechnen Spesen, wenn der Versicherungskunde die Prämie mit Erlag- oder Zahlschein bezahlt. Bei manchen Versicherungen entfällt die Zahlscheingebühr beim Bezahlen der Erstprämie mit Zahlschein. Die Bandbreite der verrechneten Entgelte liegt zwischen 0,58 und 2 Euro. Bei Zahlung mittels Online-Banking oder Dauerauftrag verzichten einige Versicherungen auf die Zusendung des Zahlscheins und damit auf die Verrechnung der Spesen.

Kann eine Einzugsermächtigung aufgrund eines überzogenen Girokontos nicht durchgeführt werden, fallen nicht nur Spesen bei der kontoführenden Bank des Kunden sondern auch Spesen bei der kontoführenden Bank der Versicherung an.

Wird die Prämie nicht oder zu spät bezahlt, versenden die Versicherungen Mahnungen. Je nach Art der Prämie (Erst- oder Folgeprämie) bzw. nach Art der Versicherung (Leben-, Unfall-, Kfz-Versicherung) ist die Vorgangsweise der Versicherung unterschiedlich. Bis zu 4 Mahnungen werden verschickt. Es ist auch möglich, dass das Inkasso an einen Rechtsanwalt oder ein Inkassobüro übergeben wird. Die Versicherungsprämie kann z.B. mittels Mahnklage auch gerichtlich eingeklagt werden. Folge eines Prämienverzugs kann die Leistungsfreiheit der Versicherung sein. Allerdings muss das Versicherungsunternehmen vorher schriftlich darauf hinweisen (qualifizierte Mahnung).


Die wichtigsten Tipps der AK-Experten:

  • Erkundigen Sie sich vor Abschluss über Art und Höhe von Kosten.

  • Spesen sind verhandelbar.

  • Der Unterjährigkeitszuschlag ist vermeidbar, wenn Sie die Prämie jährlich und/oder mit Einzugsermächtigung bezahlen.

  • Zahlscheingebühren fallen nicht an, wenn die Prämie per Einzugsermächtigung bezahlt wird.

  • Einige Versicherungen verzichten auch bei Dauerauftrag und Zahlung mittels E-Banking auf die Zahlscheingebühr.

  • Bei einer Einzugsermächtigung können Sie ohne Angaben von Gründen die Abbuchung vom Bankkonto innerhalb von 42 Tagen stornieren lassen, z.B. bei einer Fehlbuchung.

  • Zahlungsverzug vermeiden - die Versicherung kann leistungsfrei sein, Sie verlieren damit den Versicherungsschutz. Außerdem kommen Mahnspesen teuer.


Quelle: AK-Wien

 

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