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Sparzinsen im Keller : Vergleich vor dem Weltspartag

AK warnt vor Spar-Kombiprodukten mit versteckten Spesen


29.10.2009

Die aktuellen Sparzinsen sind niedrig. Bekam ein Kunde im Oktober 2008 noch durchschnittlich 4,93 Prozent für ein auf ein Jahr gebundenes Kapitalsparbuch, so sind es jetzt nur mehr 1,5 Prozent. Das zeigt ein aktueller Sparzinsentest der Arbeiterkammer bei 30 Filial- und Online-Banken. "Alle Sparzinsen sind ziemlich in den Keller gerasselt", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz anlässlich des Weltspartages. "Die Banken haben es sich nicht nehmen lassen, auf die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank rasch und umfassend zu reagieren. Bedenklich ist das Auftauchen von Sparbüchern, deren Ertrag an die Entwicklung von Aktien oder an einen Kaufzwang von Fonds gekoppelt ist. Werden solche Produkte mit Lockzinsen beworben, haben sie am Sparbuchmarkt nichts verloren."

Wer ein täglich fälliges Sparbuch hat, bekommt bei Banken Sparzinsen von 0,062 (Spardabank Wien - Sparbuch) bis 2,2 Prozent (direktanlage.at - Neukundenaktion bis 27.11., Mindestsparsumme 3.000 Euro). Bei den Direktbanken gibt es 1,0 (Allianz Investmentbank - Top Cash) bis 2,1 Prozent (easybank - easy zinsmax).

Viele Banken bieten als Alternative zum normalen Sparbuch so genannte Sparcards oder Online-Sparkonten an. Die Einlagen sind täglich fällig. Die Zinsen reichen von 0,062 (PSK Bank - PSCard; BAWAG - Top Card) bis 1,250 Prozent (Sparda Bank Wien - online-plus Anlagekonto; PSK Bank - e-clever online Sparkonto mit einer Mindestsparsumme von einem Euro). "Üblicherweise sind die Zinsen bei Sparcards betragsabhängig", sagt Glatz. "Es gilt: Je höher der angelegte Betrag ist, desto besser der Zinssatz." Aber die Zinsen für die viel beworbenen Sparcards sind heuer kräftig gefallen. Bei der Hälfte der untersuchten Sparcards gibt es nur mehr Zinsen bis zu 0,125 Prozent (ab Mindestsparsumme null Euro). "Das ist nicht nachvollziehbar, denn der Kunde ist in der kostensparenden Selbstbedienung im Bankfoyer tätig und führt eben keine teure Bargeldbehebung am Schalter durch, wie die Banken immer wieder anführen", sagt Glatz.

Bei den Kapitalsparbüchern gibt es fixe Zinssätze. Kunden legen Einmalbeträge an, die sie als Sparer für eine bestimmte Zeit nicht benötigen. "Freilich ist eine vorzeitige Behebung möglich, aber dann gibt es einen geringeren Zinssatz", so Glatz. Die Zinsen für ein Kapitalsparbuch für zwölf Monate betragen 0,5 Prozent (Bank Winter & C0 AG) bis 2,1 Prozent (bankdirekt.at - Fixzinsanlage; livebank.at VB Kufstein - Online-Festgeld). Für drei Jahre sind die Zinsen 0,5 Prozent (Bank Winter & CO AG - Kapitalsparbuch) bis 3,27 Prozent (Autobank - Termineinlage).

Manche Sparprodukte ("Vier Prozent fix auf sechs Monate") sind etwa mit dem Kauf von Fonds oder einer Lebensversicherung verknüpft. Das angebotene Kapitalsparbuch ist zwar gut verzinst, aber die Sparer müssen etwa gleichzeitig Fondsanteile kaufen und ein Wertpapierdepot eröffnen. Was in der Werbung nicht groß geschrieben wird, sind die anfallenden Fondskaufspesen von zwei Prozent. Die Spesen dezimieren den Zinsertrag stark. "Die Kombi-Produkte mit unterschiedlichen Laufzeiten und Produkteigenschaften sind für Sparer zu undurchsichtig und ungeeignet", kritisiert Glatz.

Die AK warnt vor Zins-Fallen

Wenn bei Sparbüchern mit Bindungsfrist vorzeitig Geld abgehoben wird, schnappt die so genannte Vorschusszinsen-Falle zu. Die Vorschusszinsen machen ein Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsfrist auf den behobenen Betrag aus. Die AK fordert für Sparer mehr Informationen zu den Vorschuss-Zinsen: Die Verrechnung von Vorschuss-Zinsen soll klar und nachvollziehbar erklärt werden. "Gerade bei Kleinbeträgen kann die Zinsen-Falle den Zinsertrag ziemlich schmälern", warnt AK Konsumentenschützer Christian Prantner.

Spartipps der AK Konsumentenschützer anlässlich des Weltspartages

  • Kontrollieren Sie die Verzinsung auf Ihren Sparbüchern, vor allem bei Sparbüchern mit Bindungsfrist. Es kann sich lohnen, die Zinssätze nachzuverhandeln. Ein Blick auf das Angebot der Konkurrenz ist dafür nützlich.
  • Vergleichen der Konditionen zahlt sich aus - insbesondere bei täglich fälligen Sparbüchern. Bei Kapitalsparbüchern gilt: Je länger der Anlagezeitraum und je höher der angelegte Betrag, desto wichtiger ist der sorgfältige Zinsvergleich.
  • Überprüfen Sie die Bindungsfristen! Sie sollten sich fragen, ob die Bindungsfristen Ihrem Veranlagungszweck (zum Beispiel Notpolster, Sparen für Wohnung) angepasst sind und wie rasch das angelegte Geld benötigt wird.
  • Achtung Vorschusszinsen-Falle: Fragen Sie den Berater, wann Beträge vorschusszinsenfrei behoben werden können.
  • Fragen Sie vor Abschluss eines Kapitalsparbuches nach der Zinsstaffel für vorzeitige Behebungen.
  • Wenn Sie das Sparguthaben länger nicht benötigen, dann rentiert sich eine zeitliche Bindung. Je länger die Bindung, desto höher die Zinsen.
  • Achten Sie bei Sparcards (Einlagen täglich fällig) auf anfallende Kosten (Kartengebühr, Kontoführungsgebühr oder Behebungsgebühr am Schalter).
  • Sparbuch-Schließungsspesen sind verhandelbar, insbesondere wenn Sie das Geld auf ein neues Sparbuch legen.
  • Haben Sie Spardaueraufträge? Schauen Sie bei der Festlegung des Termins darauf, dass das Konto ausreichend gedeckt ist. Falls Ihr Konto im Minus ist, dann fallen Überziehungszinsen an oder der Dauerauftrag wird mangels Deckung nicht durchgeführt. Dafür können empfindlich hohe Spesen anfallen.

Aktuelle Zins-Vergleiche und Konditionen der Banken finden Sie regelmäßig unter www.ak-bankenrechner.at.

Quelle: AK, ots

 

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