Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Rechtschutzversicherung : Nicht immer "umfassend" geschützt

AK-Checkliste vor dem Abschluss


21.05.2010

Wer sein Recht einklagen muss und dabei auf seine Rechtschutzversicherung baut, erlebt nicht selten ein böse Überraschung, wie ein AK Test unter 17 Rechtschutz-versicherungen ergibt. "Im Zuge der Finanzkrise haben beispielsweise tausende Kleinanleger viel Geld verloren, nicht selten durch Beratungsfehler der Finanzdienstleister. Doch eine Klage auf Schadensersatz wegen Falschberatung ist teuer und wird längst nicht von jeder Rechtschutzversicherung übernommen: Von 17 gestesteten Versicherungen schließen  7 Streitigkeiten aus Finanzveranlagungen aus", sagt AK Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. Streitigkeiten aus der Errichtung, Veränderung, Planung oder Finanzierung von Bauvorhaben sind bei allen generell ausgeschlossen. "Für die Versicherten heißt das oft: Gerade dann, wenn sie eine Versicherung bräuchten, haben sie keinen Rechtsschutz. Oft glauben sie aber, sie seien gut und - wie in der Werbung versprochen - umfassend versichert", so Kollmann.

Die Informationen bei Vertragsabschluss sind oft zu kompliziert und für die Kunden schwer durchschaubar. Deshalb fordert die AK verbindliche Standards bei der Kundeninformation. "Ähnlich wie es in Deutschland schon längst üblich ist, muss es dem Kunden möglich gemacht werden, auf 1-2 Seien alle wichtigen Versicherungsbedingungen klipp und klar zu finden", erklärt Michaela Kollmann.

"Die Kunden bauen auf ihren Rechtsschutz und wenn es ernst wird, erklärt die Versicherung, dass es keine Deckung gibt", so Kollmann weiter: "So will etwa ein Konsument seinen Lebensversicherer klagen, weil die Auszahlungssumme bei seinem ausgelaufenen Vertrag viel niedriger ist als prognostiziert. Sein Rechtschutzversicherer erklärt ihm, dass Versicherungsverträge vom Rechtsschutz ausgenommen sind - das wusste der Konsument nicht und es war ihm bei Vertragsabschluss auch nicht dezidiert gesagt worden.

Ältere Verträge decken Streitigkeiten um Finanzveranlagungen oder Versicherungen oft noch ab. Deshalb Vorsicht, wenn die Versicherungen mit Anpassungsverträgen locken: Oft steckt hinter einem verlockenden Angebot die Einschränkung oder Streichung einer wichtigen Versicherungsleistung, warnt die AK Konsumentenschützerin.

Damit Rechtschutzversicherungen für die Konsumenten klar durchschaubar sind, fordert die AK die Einführung von Produktinformationsblättern beim Abschluss von Versicherungsverträgen, ähnlich wie dies in Deutschland längst gängige Praxis ist. Diese Klipp-und-Klar-Informationen im Umfang von 1-2 Seiten sollen die maßgeblichen Punkte eines Versicherungsvertrages auf einen Blick sichtbar machen:  Beschreibung der versicherten Risiken, Leistungsausschlüsse, Obliegenheiten, Prämienhöhe, Vertragsbeendigung.
Die AK fordert weiter, die Versicherer sollten die Konsumenten nicht im Regen stehen lassen und wichtige Bereiche rund um Geldanlage, Finanzierung und Versicherungen nicht von der Deckung einer Rechtschutzversicherung ausnehmen.


Jetzt 3 Monate geschenkt !

Jetzt 3 Monate geschenkt !

Bei Zurich Connect sind Sie mit einem Neuvertrag bei Haushalt, Unfall und Rechtsschutz jetzt 3 Monate lang kostenlos versichert. Einfach Prämie berechnen, vergleichen und abschließen. » weiter lesen



Tipps der AK Konsumentenschützer

Grundsätzlich übernimmt eine Rechtschutzversicherung die Kosten, wenn Sie um Ihr Recht auf Schadenersatz kämpfen müssen. Sie ersetzt aber nicht den entstandenen Schaden! Sie ist nach dem "Bausteinprinzip" aufgebaut: Das heißt es gibt Paketangebote von "klein" (Grundpaket mit einigen wenigen Einzelleistungen als Bausteinen) bis "umfassend" (Komplettpakete mit vielen Bausteinen). Ein Grundpaket kann mit Zusatzbausteinen - vom allgemeinen Vertrags-Rechtschutz über Mietfragen, bis hin zum Verkehrsrechtschutz und zum  Straf-Rechtschutz ergänzt werden. Für die KonsumentInnen heißt es deshalb umso mehr: Achten Sie sehr genau auf die Inhalte der einzelnen Bausteine und darauf, was vom
Versicherungsschutz ausgeschlossen wird.

AK- Checkliste für den Vertragsabschluss:

  • Fragen Sie sich vor Vertragsabschluss: Wird das richtige Risiko versichert? Welche Gefahren wollen Sie abdecken? In welchen Lebensbereichen haben Sie persönlich ein erhöhtes Risiko, dass es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt. Achten Sie beim Baustein "Vertragsrechtsschutz" insbesondere darauf, ob Finanzveranlagungen und Streitigkeiten mit Versicherungen enthalten sind.

  • Oft haben Sie schon einen teilweisen Rechtsschutz: Etwa durch die Gewerkschaft im arbeitsrechtlichen Bereich, durch einen Mieterverein bei Mietrechtsstreitigkeiten.

  • Wenn Sie sehr viele Bereiche abdecken müssen, sind sogenannte Komplettpakete oft günstiger.

  • Achtung Wartefristen: Normalerweise beginnt der Versicherungsschutz mit der Zusendung der Polizze und der Zahlung der ersten Versicherungsrate. Doch beim Rechtsschutz gibt es noch Wartezeiten von drei bis sechs Monaten. Für Versicherungsfälle, die vor Ablauf der Wartezeit eintreten, besteht keine Deckung.

  • Achtung: Zum Zeitpunkt des Verstoßes, gegen den Sie mit Hilfe der Versicherung vorgehen wollen, muss die Rechtschutzversicherung schon bestanden haben. Es gibt keine Deckung, wenn Sie beispielsweise die Rechtschutzversicherung jetzt abschließen, aber wenn die fehlerhafte Anlageberatung, gegen die Sie vorgehen wollen, schon 2007 stattgefunden hat.

  • Augen auf, wenn Sie bereits eine Rechtschutzversicherung haben und Ihr Versicherungsvertreter eine Vertragsanpassung- oder Änderung vorschlägt: Gerade die inzwischen so häufigen Streitigkeiten aus Finanzveranlagungen sind mit älteren Verträgen oft noch abgedeckt. Die Versicherer ködern ihre Kunden gerne mit höheren Versicherungssummen, dahinter steckt aber oft der Ausschluss einer entscheidenden Leistung.
Quelle: AK

 

Top Themen

Top Links