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Kreditzinsen der Banken lt. AK viel zu hoch

Mit Extra-Gebühren holen sich Banken zusätzliches Körberlgeld.


11.08.2009

Die Banken geben Zinssenkungen an die Kunden nicht im notwendigen Ausmaß weiter, kritisiert die Arbeiterkammer. "Während die Sparbuchzinsen deutlich gefallen sind, stehen die Banken bei den Zinsen für Konsumkredite und Kontoüberziehungen auf der Bremse", kritisiert Harald Glatz, Leiter der AK Konsumentenpolitik. "Es kann wohl nicht sein, dass die Konsumenten draufzahlen." Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen seit Herbst 2008 laufend gesenkt - seit heurigem Frühjahr verharren sie auf einem Prozent. Die Banken müssen die Zinsen für Kontoüberziehungen und Konsumkredite senken, fordert die AK.

Die EZB-Leitzinsen sind auf einem niedrigen Niveau - derzeit ein Prozent. Eine AK-Analyse zeigt: Die Zinsen für Kontoüberziehungen (im Kontorahmen) sind so hoch wie vor einem Jahr - durchschnittlich 9,5 Prozent (Vergleich April 2008, April 2009, August 2009). "Sie kleben am Vorjahresniveau fest, und das trotz Senkung der Leitzinsen", erklärt Glatz. "Das ist unverständlich, denn sogar der Drei-Monats-Euribor sank im März 2008 von 4,6 auf 0,97 Prozent im Juli 2009." Der Euribor bildet die Basis, wenn sich Banken untereinander Geld borgen, was ständig vorkommt.

"Die Banken geben bei Krediten die Zinssenkung nicht im notwendigen Ausmaß weiter und halten die Kredite hoch", beanstandet Glatz. Die AK-Analyse zeigt: Die Kreditzinsen für Konsumkredite machten im vorigen April durchschnittlich 6,5 Prozent aus, im April 2009 sogar 6,625 Prozent. Erst im August 2009 liegen sie bei 5,25 Prozent. Der Sechs-Monats-Euribor hingegen fiel in einem Jahr von 4,59 Prozent (März 2008) auf 1,21 Prozent (Juli 2009).

Lediglich die Sparzinsen gingen hinunter. Im Oktober 2008 bekam der Kunde für ein auf ein Jahr gebundenes Kapitalsparbuch im Schnitt 4,93 Prozent, im Juli 2009 nur mehr durchschnittlich 1,75 Prozent. Glatz empfiehlt, "mit der Hausbank über die Zinsen zu verhandeln." Der AK-Bankenrechner im Internet gibt einen guten Überblick über die Angebote und hilft beim Vergleichen.

Bankkunden zahlen aber nicht nur bei Kredit- oder Kontoüberziehungszinsen drauf. Sie werden bei Bankgeschäften oft von teuren Nebengebühren und unerwarteten Kosten überrascht. "Es zeigt sich zunehmend, dass Verbraucher für bestimmte Nebenleistungen zahlen müssen. Der tatsächliche Preis ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Erst wenn es ans Zahlen geht, hat der Konsument die Information über den wirklichen Endpreis", betont Harald Glatz.
 
Ein AK Test zeigt den Wildwuchs an Spesen anhand einiger Beispiele:

  • Bei einer Bareinzahlung mit Zahlschein auf ein institutsfremdes Konto verrechnen Banken zwischen zwei Euro (Bank für Tirol und Vorarlberg, HYPO Oberösterreich) bis sieben Euro (Wiener Spar- und Kreditinstitut).

  • Schließt ein Konsument sein Gehaltskonto, so machen die Spesen null (Bank Burgenland, Bank für Tirol und Vorarlberg, Verkehrskreditbank) bis 25 Euro (BKS Bank) aus.

  • Wer sein Sparbuch schließt, muss mit Gebühren von null Euro (easybank, ING DiBa, BAWAG, UniCredit Bank Austria, PSK) bis 8,15 Euro (RLB NÖ Wien) rechnen.

  • Die Kosten bei Zahlungsschwierigkeiten sind ebenfalls hoch. Wer etwa seinen Kredit nicht zurückzahlen kann, hat bei der ersten Mahnung Spesen bis zu 26,50 Euro (BKS Bank), bei der zweiten Mahnung bis zu 50 Euro (RLB NÖ Wien) und bei der dritten Mahnung bis zu 100 Euro (Volksbank Wien) zu bezahlen.

  • Einführung von Liquiditätsaufschlägen bei Fremdwährungsfinanzierungen: Die Banken drängten im Herbst 2008 darauf, Fremdwährungskredite in Euro umzuwandeln. Außerdem verlangen sie eine zusätzliche Gebühr - den Liquiditätsaufschlag, von ein bis zwei Prozent der Kreditsumme. Die AK führt in diesem Zusammenhang bereits Abmahnverfahren durch, um dieser Vorgangsweise der Kreditinstitute ein Ende zu setzen.


Tipps der AK Konsumentenschützer:

  • Haben Sie echte Zahlungsprobleme, etwa wegen Arbeitslosigkeit, dann reden Sie sofort mit Ihrer Bank. Denn wer die Rate nicht pünktlich oder in der vereinbarten Höhe zahlt, gerät in teuren Zahlungsverzug.

  • Falls Ihre Kreditrate das monatliche Budget überstrapaziert, überlegen Sie eine längere Laufzeit. Dadurch sinkt die Rate. Der Nachteil: Je länger die Laufzeit, desto höher ist die Summe der Zinsbelastung. Die Bank muss einer Laufzeitverlängerung zustimmen.

  • Können Sie sich Ihre Rate nicht leisten, erwägen Sie eine Stundung oder mehrere Raten. Falls Sie nicht mehr zahlen können, verlangen Sie einen Mahnstopp. Sie verhindern unnötige Mahnspesen. Die Bank muss hier zustimmen.

Quelle: AK Wien, ots

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