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Fremdwährungskredit als Kosten-Falle?

Derzeit wird für Kreditnehmer eine Horrorvision Realität - Die AK gibt Tipps für Betroffene

30.10.2008

Banken drängen derzeit ihre Kunden, Fremdwährungskredite in Euro-Kredite umzuwandeln. Außerdem verlangen sie eine zusätzliche Gebühr, den Liquiditätsaufschlag von 1 bis 2 Prozent der Kreditsumme. Einige Institute schrecken auch vor Zwangskonvertierungen nicht zurück. Die AKNÖ-Konsumentenberatung übt Kritik an dieser Vorgangsweise.

"Die Bankenkrise darf nicht auf die kleinen Kreditnehmer abgewälzt werden", fordern die Konsumentenberater der Arbeiterkammer NÖ. Derzeit wird für Kreditnehmer eine Horrorvision Realität: Die Zinsen für Fremdwährungskredite steigen, der Schweizer Franken gewinnt gegenüber dem Euro an Wert - bei Umwandlung in Euro-Kredite ist die Verschuldung höher als die aufgenommene Summe - und zusätzlich erleiden die Tilgungsträger durch die Finanzkrise zum Teil schwere Verluste. Und die Banken versuchen derzeit panisch, ihre Kunden zu einer Umwandlung in Euro-Kredite zu bewegen. "Wir beobachten, dass die Banken mit drei verschiedenen Strategien arbeiten, um die Umwandlung eines Fremdwährungskredites in Euro zu erreichen und den Konsumenten einen Liquiditätsaufschlag zu verrechnen. Je nachdem, wie sicher sie sich vertragsrechtlich dabei wähnen, gehen sie mündlich wie die RAIKA vor oder schriftlich wie Sparkasse und Volksbank", sagt AKNÖ-Bankenexperte Ernst Hafrank.

Banken verschicken neue AGB´s zur Unterschrift

Bei einer mündlichen Kontaktaufnahme durch die Bank, sollten die Konsumenten unbedingt auf Informationen in schriftlicher Form bestehen. Liegen diese vor, sollte gegen die Einführung von zusätzlichen Gebühren Einspruch erhoben werden. Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro bedeutet ein Liquiditätszuschlag von 1 bis 2 Prozent mindestens 1.500 Euro im Jahr. Aktualisierte Allgemeine Geschäftsbedingungen, die jetzt von den Banken zur Unterfertigung an die Kunden geschickt werden, sollten auf keinen Fall unterschrieben werden, rät die AK. Bei neueren Kreditverträgen ist die Möglichkeit eines Liquiditätsaufschlages bereits in den AGB´s enthalten. "Hier wird es Aufgabe der AKNÖ sein, die Banken am Verhandlungstisch von einer anderen Vorgehensweise zu überzeugen. Wenn nicht anders möglich, müssen wir Musterverfahren anstrengen", sagt Hafrank und meint weiter: "Hier ist aber auch die Politik gefragt, denn es ist besser, Lösungen am Verhandlungstisch als bei Gericht herbeizuführen."

18.750 Euro mehr Schulden als bei Kreditaufnahme

Die Konvertierung eines Schweizer Franken-Kredites in einen Euro-Kredit bedeutet massive Verluste für Konsumenten. Hat jemand beispielsweise Mitte 2005 einen Kredit von 150.000 Euro zu einem Kurs von 1,56 in 234.000 Schweizer Franken aufgenommen und wechselt jetzt in Euro, ergibt das bei einem Kurs von 1,44 eine Belastung von 168.750 Euro. Die Schulden haben sich um 18.750 Euro erhöht. "Noch im Juni 2008 wäre es in unserem Beispiel möglich gewesen, bei einem Kurs von 1,64 mit 142.680 Euro auszusteigen. Das hätte eine Verringerung der Schuldenlast um 7.320 Euro bedeutet. Damals hat aber keine einzige Bank auf Konvertierung gedrängt", erklärt Hafrank.

Finanzierungslücke: Tilgungsträger mit kurzer Restlaufzeit

Inhabern von Fremdwährungskrediten rät Hafrank, ihren Tilgungsträger genau zu überprüfen: Was wurde für ein Produkt gewählt und inwieweit ist dieses von der derzeitigen Krise betroffen. "Viele Berater haben - aus Profitstreben und um Produkte attraktiver zu machen - viel zu riskante Produkte für ihre Kunden gewählt, bei denen die hohen Erträge in den Modellrechnungen die monatlichen Kosten reduzieren. Das Aufnehmen eines neuen Tilgungsträgers oder gar ein übereilter Wechsel löst das Problem allerdings auch nicht und verursacht nur zusätzliche Kosten", sagt Hafrank.

Quelle: AKNÖ

 

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