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Kritik an Bankspesen in Österreich

Erleichterungen beim Kontowechsel ab 1. November


23.09.2009

Die EU-Kommission hat gestern die Bankspesen in Österreich als zu hoch und intransparent bezeichnet - eine Kritik, der sich auch die Arbeiterkammer (AK) anschließt. "Verbraucher werden bei Bankgeschäften oft von teuren Nebengebühren und unerwarteten Kosten überrascht", kritisiert AK Konsumentenschützer Harald Glatz. "Der tatsächliche Preis ist meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Erst wenn es ans Zahlen geht, hat der Konsument die Information über den wirklichen Endpreis." Damit muss Schluss sein - die Banken sollen den Wildwuchs bei den Spesen stoppen.

"Banken holen sich zunehmend zusätzliche Erträge über Gebühren", sagt Glatz. So kostet etwa das Schließen von Sparbüchern, Kontospesen bei Krediten oder Bareinzahlung mit Zahlscheinen beim Girokonto. Aber auch zu den Kreditkosten kommen hohe Bearbeitungsgebühren oder Spesen für die Fixzinsverlängerung dazu.
 
Ein AK Test zeigt die Vielzahl an Spesen - einige Beispiele:

  • Bei einer Bareinzahlung mit Zahlschein auf ein institutsfremdes Konto verrechnen Banken zwei Euro (Bank für Tirol und Vorarlberg, Hypo Oberösterreich) bis sieben Euro (Wiener Spar- und Kreditinstitut).
  • Bei Krediten fallen Spesen für das Kreditkonto an (bis zu 14 Euro pro Quartal). Es fehlt eine klare gesetzliche Regelung, dass diese laufend verrechneten Kosten im Effektivzinssatz und der Gesamtbelastung eingerechnet werden müssen.
  • Hohe Depotgebühren bei Wertpapieren: Banken verlangen für Wertpapiere von einem 10.000 Euro Kurswert eine Depotgebühr ab 0,1 Prozent je nach Wertpapier (bei eigenen Papieren ist die Depotgebühr am günstigsten). Sie wird generell vom Kurswert, jedoch mindestens vom Nennwert berechnet - entweder zum Quartals- oder Jahresende. Die Umsatzsteuer beträgt 20 Prozent. Es gibt auch etwaige Mindestspesen für das Wertpapierdepot. So verrechnen etwa Filialbanken 14,52 bis 24,37 Euro an Mindestspesen im Jahr, Online-Banken null bis 12,50 Euro. Wer ein Depot hat, braucht ein Verrechnungskonto - ist das Depot bei der Hausbank, dann kann es auch das Gehaltskonto sein.


Forderungen der AK:

  • Gesamtkosten bei Kredit klar angeben: Alle Kostenbestandteile sollen in die Gesamtbelastung der Kreditrate und im Effektivzinssatz eingerechnet werden und aufgeschlüsselt sein. Dazu gehören beispielsweise auch die Kosten der Kontoführung und einer Kreditschuld- oder Ablebensversicherung.
  • Bessere Informationen auf dem Kontoauszug: KonsumentInnen wissen oft nicht, wie viele Zinsen sie für Kontoüberziehungen zahlen. Daher: Angabe der Zinssätze und des Überziehungsrahmens auf dem Kontoauszug.


Die AK bietet mit ihrem Bankenrechner einen aktuellen Vergleich der Konditionen von Girokonten, Sparbüchern und Krediten, in dem auch viele wichtige Nebenspesen wie Zahlscheingebühren oder Spesen bei Dauerauftragsänderungen berücksichtigt sind. Enthalten sind 20 Banken in Wien.


In der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer (WKÖ) kann man die Kritik der EU-Kommission, dass Konto-Anbieter wegen intransparenter Gebühren wenig oft gewechselt werden, nicht nachvollziehen. Die WKÖ verweist auf Untersuchungen wonach mehr als 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher mit ihrer Hausbank sehr zufrieden sind und daher ein Kontowechsel kein Thema ist.

Die Behauptungen der EU-Konsumentenschutz-Kommissarin stehen auch im Gegensatz zu einer Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass die Zahlungsverkehrspreise für Österreichs Konsumenten zu den günstigsten in Europa zählen, argumentiert man in der WKÖ. Auch müssten die Banken für die Erfüllung neuer Auflagen, wie z.B. die verpflichtende Umsetzung der Zahlungsverkehrsrichtlinie in Österreich, hohe Kosten tragen.

Ein Maßnahmenpaket der Banken soll den Kunden ab 1. November 2009 Erleichterungen beim Kontowechsel bringen. Die Kreditinstitute übernehmen dann für ihre Kunden beispielsweise folgende Tätigkeiten:

  • Kontaktaufnahme mit dem bis dahin kontoführenden Institut
  • Anforderung aller notwendigen Daten (Daueraufträge, Lastschriften, Gehalts-/Pensionsanweisende Stellen etc.)
  • Diese werden vom bis dahin kontoführenden Institut innerhalb von 7 Bankwerktagen mitgeteilt
  • Einrichtung der Daueraufträge und Verständigung der Einzieher sowie jener Stellen, die Gehalt/Pension anweisen, innerhalb von 7 Bankwerktagen nach Erhalt der Daten
  • Kontoschließung beim bisherigen Kreditinstitut, wenn gewünscht

Quelle: AK Wien, WKÖ, ots

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