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Wenn die Versicherung nicht zahlt

Lt. AK häufen sich die Fälle, in denen Versicherungen für Schäden nicht aufkommen wollen

05.06.2006

Entgegen vielen Werbeankündigungen zahlen Versicherungen nicht immer. Begründet wird eine Leistungsablehnung meist mit einer Klausel aus den Versicherungsbedingungen. In der Konsumenteninformation der Arbeiterkammer Oberösterreich haben sich im vergangenen Jahr 4.563 KonsumentInnen mit Beschwerden bzw. Anfragen zu Versicherungsfragen gemeldet. Vor allem Fälle, in denen Versicherungen für Schäden nicht aufkommen wollen, häufen sich, berichtet die AK. Leistungsablehnungen betreffen vor allem die Unfall-, Haushalts-, Eigenheim-, die Kranken-, sowie die Reisestorno- und Reisegepäckversicherung.

Ausgangspunkt der meisten Leistungsablehnungen sind die Versicherungsbedingungen. Denn versichert ist nur, was im Kleingedruckten zunächst ausdrücklich aufgezählt und dann nicht wieder ausgenommen wird. Aufgrund ihres Umfanges sind die Versicherungsbedingungen für die KonsumentInnen nicht mehr lesbar, kritisiert die AK. Fachbegriffe und Querverweise von allgemeinen in besondere Versicherungsbedingungen erschweren zusätzlich deren Verständnis. Dadurch wissen VersicherungsnehmerInnen oft gar nicht, wogegen sie konkret versichert sind und welche Versicherungslücken bestehen.

Unverständnis ruft bei vielen Versicherten auch die Kündigung durch den Versicherer im Schadensfall hervor. Gesetzlich ist das zwar nur bei der Feuer-, Haftpflicht- und Hagelversicherung vorgesehen, die Versicherer haben dieses Kündigungsrecht allerdings durch Vertragsklauseln bereits auf viele andere Sparten ausgedehnt. Während die gesetzliche Kündigung im Schadensfall beide Seiten gleich behandelt - und beiden Teilen unter den selben Voraussetzungen ein Kündigungsrecht einräumt - führen viele vertragliche Kündigungsrechte zu einer Benachteiligung der Versicherten. So kann die Versicherung bei Eintritt jedes Schadens kündigen, die Versicherten aber nur, wenn der Versicherer eine Leistung zu Unrecht verzögert oder abgelehnt hat.

Die oberösterreichische Arbeiterkammer hat angekündigt, in einem Musterverfahren gegen diese für KonsumentInnen nachteiligen Klauseln vorzugehen.

Quelle: AK OÖ

 

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