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Steuerreform 2004 - 2005

Pro und Contra im Detail

Unter dem Motto "Weniger Steuern. Mehr fürs Leben." wurde am 12. Jänner 2004 von Finanzminister Grasser und Staatssekretär Finz die zweite Etappe der Steuerreform der Öffentlichkeit präsentiert. Lt. Aussage von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist der Regierung damit "ein großer Wurf" gelungen. Die Netto-Entlastung für Haushalte und Betriebe soll rund drei Milliarden Euro betragen. Das wäre ungefähr so viel, wie das Volumen der drei Steuerreformen 1989, 1994 und 2000 zusammen.

Ziele der Steuerreform sind eine Erhöhung der Kaufkraft, Entlastung der Familien, Verbesserung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich, eine Erhöhung der Eigenkapitalbasis der Betriebe sowie eine Vereinfachung des Steuersystems. Gegenfinanzierung durch anderweitige Belastungen soll es lt. Finanzminister Grasser keine geben. Am Budgetziel eines Defizits von 1,7 Prozent (2004) und 1,5 Prozent (2005) wird festgehalten.


Nachfolgend sehen Sie die Eckpunkte der Steuerreform 2005 im Detail:

  • Bei der Lohn- und Einkommenssteuer gibt es in Zukunft drei statt derzeit vier Tarifstufen: 23 Prozent für Jahreseinkommen von 25.000 Euro, 33,5 Prozent bei 51.000 Euro und darüber bleibt der bisherige Spitzensteuersatz von 50 Prozent erhalten.

  • Keine Lohn- und Einkommenssteuerpflicht besteht ab 1.1.2005 bis zu folgenden Bruttojahreseinkommen: Arbeitnehmer 15.770 Euro, Selbständige 10.000 Euro, Pensionisten 13.500 Euro. Nach Schätzung des Finanzministeriums betrifft dies rund 2,5 Millionen Österreicher.

  • Der Körperschaftssteuersatz (KöSt) wird von 34 auf 25 Prozent gesenkt, was dem Budget eine knappe Milliarde Euro kosten wird. Die Regierung hofft, damit einen deutlichen Anreiz in Richtung Unternehmen zur Förderung des Wirtschaftsstandortes Österreich zu setzen.

  • Die Schaumweinsteuer wird auf 0 % herabgesetzt und die Biersteuer von 2,08 Euro auf 2 Euro gesenkt.

  • Bereits ab 1. Jänner 2004 gilt der Kinderzuschlag zum Alleinverdienerabsetzbetrag. Dieser beträgt für das erste Kind 130 Euro, für das zweite 175 Euro und für jedes weitere Kind 330 Euro pro Jahr.

  • Auch die Anhebung der Zuverdienstgrenze beim Alleinverdienerabsetzbetrag von 4.400 auf 6.000 Euro und die 15-prozentige Anhebung der Pendlerpauschale sind bereits seit 1.1.2004 in Kraft.


In der folgenden Tabelle finden Sie einige Berechnungsbeispiele:


mtl. Brutto-Einkommen
bisherige Steuer/Jahr
Steuer ab 2005
Entlastung




.
AlleinerzieherIn mit 2 Kindern
1.300
862
-14
876




.
Arbeiterehepaar ohne Kind
Mann 2.300
Frau 1.200
5.481
4.674
807




.
Selbständige(r) / AlleinverdienerIn
Jahreseinkommen
32.000
8.931
8.438
493




.
Alleinstehende(r) /
PensionistIn
1.000
788
144
644




.
AlleinerzieherIn mit 1 Kind
1.400
1.176
538
638

Quelle: Bundesministerium f. Finanzen


Die Opposition beurteilt die Steuerreform naturgemäß etwas negativer und kritisiert vor allem folgende Punkte:

  • Die über zwei Millionen Bezieher von Kleinsteinkommen, die schon jetzt keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, gehen leer aus.

  • Es kommt zu keiner Senkung der Lohnnebenkosten.

  • Kinderreiche Alleinverdiener profitieren vom Kinderzuschlag zum AVAB, Familien mit zwei Einkommen nicht.

  • Die Kapitalgesellschaften werden nach Meinung der Opposition mit zu hohen Steuergeschenken bedacht.

  • Da die Regierung eine Gegenfinanzierung durch andere Steuer- oder Beitragserhöhungen ausgeschlossen hat, wird ein Anstieg des Budgetdefizits befürchtet.


Die Regierungsvorlage zur Steuerreform 2005 geht nun in die Begutachtung, eine Beschlussfassung im Parlament ist für Juni geplant.


Was denken Sie: sind die getroffenen Maßnahmen in Ordnung und ist die aktuelle Steuerreform wirklich der "große Wurf", von dem die Regierung spricht? Oder sind die Ansätze verfehlt und wir riskieren dadurch ein höheres Budgetdefizit, wie die Opposition meint? Sagen Sie uns Ihre Meinung!


 

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