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Santander Bank : AK kritisiert Kredit-Vergabe

Zum Kredit werden teure Versicherungen mit verkauft.

29.04.2009

Wenn andere Banken keinen Kredit mehr geben, "hilft" die spanische Santander Bank vielleicht doch noch. Die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) kritisiert jedoch, dass die Kunden damit weiter in die Schuldenfalle getrieben werden. Versicherungspakete, die mit dem Kredit "verkauft" werden, verursachen hohe Rückzahlungssummen. So ergab sich in einem Fall bei einer Kreditsumme von 9.095 Euro ein Versicherungsaufwand von 2.493,90 Euro. AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder kritisiert diese Geschäftspraxis und warnt davor, sich auf derartige Verträge einzulassen.

Die spanische Santander Bank ist seit Kurzem auch in Österreich aktiv. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt auf der Kreditvergabe für Warenfinanzierung und Schuldenzusammenlegungen in Zusammenarbeit mit Privatkreditvermittlern. In der Werbung preist sie sich als unbürokratisch und problemlos bei der Kreditvergabe an. "Leider stellt sich wieder einmal heraus, dass alles, was als derart problemlos hingestellt wird, den Konsumenten teuer zu stehen kommt", sagt AKNÖ-Bankenexperte Ernst Hafrank. Ihm liegen Kreditverträge vor, die das beweisen sollen.

In allen Fällen wurde zum Kredit ein Versicherungspaket zu geschmalzenen Preisen mit verkauft. "Da ist eine Kreditrestschuldversicherung, eine Unfallzusatzversicherung, eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung und auch eine Versicherung, die bei Arbeitslosigkeit schlagend wird, dabei. Die Prämien für die Versicherungspakete, die bei ausländischen Versicherungsgesellschaften polizziert sind, werden über das Kreditkonto finanziert, wodurch die Kreditzinsen auch auf die Versicherungsprämien angerechnet werden. Damit erhöhen sich die Kreditkosten dramatisch. Aus einem Rechnungszinssatz von 6 Prozent werden so schnell Gesamtzinsen von über 12 Prozent pro Jahr. Mit allen Nebenspesen ergibt sich vor allem durch die exorbitant hohen Versicherungsgebühren eine sehr hohe Effektivverzinsung. In Zeiten der niedrigen Kapitalmarktzinsen reden wir hier von zwölf Prozent und mehr", erklärt Hafrank. Außerdem würden an Bearbeitungsgebühren 3,5 bis 4 Prozent verrechnet, üblich sei eine Bandbreite von 1 bis max. 3 Prozent der Kreditsumme.

Die Arbeiterkammer NÖ rät allen Menschen in finanzieller Notlage, sich an die Schuldnerberatungsstellen zu wenden. "Der Spruch, es gibt immer einen Ausweg, ist zwar banal, aber er ist meist doch richtig. Besser jedenfalls, die Konsumenten fragen bei uns oder der Schuldnerberatung nach, bevor sie solch Existenz gefährdende Kreditverträge unterschreiben", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder dazu.

Quelle: AKNÖ, ots

 

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