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Wiederholte Produktwarnung als Empfehlung erinnert

Besonders ältere Menschen werden dadurch Opfer von Betrügereien

Nicht immer halten Produkte, was die Werbung oder die Angaben auf der Verpackung versprechen. Manchmal kommt es sogar vor, dass Produkte wegen gefährlicher Inhaltsstoffe oder Produktionsfehlern zurückgerufen oder ganz aus dem Verkauf genommen werden. Konsumentenschutzverbände warnen regelmäßig vor solchen Waren, aber auch vor Produkten und Angeboten, die rechtlich oder moralisch fragwürdig sind.

Eine amerikanische Wahrnehmungsstudie hat jetzt aber ergeben, dass Produktwarnungen bei mehrmaliger Wiederholung auch einen gegenteiligen Effekt haben können: sie werden vom Gehirn als Produktempfehlungen erinnert. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen, haben die Forscher der University of Michigan herausgefunden.

Die Konsumentenforscher dokumentierten den paradoxen Effekt von Warnungen anhand von Experimenten. "Je öfter wir den Probanden sagten, dass eine von uns aufgestellte Behauptung falsch ist, desto wahrscheinlicher war es, dass sie nach Ablauf einiger Tage von den Testpersonen als wahr erinnert wurde", erklärt Carolyn Yoon, die Leiterin der Studie. Ähnlich verhält es sich mit Behauptungen, von denen nicht sicher feststeht, ob sie wahr oder falsch sind. Auch sie werden als wahr erinnert.

Zurückzuführen ist dieses Phänomen auf die Speicherbedingungen des menschlichen Langzeitgedächtnisses. Dieses verbindet komplexe Informationen mit vorangegangenen, ähnlichen Informationen. Doch der Kontext und die speziellen Charakteristika einer Information werden nach einer bestimmten Zeit vergessen und übrig bleibt nur die Basisinformation. Darum erinnert sich der Konsument nicht an die wiederholten Warnungen vor einem Produkt, sondern nur noch an die Marke selbst, erklären die Forscher. Besonders ältere Personen sind durch das Nachlassen der Gedächtnisleistung davon betroffen.

Die Forscher erachten die Ergebnisse der Studie als sehr bedeutsam für die Prävention von Betrügereien. "Für ältere Menschen kann die verminderte Merkfähigkeit problematisch werden. 80 Prozent der Opfer von Betrügereien sind Menschen über 65, darum besteht Handlungsbedarf beim Schutz älterer Konsumenten", erklärt Yoon. Denn diese als gefährlich eingestufte Kommunikationsstrategie wird oft gezielt von großen Konzernen und auch von Behörden eingesetzt, erklären die Forscher.

Quelle: pte

 

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