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Paket-Zustelldienste im Test

Probleme bei jeder zweiten Zustellung

24.08.2006

Laut einem Test der Arbeiterkammer Wien treten bei jeder zweiten Paketzustellung Pannen auf. Entweder werden die Geschäftsbedingungen missachtet, wenn etwa das Paket vor der Wohnungstür abgelegt wird, obwohl der Konsument das gar nicht will. Oder es gibt andere Schwierigkeiten bei der Zustellung, etwa wenn der Empfänger über eine Abgabe des Paketes beim Nachbarn nicht informiert wird. Die AK hat die Zustellung von 20 Paketen in Wien bei fünf Paketdiensten im Juni und Juli 2006 getestet.

"Ein Benachrichtigungszettel nach einem erfolglosen Zustellversuch ist üblich, wird aber nicht immer da gelassen", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz, "schriftlich benachrichtigt sollte jedenfalls werden." Außerdem sollte die Benachrichtigung gut sichtbar angebracht sein, keinesfalls unter der Türmatte oder bei Einfamilienhäusern in Hecken neben der Haustür. Wird das Paket beim Nachbarn abgegeben, sollte ebenso eine schriftliche Benachrichtigung an der Wohnungstür des Empfängers gut sichtbar angebracht werden, das ist entgegen den Auskünften an den Anbieter-Hotlines in der Praxis aber auch nicht immer der Fall.

Die Post stellt ein Paket in der Regel einmal zu, weil sie ein sehr dichtes Filialnetz hat. Nach einer erfolglosen Zustellung wird der Empfänger mittels Benachrichtigungszettel verständigt, auch dann, wenn das Paket beim Nachbarn abgegeben wird. GLS, DPD, DHL und UPS stellen ein- bis dreimal zu, weil sie wenig Abholstellen in Österreich haben.

Der AK Test zeigt: In elf von 20 Fällen (55 Prozent) erfolgte die Zustellung nicht vertragsgemäß oder war mit Schwierigkeiten verbunden. So wurde bei jeder fünften Zustellung gegen die Vertragsbedingungen verstoßen, wenn etwa das Paket vor der Wohnungstür abgelegt wurde, und das ohne die dafür vorgesehene vorherige schriftliche Zustimmung des Konsumenten. Bei sieben von 20 Zustellungen (35 Prozent) erfolgte die Lieferung nicht ganz ohne Probleme. Beispielsweise wurde etwa der Empfänger von der Ersatzzustellung bei Nachbarn nicht benachrichtigt. Lediglich bei neun Sendungen (45 Prozent) passte die Zustellung.

Bei der Post erfolgte die Paketzustellung in zwei von vier Fällen ohne Schwierigkeiten. In einem Fall wurde gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen: Es gab keinen Benachrichtigungszettel, dass das Paket beim Nachbarn abgegeben wurde. Das erfuhr der Testempfänger erst vom Nachbarn selbst. "Die Post hat die verpflichtende Benachrichtigung über die Abgabe bei Wohnungs- oder Hausnachbarn in ihren Geschäftsbedingungen geregelt", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Problematisch war die Zustellung in einem Fall, es wurde der Benachrichtigungszettel in der Hecke neben der Haustür hinterlegt und erst beim Heckenschnitt entdeckt.

Bei GLS war nur eine von vier Zustellungen in Ordnung. Zweimal wurde nicht vertragskonform zugestellt: Einmal wurde das Packerl ohne Zustimmung des Verbrauchers vor der Wohnungstür abgelegt. GLS bietet auf der Hinterseite des Benachrichtigungszettels eine Abstellerlaubnis an. "Das heißt, wenn der Empfänger den Zettel ausfüllt und unterschreibt und an die Wohnungstür klebt, darf das Paket vor der Tür abgestellt werden", erklärt Glatz, "aber nur dann." Ein anderes Mal wurde eine Person mit demselben Familienamen, aber anderer Adresse als der Testempfänger, aus dem Telefonbuch ausgewählt und ein Zustelltermin vereinbart, ohne dem Testempfänger eine Benachrichtigung zu hinterlassen oder einen erneuten Zustellversuch durchzuführen. Probleme bereitete eine andere Zustellung, weil das Paket ohne Benachrichtigung beim Nachbarn hinterlegt wurde.

Bei DPD waren zwei von vier Zustellungen pannenfrei. Bei zwei Sendungen gab es Schwierigkeiten: Einmal wurde das Packerl beim Nachbarn hinterlegt, ohne den Empfänger zu informieren. Beim zweiten Mal wurde die Benachrichtigung an der Gegensprechanlage am Haus angebracht, obwohl das Paket beim Nachbarn abgegeben wurde und der Zusteller im Haus war, so hätte er den Zettel eigentlich an die Wohnungstür kleben müssen.

Bei UPS waren zwei von vier Packerllieferungen okay. Einmal wartete das Packerl vor der Wohnungstür, was nicht den Geschäftsbedingungen von UPS entspricht. Und in einem Fall gab es Probleme, weil das Packerl beim Nachbarn abgegeben wurde, ohne den Empfänger darüber zu informieren.

Auch bei DHL kamen zwei von vier Sendungen ordentlich an. Die anderen zwei bereiteten den Empfängern Probleme: Die Testpersonen erhielten trotz Zustellversuch nicht die telefonisch in Aussicht gestellte Benachrichtigung.

Die AK hat zusätzlich auch telefonisch Infos über das Zustellservice der einzelnen Hersteller erhoben und die jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen geprüft. Alle diese Infos können Sie hier als pdf von der AK-Webseite herunterladen ...

Quelle: AK

 

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