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AK Test: Handwerker-Preise in Wien

Preise vergleichen; vor allem bei den Fahrtkosten sind Einsparungen möglich


11.08.2011

Bildquelle: aboutpixel.de / werkzeug © mr.nico
Wer einen Elektriker, Glaser, Schlosser oder Installateur braucht, muss tief in die Tasche greifen. Zum reinen Handwerker-Stundensatz kommen meist noch die Fahrtkosten und/oder ein Fahrzeugpauschale hinzu - manchmal kommt es auch darauf an, ob Kunde und Betrieb im gleichen Bezirk sind oder nicht. Wer einen Notdienst ruft, zahlt noch kräftiger - je nachdem, ob er außerhalb der Betriebszeiten, am Sonn- oder Feiertag kommt. Das zeigt ein AK Test bei zwölf Elektrikern, 16 Glasern, 13 Schlossern, 38 Installateuren, Thermen-Werkskunden- und Notdiensten in Wien.

Der reine Stundensatz für einen Elektriker-Monteur beträgt durchschnittlich rund 69 Euro (55,50 bis 84 Euro). "Zehn der zwölf Betriebe, also 83 Prozent, geben an, für die Wegzeit die Arbeitszeitkosten zu verrechnen", sagt AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina. "Davon verlangen acht zusätzlich ein Fahrzeugpauschale von 10,20 bis 32,40 Euro im Raum Wien." Zwei (17 Prozent) der zwölf stellen ein Fahrtkostenpauschale von 45 bis 50 Euro in Rechnung. Als Mindestarbeitszeit werden im Schnitt 28 Minuten verrechnet, auch wenn nur 15 Minuten gearbeitet wird.
 
Der reine Stundensatz für einen Glaser beträgt im Durchschnitt 66 Euro (fast 58 bis 80 Euro). "Da kommt noch die Wegzeit hinzu. Überdies kommt es darauf an, ob die Wohnung im gleichen oder einem anderen Bezirk als der Betrieb liegt", weiß Delapina. Konsumenten müssen für eine Glaser-Facherbeiterstunde inklusive einer viertel Stunde Wegzeit und Fahrkosten im eigenen Bezirk mit 58 bis 124 Euro rechnen, außerhalb des Bezirks mit 90 bis 156 Euro. Soll der Glaser-Notdienst außerhalb der Betriebszeiten kommen, gibt es einen 50-prozentigen Zuschlag, an Sonn- und Feiertagen 100 Prozent. Im schlimmsten Fall kann an einem Feiertag eine Stunde Glaser Notdienst, wenn Konsumenten nicht im gleichen Bezirk wie der Glaser wohnen, bis zu 233 Euro kosten.
 
Schon mal passiert? Die Tür hat einen Knauf, fällt ins Schloss und der Schlüssel steckt innen? Ein Aufsperrdienst im gleichen Bezirk, in dem der Kunde wohnt, verlangt mit Aufsperren und Fahrtkosten durchschnittlich 89 Euro (60 bis 105 Euro). Müssen die Aufsperrdienste in einen anderen Bezirk ausrücken, verlangen sie im Schnitt 96 Euro (ohne Materialkosten).

Eine Monteurstunde eines Gas-Wasser-Installateurs kostet knapp 67 bis 82 Euro. Hinzu kommen noch die Fahrtkosten. Die meisten verrechnen für die Wegzeit die Arbeitszeit, von ihnen schlägt ein Großteil noch zusätzlich ein Fahrzeugpauschale drauf.
 
Der Thermen-Werkskundendienst hat einen Stundensatz von 67 bis 98 Euro. Alle geprüften Werkskundendienste verrechnen zusätzlich ein Fahrtkostenpauschale - im Schnitt 70 Euro innerhalb Wiens und der Wiener Umgebung bis 25 Kilometer.

Eine Installateur-Notdienststunde kostet 60 bis 95 Euro. Wer den Notdienst am Sonntag ruft, muss mit 153 bis 246 Euro rechnen, wenn sich der Betrieb im gleichen Bezirk wie der Konsument befindet. Darin enthalten sind eine Monteurstunde, der 100-prozentige Zuschlag, maximal eine viertel Stunde Wegzeit, ein Kfz- oder Fahrtkostenpauschale.

AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina rät, "die Preise zu vergleichen und mehrere Angebote einzuholen. Bei den Fahrtkosten sollten sich die Konsumenten genau erkundigen, was verrechnet wird."  Tipps der AK Konsumentenschützer:

  • Bedenken Sie bei den Fahrtkosten, dass bei Wegzeit ist gleich Arbeitszeit der Stundensatz verrechnet wird. Wählen Sie daher eher einen Handwerker in Ihrer Nähe aus und erkundigen Sie sich nach den Fahrtkosten für die Nahzone.

  • Manche Firmen haben auch ein Fahrzeugpauschale, das eventuell günstiger sein kann als der verrechnete Stundensatz für die Wegzeit.

  • Fragen Sie bei Notdiensten nach Abend-, Nacht-, Wochenend-, Sonn- und Feiertagszuschlägen. Die Geschäftszeiten sind nicht bei allen Betrieben gleich!

  • Für einen Kostenvoranschlag müssen Sie nur bezahlen, wenn Sie vorher darauf hingewiesen wurden.

  • Ein Kostenvoranschlag gilt als verbindlich, wenn nicht ausdrücklich das Gegenteil (also unverbindlich, circa, ungefähr) erklärt ist.

  • Bei einem verbindlichen Kostenvoranschlag darf der Betrieb nicht mehr verrechnen, wenn er falsch kalkuliert hat. Bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag muss der Betrieb vorher mit Ihnen Rücksprache halten, sollten die Kosten für die Arbeit beträchtlich höher sein als im Voranschlag, also mehr als zehn bis 15 Prozent.

Quelle: AK Wien, ots

 

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