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Begräbnis-Kosten: Ein Preisvergleich würde sich lohnen

Wenn es um die Frage geht, was eine Beerdigung in etwa kosten könnte, herrscht bei den Bestattern große Zurückhaltung.


25.10.2017

Über den Tod red' ma ned. Sich mit der eigenen Sterblichkeit und der seiner Lieben auseinanderzusetzen, ist keine einfache Übung. Das gilt für Ältere oder Sterbende genauso wie für ihre Angehörigen. Zu groß ist die Furcht, nicht die richtigen Worte zu finden, den anderen zu verstören oder zu verletzen. Irgendwann ist aber kein Gespräch mehr möglich und aus Familienmitgliedern werden Hinterbliebene, die eine Beerdigung organisieren müssen - oft ohne zu wissen, welche Art der Verabschiedung sich der Verstorbene gewünscht hätte.

Wer schon zu Lebzeiten den Ablauf seiner Verabschiedung festlegt, wird nicht nur so beerdigt, wie er es sich wünscht, sondern er entlastet auch die Angehörigen und vermeidet unnötige Kosten. Welche Bestattungsarten möglich sind und welche Kosten anfallen, sind die Fragen, denen der Verein für Konsumenteninformation (VKI) jetzt nachgegangen ist. Zudem hat der VKI das Thema Bestattungsvorsorge beleuchtet und sich angesehen, welche Möglichkeiten bestehen, den Hinterbliebenen die finanzielle Last zu erleichtern.

Der Tod eines geliebten Menschen ist eine emotionale Ausnahmesituation, da beschäftigt sich kaum jemand mit Preisvergleichen. Vielen erscheint es auch pietätlos, angesichts des Todes eines Menschen an Geld zu denken. Hinzu kommen noch der Zeitdruck und die fehlende Transparenz des Angebotes. Denn selbst wer es schafft, die Sache nüchtern anzugehen, hat einen schweren Stand. Spätestens wenn es um die Frage geht, was eine Beerdigung in etwa kosten könnte, herrscht bei den Bestattern große Zurückhaltung. Der VKI hat an 85 zufällig ausgewählte Unternehmen Fragebögen zu Leistungen und Preisen versendet, aber trotz zusätzlicher Nachfrage waren nur 23 davon bereit, zumindest teilweise Auskunft zu geben. Und selbst bei diesen gab es bezüglich der konkreten Kosten nur spärliche Informationen.

Nach den wenigen Rückmeldungen auf die offizielle Anfrage, startete der VKI einen zweiten Anlauf. Dabei wurde angegeben, dass es demnächst einen Todesfall in der Familie geben werde und man um eine Kostenangabe für eine Feuerbestattung und eine Urnenbeisetzung im bereits bestehenden Familiengrab bitten würde. Darauf antworteten immerhin 62 der befragten Bestatter, allerdings schickten auch hier nur 21 Unternehmen Informationen mit Preisangaben. Die anderen baten um Rücksprache, weil Kostenangaben nur nach Bekanntgabe der genauen Wünsche für die Beerdigung möglich seien. Bei den wenigen, die sich deklarierten, war die Preisspanne erheblich. Beispielweise reichte die Bandbreite für die gewünschte Feuerbestattung von 1.600 bis über 6.000 Euro.

"Auf unsere Fragen bekamen wir praktisch immer dieselbe Antwort: Jedes Begräbnis sei individuell. Eine Kostenangabe, ohne die Kundenwünsche zu kennen, sei nicht möglich", erzählt VKI-Projektleiterin Gabi Kreindl. "Nur bei ganz wenigen Bestattern lässt sich auf ihrer Homepage nachlesen, was sie für ihre Dienstleistungen verlangen. Dabei muss in jedem Bestattungsinstitut eine Liste mit den Kosten für Standardleistungen ausgehängt sein - aber wer hat im Trauerfall schon die Nerven, mehrere Bestatter aufzusuchen um vor Ort ausgehängte Preislisten zu vergleichen."

Den ausführlichen Bericht einschließlich der Interviews mit Herrn Franz Nechansky (Bundesinnungsmeister der österreichischen Bestatter) und Herrn Dr. Theodor Thanner (Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde) finden Sie in der Novemberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT (ab 25.10. erhältlich) und auf www.konsument.at.
Tipp: "Alles geregelt - Das KONSUMENT-Vorsorgebuch".
Die 2. Auflage ist beim VKI um 19,90 Euro erhältlich.

Quelle: VKI