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Sorglos : Abbuchung jahrelang vom falschen Konto

Konsumentenschützer empfehlen: Kontoauszüge immer genau überprüfen

10.02.2006

Mit einem Fall der besonderen Art wurden die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer jüngstens konfrontiert: Ein Kunde schloss vor ca. 10 Jahren bei der Zürich Versicherung einen Versicherungsvertrag ab. Der Versicherungsnehmer ermächtigte das Unternehmen, die Prämie direkt von seinem Girokonto bei der Sparkasse Wr. Neustadt abzubuchen. Durch eine Kette von Fehlern und Versäumnissen wurde jahrelang Geld vom Konto eines unbeteiligten Kunden der Sparkasse Baden abgebucht. Damit so etwas nicht passieren kann, raten die AKNÖ-Konsumentenschützer daher dringend, Kontoauszüge immer genau zu kontrollieren.

Viele Zufälle sind zusammengekommen, damit dieser Fall entstehen konnte: Ein Konsument aus dem Raum Wr. Neustadt schloss bei der Zürich Versicherung einen Versicherungsvertrag ab. Er gab dem Unternehmen eine Einziehungsermächtigung, damit die Versicherungsprämie direkt von seinem Konto bei der Wiener Neustädter Sparkasse abgebucht werden konnte. Wo der Fehler zustande kam, kann heute nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden, Tatsache ist, dass die Verrechnungsstelle der Versicherungsgesellschaft die Jahresprämie zwar von der richtigen Kontonummer, aber von der falschen Bankstelle mit einer anderen Bankleitzahl abbuchte. Das scheinbar Unmögliche passiert: Bei der Sparkasse Baden gibt es ein Girokonto mit exakt derselben Kontonummer - allerdings lautet es auf einen anderen Kunden. Und hier kommt es zu dem zweiten Fehler: Im Zahlungsverkehr der Sparkasse Baden wird es verabsäumt sich zu vergewissern, ob die von der Zürich angegebene Kontonummer mit dem Kontoinhaber übereinstimmt.

Herr P., von dessen Konto die Versicherungsprämie fälschlicherweise jahrelang abgebucht wurde, kommt bei der Überprüfung eines Kontoauszuges drauf, dass 45,91 Euro von seinem Konto mit der Buchungszeile "Zürich Bündelversicherung" abgebucht wurden. Da er keine Versicherung bei diesem Unternehmen abgeschlossen hatte, machte Herr P. sich daran, die Kontoauszüge der vergangenen Jahre zu kontrollieren. Er entdeckte, dass er diese Bündelversicherung mindestens seit dem Jahr 2001 bezahlte. So lange reichen seine Unterlagen zurück. "Das ist die dritte Verfehlung - der Konsument kontrollierte seine Kontoauszüge immer nur sporadisch und oberflächlich, und nur so konnte es dazu kommen, dass jahrelang fälschlicherweise von seinem Konto abgebucht wurde", so der AK-Bankenexperte Dipl.Päd. Günther Glogowatz.

Der Konsument wandte sich daraufhin an seine Bank: "Der zuständige Sachbearbeiter war sich keiner Schuld bewusst und empfahl Herrn P., sich an die Zürich zu wenden", erzählt der AKNÖ-Konsumentenschützer. Diesem Rat folgend, setzte sich Herr P. mit der Versicherung in Verbindung. Dort bot man ihm äußerst geschäftstüchtig an, die bis dato bezahlten Prämien gleich für einen neuen Versicherungsvertrag anzurechnen. Der Konsument sollte nur mehr mit der nächsten Filiale der Zürich in Kontakt treten, um einen Versicherungsvertrag abzuschließen. Anstatt sich an die Versicherung zu wenden, holte Herr P. jedoch Rat bei den AK-Konsumentenberatern ein. Diese intervenierten bei der Sparkasse Baden. In einer ersten Stellungnahme hieß es, dass jede Kontonummer nur einmal im gesamten Sparkassenverband vergeben werde. Der Ombudsmann der Sparkasse Baden nahm sich der Sache an und stellte fest, dass in diesem Fall wirklich zweimal die selbe Kontonummer in zwei verschiedenen Sparkassen mit zwei unterschiedlichen Kontoinhabern existierte. Die einzige Unterscheidung der Bankverbindung lag in den unterschiedlichen Bankleitzahlen. Herr P. bekam von der Sparkasse Baden insgesamt 487 Euro zurück. Die Sparkasse fordert nun ihrerseits den zu Unrecht überwiesenen Betrag von der Zürich Versicherung zurück. "Die Höhe des Rückzahlungsbetrages lässt darauf schließen, dass die Versicherungsprämie nicht erst seit 2001, sondern seit gut zehn Jahren vom Konto des Herrn P. abgebucht wurde", so Günther Glogowatz. Damit so etwas gar nicht erst passieren kann, rät er daher allen Konsumenten, die über ein Bankkonto verfügen, ihre Kontoauszüge laufend zu überprüfen. Sollte es zu Unklarheiten kommen, gilt es, sofort Kontakt mit der Bank aufzunehmen und Einspruch gegen den Kontostand zu erheben.

Quelle: AKNÖ

 

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