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Watchlist Internet warnt Konsumenten vor Internet-Betrügern

Info-Plattform will österreichische Internetnutzer vor Online-Betrug schützen.


07.07.2014

Unter dem Titel Watchlist Internet hat der Internet Ombudsmann im Juli 2013 eine Info-Plattform gestartet, auf der österreichische Konsumenten tagesaktuelle Warnungen und Tipps im Umgang mit Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen abrufen können. Bereits 418.000 Besucher haben sich im ersten Jahr auf der Watchlist Internet informiert. Die aktuellen Hauptprobleme: Gefälschte Rechnungen, betrügerische Handelsplattformen, Fake-Shops und Immobilien-Betrug. Der Trend geht in Richtung "Emotionale Fallen" und zunehmende Professionalisierung der Online-Betrüger.

Auf der Watchlist Internet finden Konsumenten vor allem Antworten auf folgende Fragen:

  • Handelt es sich in einem konkreten Fall (z. B. bei einer bestimmten Website oder bei einer E-Mail) um Betrug?
  • Was kann ich tun, wenn ich in eine Betrugsfalle getappt bin?
  • Wie kann ich mich vor Betrugsfallen schützen?

Über ein Meldeformular können Internet-User Betrugsfälle oder Online-Fallen selbst melden und so die Aufklärungsarbeit aktiv unterstützen. Insgesamt sind bisher mehr als 4.850 Meldungen von Usern eingegangen, die eine wichtige Grundlage für die täglich aktualisierten Warnungen der Watchlist Internet sind.

Mit der steigenden Professionalität der Betrüger ist 2013 vor allem die Verbreitung von "Fake-Rechnungen" explodiert: In E-Mails wird auf den vermeintlichen Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages hingewiesen und eine Zahlung unter Androhung rechtlicher Schritte gefordert. Details zu der Bestellung und die Zahlungsdaten finden sich angeblich in einer angehängten Datei. Häufig werden auch bekannte Unternehmen als Auftraggeber und erfundene Inkassobüros oder Anwaltskanzleien als Absender angeführt. In Wirklichkeit werden die Rechnungen von Betrügern verschickt und die angehängten Dateien enthalten gefährliche Schadsoftware. Die Schadsoftware wird meistens von den Tätern genutzt, um geheime Kontodaten auszuspionieren oder die betroffenen Rechner zum Angriff auf fremde Websites zu missbrauchen. Auch "Lösegeldtrojaner", wodurch der Computer des Opfers gesperrt wird, bis dieses einen gewissen Geldbetrag an die Betrüger überwiesen hat, oder "Facebook-Würmer" befinden sich häufig in den E-Mail-Anhängen.

Das zweite Hauptthema bei den Online-Fallen waren betrügerische Handelsplattformen. Durch ihre Gestaltung erwecken die Websites den Eindruck, man könne dort Waren zu sehr günstigen Preisen erwerben. Um die Angebote einsehen zu können, ist allerdings zuerst eine Anmeldung erforderlich. Sichtbare Hinweise auf eine etwaige Kostenpflicht fehlen. Lediglich in den AGB sowie im Kleingedruckten wird auf die Anmeldegebühren, die in den meisten Fällen 480 Euro für 24 Monate betragen, hingewiesen. Die Betreiber der Websites geben vor, sich ausschließlich an Unternehmer zu wenden. Deshalb wird diese Falle auch als "B2B-Abzocke" bezeichnet. In Wirklichkeit werden aber gezielt Konsumenten über Werbung auf Facebook auf die Websites weitergeleitet und nach erfolgter Anmeldung mit Zahlungsaufforderungen und Mahnungen konfrontiert. In diesen Fällen ist davon auszugehen, dass kein gültiger Vertrag zustande gekommen ist.

Aktuelle Fälle zeigen auch, dass sich Betrüger immer häufiger der "emotionalen Ebene" bedienen. Dabei nehmen sich Betrüger mehr Zeit für ihre Opfer und versuchen durch den Aufbau von Vertrauen an ihr Ziel zu kommen. Die "klassischen" Heiratsschwindler (Love-Scams), Sex-Betrug via Video-Chat, Tierkauf über Kleinanzeigen-Plattformen und sogar Betrug bei Kinderadoptionen sind nur einige Beispiele dafür.

Auch die Hinterbliebenen einer kürzlich verstorbenen Person
geraten in das Visier der Betrüger. Den Hinterbliebenen werden Rechnungen von Internet-Pornodiensten geschickt, die der/die Verstorbene angeblich kurz vor dem Tod konsumiert haben soll. Aus Scham und der hochprofessionellen Vorgehensweise der Betrüger werden die gefälschten Rechnungen meist bezahlt. Fake-Shops, Immobilien- bzw. Treuhand-Betrug über Kleinanzeigen-Plattformen, Phishing-Mails und Markenfälscher waren im letzten Jahr ebenfalls Dauerbrenner.

Die Watchlist Internet finden Sie unter www.watchlist-internet.at.

Quelle: ots

 

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