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Urlaubsfotos schnell mal ins Internet gestellt - Vorsicht Fallen!

Wie Sie mit digitalen Fotos in der Cloud und in sozialen Netzwerken umgehen


18.07.2016

Ein Schnappschuss mit dem Smartphone, ab in die eigene Cloud, einige Minuten später kann das Foto die Familie daheim auf dem Tablet bewundern. Die Arbeiterkammer (AK) warnt allerdings, dass sich Plattformbetreiber oft weitgehende Nutzungsrechte an den Fotos einräumen und so die Kontrolle über die eigenen Bilder schnell verloren gehen kann.

"Wenn Sie Fotos ins Netz stellen, müssen Sie damit rechnen, dass in Sachen Urheberrechte viele der anbieterseitig diktierten Nutzungsbedingungen problematisch sind", sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. "Werfen Sie daher einen Blick in die Geschäftsbedingungen." Facebook etwa räumt sich umfassende Rechte an Bildern und sonstigen Inhalten von seinen Nutzern ein ("Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizensierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Inhalte, die du postest."). Vergleichbare Bedingungen sind auch bei Instagram zu finden. iCloud (Apple), Google Drive oder One Drive (Microsoft) räumen sich bzw. Dritten ebenfalls weitgehende Nutzungsrechte an urheberrechtlich geschützten Inhalten ihrer User ein. Der Dienst sofortcloud.com weist hingegen darauf hin, dass er dem österreichischen Datenschutzrecht unterliegt und Daten nur für die Diensterbringung genutzt werden.

Gehen Daten aufgrund von technischen Defekten oder Hackerangriffen verloren oder werden beschädigt, wird der Anbieter zwar (trotz häufiger Haftungsausschlüsse in den Geschäftsbedingungen) für Verschulden grundsätzlich haften. Ein schuldhaftes Verhalten (etwa mangelnde Sicherheit) ist aber schwer nachweisbar. "Es ist deshalb jedenfalls nicht ratsam, Fotos nur in den sozialen Netzwerken oder Cloud-Diensten zu sichern", so Zimmer. "Die Online-Tools dienen in erster Linie zum Teilen mit anderen. Empfehlenswert ist, auf mehreren externen Datenträgern Fotos zu archivieren."

Ein weiterer Problembereich: Mit dem im Internetzeitalter so einfach gewordenen Veröffentlichen von Fotos müssen User besser aufpassen, nicht ungewollt in eine Urheberrechtsfalle zu tappen, warnt die AK mit Blick auf zunehmende Beschwerdefälle. Oberstes Gebot: keine fremden Fotos verwenden. Wird nämlich nicht die Zustimmung des Rechte-Inhabers eingeholt, so drohen Abmahnungen, eventuell in der Höhe von mehreren tausend Euro. Das gilt übrigens auch für Landkarten.

Nachfolgend einige AK-Tipps, um böse Überraschungen zu vermeiden:

- Laden Sie in Cloud-Diensten und sozialen Netzwerken keine sensiblen Daten hoch. Sie geben dadurch ein Stück weit die Kontrolle aus der Hand, wer darauf Zugriff hat und was mit den Daten passiert.

- Veröffentlichte Fotos dürfen die abgebildeten Menschen nicht "bloßstellen" oder "herabsetzen". Haben Sie Zweifel, fragen Sie nach und holen eine Zustimmung der/des Betroffenen ein. Stellen Sie fremde Fotos ins Netz, müssen Sie immer die Zustimmung einholen - am besten schriftlich.

- Teilen Sie fremde Fotos im Internet, brauchen Sie grundsätzlich die Zustimmung des Urhebers. Bei im Internet hochgeladenen Fotos liegt nicht automatisch eine (stillschweigende) Einwilligung zur Nutzung durch Dritte vor. Wer in sozialen Netzwerken Inhalte teilt, stimmt jedenfalls zu, dass auch Dritte diese teilen dürfen.

- Fotos von urheberrechtlich geschützten Werken wie Gemälden, Plakaten oder Designermöbeln dürfen ohne Zustimmung nicht veröffentlicht werden.

- Museen oder Galerien dürfen frei darüber entscheiden, ob Sie als Besucher Fotos machen dürfen. Beachten Sie Hinweise auf Fotografierverbote.

- Wählen Sie ein sicheres Passwort und nutzen Sie die Sicherheitsvorkehrungen des Anbieters - die Zwei-Faktor-Authentifizierung (also zusätzlich zum Passwort eine weitere Authentifizierung, etwa per SMS) und die jeweiligen Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre.

- Speichern Sie Fotos nicht nur in Cloud-Diensten und sozialen Netzwerken ab. Richten Sie ein Backup ein - geeignet dazu ist eine externe Festplatte.

- Im Falle einer Abmahnung: Ignorieren Sie nie eine anwaltliche Abmahnung, sonst könnte ein teures Gerichtsverfahren drohen. Da die Schadenersatzforderungen oft überhöht sind, empfiehlt es sich, die AK, einen Anwalt/eine Anwältin oder den Internet Ombudsmann zu kontaktieren.

Quelle: AK Wien