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Test : Welches Handy ist für Senioren geeignet ?

Benutzerfreundlichkeit aktueller Modelle am "Konsument"-Prüfstand

Neun von zehn Österreichern nutzen bereits ein Handy – darunter auch eine Zielgruppe, die bisher eher als "handyscheu" galt: Senioren. Auch sie greifen neuerdings verstärkt zum mobilen Telefon.

Doch immer gefinkeltere Extras trüben nicht nur bei älteren Menschen die Lust an der Mobiltelefonie. Eine deutsche Studie zeigt: Quer durch alle Alters- und Bildungsschichten wünschen sich Konsumenten eine einfachere Bedienung der Geräte.

Handhabung und Benutzerfreundlichkeit ausschlaggebend

Das Verbrauchermagazin "Konsument" testet regelmäßig neue Handys. Im aktuellen Handytest waren aber erstmals nicht technische Kriterien für die Bewertung ausschlaggebend, sondern Handhabung und Benutzerfreundlichkeit der Geräte für ältere Menschen. Im Test: Neun Mobiltelefone, die Hersteller und Provider als "seniorentauglich" bzw. "noch am ehesten seniorentauglich" einstufen. Die Tester: Neun Personen – mit und ohne Handyerfahrung – im Alter zwischen sechzig und siebzig Jahren.

Kein Modell  "seniorentauglich"

Ernüchterndes Fazit des "Konsument"-Tests: Obwohl von den Anbietern entsprechend ausgelobt, erweist sich kein einziges Modell als herausragend "seniorentauglich". "Größter Schwachpunkt der Geräte sind ihre Handbücher: Sie strotzen vor englischen Fachbegriffen, unterlassen wichtige Bedienungsschritte und widersprechen sich bei Anleitung und Display", berichtet Franz Floss, Bereichsleiter Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformation.

Im Gesamturteil erreicht keines der untersuchten Handys ein "sehr gut". Fünf Modelle erzielen eine "gute" Bewertung, vier sind "durchschnittlich". "Da die Hauptfunktion – das Telefonieren – mit jedem Gerät gelingt, haben alle bestanden", erläutert Floss das Testergebnis.

Die Auswahl

Im aktuellen Handytest hatten Hersteller und Provider einen Startvorteil: Die Anbieter konnten selbst bestimmen, welche ihrer Modelle sie ins Rennen um den Titel "seniorentaugliches" Handy schicken. Aber nicht allen fiel die Entscheidung leicht: "Samsung" konnte oder wollte keine Auswahl treffen – also entschieden die "Konsument"-Tester.

Die Kandidaten mussten ihr Können dieses Mal nicht den "Konsument"-Testern beweisen, sondern die kritische Prüfung durch die eigene Zielgruppe bestehen. Neun Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren testeten neun Tage lang insgesamt neun Modelle von "LG", "Motorola", "Nokia", "Samsung", "Siemens" und "Sony Ericcson". Die zehnte Testperson – eine 77-jährige Frau – warf nach dem zweiten Gerät resigniert das Handtuch.

Die "Seniorentauglichkeit" der Geräte war in mehreren Punkten gefragt: Die Tester versuchten normales Nummern-Anwählen, Wählen über Telefonbuch, Telefonbuch einrichten, Meldungen abhören, Meldungen löschen, Kurzwahl einrichten und anwählen und bewerteten zudem die Brauchbarkeit der Ausstattung.

Viele Schwächen

Unverständliche und komplizierte Bedienungsanleitungen oder zu kleine Displays und Tasten – jedes Modell schwächelt, keines erfüllt die Bedürfnisse und Anforderungen der Tester ausreichend.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Die Hauptaufgabe – das Telefonieren – gelingt mit allen Modellen recht "gut", mit "Nokia 6170" sogar "sehr gut".
  • Die größten Probleme bereiten die Bedienungsanleitungen der Produkte: Sie bedienen sich vieler, nicht näher erklärter englischer Fachbegriffe oder unterschlagen gerne die Notwendigkeit, einen Schritt oder eine Programmierung durch Drücken der OK-Taste zu bestätigen. Häufigstes Ärgernis: Diskrepanzen zwischen Handbuch und Display eines Gerätes. So heißt es in der Anleitung Kurzwahl, am Handy Schnellwahl, hier Terminplaner, dort Organizer.
  • Als einziger Hersteller bietet "Motorola" eine Kurzfassung der Bedienungsanleitung. Allerdings: Diese greift gerade jene Funktionen – etwa Videoaufnahme/-call und MP3-Abspielen – auf, die üblicherweise meist geübtere, jüngere Handybesitzer anwenden.
  • Recht gut gelang den Senioren etwa das Anlegen des Telefonbuches oder Sprachmeldungen abhören und danach löschen. Schwierigkeiten bereitete hingegen das Einrichten der Kurzwahl. Sechs von neun Testpersonen hatten dabei gröbere Probleme, beim "LG L1100" und dem "Siemens A 65" scheiterten fast alle.
  • Die Tester kritisieren auch die Unübersichtlichkeit der Geräte. Nur "Nokia 6170" und "LG L 1100" punkten als einzige durchwegs mit "sehr guten" Ergebnissen bei diesem Prüfkriterium. Bei vielen Modellen ist dagegen das Display unübersichtlich, Schrift und Tasten sind zu klein. Außerdem ist bei den meisten Geräten wegen der zu geringen Kontrastwirkung die Lesbarkeit nicht ausreichend.
  • Was die meisten Tester besonders ärgerte: Die signifikant unterschiedliche Handhabung der Produkte.

Weniger ist mehr

Handyhersteller zeigen – aufgrund der immer größer werdenden kaufkräftigen Zielgruppe – durchaus Interesse an seniorengerechten Mobiltelefonen. Da aber ältere Menschen weniger telefonieren als jüngere Zeitgenossen und auch teure Zusatz- und Sonderoptionen wie Internetverbindung, Nachrichtendienste oder Foto- und Videofunktionen kaum nutzen, mangelt es derzeit noch an der Bereitschaft der Provider. "Die Bedürfnisse von Senioren werden nicht ausreichend berücksichtigt, weil sie für die Netzbetreiber zuwenig Profit abwerfen", kritisiert Floss. Dabei wird das vielfältige Angebot an Funktionen und Möglichkeiten, mit denen die Werbung gerne und lautstark lockt, nicht nur von älteren Menschen als durchaus verzichtbar empfunden.

Gutes Design für alle

Ältere Menschen wollen hauptsächlich telefonieren. Dafür benötigen sie Handys, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Vernünftige Tastatur.  Ein Joystick erleichtert Fehler. Telefone mit entsprechend großer Pfeiltastatur eignen sich daher besser.
  • Gute Lesbarkeit. Vernünftige Schrift- und Display-Größen erleichtern die Bedienung. Wichtig ist auch ein starker Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund am Display.
  • Übersichtliche Anordnung. Besonders für ältere Menschen ist es einfacher, wenn Menüfunktionen von oben nach unten in verbaler Form angeordnet sind und nicht kreuz und quer als Symbole über den Bildschirm verstreut sind.
  • Verständliche Kurzfassung. Nicht nur für Senioren, sondern auch für die große Zahl der "Nur-Telefonierer" leistet eine entsprechend gestaltete Kurzform der Bedienungsanleitung gute Dienste.

Service: Wo gibt’s die Handys aus dem Test?

Folgende Modelle sind derzeit mit Vertrag erhältlich (Stand 22.6.2005):

LG L 1100

Telering
Motorola C 975

Drei
Motorola RAZR V3

A1, One, T-Mobile
Nokia 1100

B-Free, Yesss!
Nokia 2600

A1, B-Free
Samsung SGH-D500

A1, One, T-Mobile
Sony Ericcson T 290i

T-Mobile Klax

"Nokia 6170" und "Siemens A 65" werden zur Zeit nicht als Vertragshandys angeboten.

Quelle: VKI

 

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