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Neue Methoden des Online-Nepps

Online-Service lockt zahlreiche User in die Falle

15.09.2006

Nachdem der Dialer-Missbrauch inzwischen Dank staatlicher Regulierungsmaßnahmen kein schnelles Geld mehr verspricht, beginnen sich neue Methoden des Online-Nepps zu etablieren. Oft wird beispielsweise versucht, einen Online-Service zu konstruieren, dessen Nutzung kostenpflichtig ist, wobei allerdings auf die entstehenden Kosten nicht mit der notwendigen Deutlichkeit hingewiesen wird. Fast schon idealtypisch für diese Kategorie ist ein Service, der in den letzten Tagen unerwünschte Werbebriefe verschickt, weil der Empfänger sich angeblich auf einem der "Portale" des Absenders eingetragen hat. In der Subject-Zeile der Mails wird die forsche Frage "Bist Du Alkoliker?" gestellt.

Angesichts von geschätzten 4,3 Millionen Alkoholabhängigen in Deutschland wird diese Frage schon manchen Empfänger interessieren. Doch auf der Startseite der alkoholberatung.com muss man vor dem "Sofort-Test" zunächst einmal persönliche Angaben für den "Sofort-Zugriff" auf den Test machen. Und man muss natürlich bestätigen, die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert zu haben. Was - wenn man das tut - zum fluchtartigen Verlassen dieser Site führen sollte. Denn in den Bedingungen räumt sich der Anbieter nicht nur das Recht ein, die gesammelten, sensiblen Daten "direkt an Kooperationspartner zu übermitteln". Er macht auch eine Vergütung für das bestellte Service-Paket in Höhe von 48 Euro geltend und erklärt im Zusammenhang mit dem Widerrufsrecht, dass Selbiges sich in Luft auflöst, wenn die Leistungen in Anspruch genommen werden.

Wer den Fragebogen ausfüllt, muss zahlen

Nun würde ein Anwalt dieses Vertragskonstrukt vermutlich mit Vergnügen zerpflücken und möglicherweise sogar Gegenmaßnahmen zum Schutz des Verbrauchers erwägen. Doch der Anbieter des Fragebogens ist nur schwer greifbar, denn es handelt sich laut Impressum um ein Unternehmen in Paraguay, wobei eine deutsche Sonderrufnummer (0180-5) für den telefonischen Kontakt angegeben wird. Auf der Seite der Xeratec Technologies erfährt man dann sogar, dass das Unternehmen auch über einen Sitz in Frankfurt verfügt. Und folgt man den Ergebnissen eines Reverse IP Lookup, dann könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass dieses Unternehmen auch noch über einen Sitz in Liechtenstein verfügt. Wobei ein Teil der Geschäfte wohl in den USA abgewickelt wird, wo man im Auftrag der Firma "Audee Research Germany" deutsche Autos an Personen verschenkt, die an einer Umfrage teilnehmen. Der Fragebogen kostet zwar 49,99 Dollar, doch das ist angesichts eines geschenkten Autos zu vernachlässigen. Außerdem gibt es ja eine Geld-zurück-Garantie. Der Teilnehmer hat die freie Wahl, aus welchem Land das Geld zurückgeschickt werden soll.

Quelle: intern

 

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