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Mobiles Internet : Bei Überschreiten der Pauschale wirds teuer

Die AK rät zu Tarifen, bei denen statt verrechneten Mehrkosten die Transfergeschwindigkeit bei Erreichen eines bestimmten Verbrauchs gedrosselt wird.


20.01.2011

Viele mobile Internetprodukte enthalten im monatlichen Grundpreis ein bestimmtes Datenpauschale. Geht der Verbrauch darüber hinaus, steigen die Kosten schlagartig. Die Arbeiterkammer (AK) hat 20 Vertrags- und elf Wertkarten- angebote für mobiles Breitbandinternet erhoben. Im besten Fall kosten im Datenpauschale etwa sechs Gigabyte neun Euro oder 19 Gigabyte 15 Euro. Bei Wertkartenanbietern kostet das Gigabyte meist 20 Euro für zwölf Monate. Der Mehrverbrauch wird teuer. Das kann etwa sein, wenn Musikdownloads eine nicht abschätzbare große Datenmenge haben. Dann wird mengenabhängig abgerechnet: So verlangen die Anbieter zehn bis 25 Cent pro zusätzlichen Megabyte. Im Pauschale sind es umgerechnet nur 0,1 bis 0,4 Cent je Megabyte (Vertragstarife), zwei Cent je Megabyte bei Wertkarten-Handys. Wird das Pauschale überschritten, können im schlimmsten Fall zehn Gigabyte rund 1.300 Euro kosten.

In der AK Beratung melden sich immer wieder Konsumenten, weil unerwartet hohe Rechnungen ins Haus flattern. Die AK hat 15 Beschwerden analysiert. Die Verbraucher hatten meist Tarife für Datenpakete mit einem Datenvolumen von fünf bis 19 Gigabyte. Aber: Sie zahlten auf einmal mehr - im Schnitt waren es 620 Euro! Bei drei Konsumenten waren die Kosten sogar extrem hoch: 1.150 Euro, 1.500 Euro und 2.000 Euro. "Die Konsumenten wissen nicht wirklich, was ihr Tarif bietet und welche Kostenfolgen ein Überschreiten des Pauschales hat", so Zimmer.

Gründe für die hohen Rechnungen: Die Verbraucher werden oft nicht vor den Kostenfallen gewarnt, wenn das Datenpauschale aufgebraucht ist. In vielen Verträgen wird auf das inkludierte Datenvolumen hingewiesen, nicht aber wie nach dem Ausschöpfen der Pauschale verrechnet wird. Oft wird auch die Technik zum Verhängnis, wenn etwa regelmäßig automatische Verbindungen ohne Wissen des Verbrauchers aufgebaut werden. Smartphones etwa können mit Mini-Programmen, Apps, aufgerüstet werden. Apps informieren beispielsweise den Nutzer über neue e-mails - die Anwendungen prüfen ständig das Postfach und bauen dicht hintereinander Verbindungen zum Internet auf.

Um Konsumenten vor unerwarteten Kostenexplosionen beim mobilen Internet besser zu schützen, verlangt die AK, dass die Anbieter wichtige Tarifdetails im Vertrag gut sichtbar platzieren. Knapp vor dem Ausschöpfen der inkludierten Datenmenge sollten die Kunden ausserdem informiert werden (etwa mittels Warn-SMS), welche Kosten außerhalb des Pauschales anfallen. Außerdem sollte es ein kostenloses Sperrservice ab Erreichen eines selbst festgelegten monatlichen Höchstbetrages geben, fordert die Arbeiterkammer.

Tipps der AK, worauf Sie bei mobilem Internet achten sollten:

  • Bevor Sie sich für ein mobiles Internetangebot entscheiden, achten Sie auf die Netzabdeckung. Leihen Sie sich Datenkarten aus und testen Sie die Verbindungslage vor Ort, bevor Sie kaufen. Erfragen Sie beim Anbieter für die Testphase die Bedingungen.

  • Überlegen Sie Ihr Nutzungsverhalten. Surfen und Mailen Sie nur hin und wieder oder doch intensiver, machen Sie etwa auch Video- und Musikdownloads? Lassen Sie sich beraten, welche Datentransfermenge in etwa Ihrem Konsumverhalten entspricht.

  • Vertrag oder Wertkarte? Surfen zu Wertkartentarifen bedeutet zwar oft etwas höhere Preise für das verbrauchte Datenvolumen. Andererseits hat man eine laufende Kostenkontrolle durch das aufgebuchte Guthaben auf der Wertkarte.

  • Achten Sie bei Vertragstarifen mit inkludiertem Datenvolumen, was der Mehrverbrauch kostet. Der Preis für den Mehrtransfer ist in der Regel exorbitant hoch. Damit die Kosten überschaubar bleiben, suchen Sie sich Tarife mit "eingebauter Kostenkontrolle" aus, etwa Tarife mit inkludierten Datenvolumen plus Geschwindigkeitsdrosselung nach Ausschöpfen der Pauschale.

  • Sie haben eine extrem hohe Rechnung erhalten? Prüfen Sie genau nach, was Ihnen bei einem Mehrverbrauch verrechnet wurde. Bedenken Sie, dass man auch nicht immer die Technik 100-prozentig im Griff hat, etwa durch unabsichtlich aktivierte Anwendungen. Die Anbieter drängen Konsumenten zu elektronischen Rechnungen und verlangen für die Papierrechnung eine Extragebühr. Ob das zulässig ist, wird derzeit gerichtlich geklärt. Denn: Wer eine Papierrechnung haben will, soll sie gratis bekommen.

  • Achten Sie auf die Vertragsdauer: Als Gegenleistung für sehr günstige, preisgestützte Endgeräte wird mit Ihnen meist eine Mindestvertragsdauer von zwei Jahren vereinbart. Vergleichen Sie die Gesamtkosten für Endgerät und Datendienst auf die Vertragslaufzeit gerechnet einmal mit Vertragsbindung und einmal ohne Vertragsbindung.

  • Kontrollieren Sie laufend Ihren Verbrauch: Die Anbieter bieten eine Datentransferabfrage auf ihren Webseiten an. T-Mobile und Orange bieten zusätzlich eine Verbrauchsabfrage per SMS an. Manche Anbieter benachrichtigen ihre Kunden automatisch per Warn-SMS, wenn ein bestimmter Datenverbrauch erreicht ist.

Quelle: AK, ots

 

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