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Internet-Falle : Dubiose Geldvermehrungssysteme

Konsumentenschutz warnt vor vermeintlichen Verdienstangeboten

03.05.2006

Informationen über Finanzen gehören zu den am meisten abgerufenen Informationsangeboten im Internet. Findige Geschäftemacher versuchen diesen Umstand für sich zu nutzen. Anhand von aktuellen Angeboten zeigen die AKNÖ-Experten, welche Gefahren auf Konsumenten lauern.

Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit fallen Konsumenten vermehrt auf zweifelhafte Gewinnversprechungen und Geldvermehrungssysteme herein. "Betroffen sind oft Menschen, die ohnehin schon sparen müssen. Auf der Suche nach zusätzlichen Einkommensquellen durchforsten sie das Internet und vertrauen blind den Versprechungen von hohen Gewinnen", weiß Martin Hofecker, AKNÖ-Konsumentenschützer aus der Praxis. Und die Methoden von zwielichtigen Geschäftemachern werden immer raffinierter. Um arglose Konsumenten davor zu bewahren, ihr Geld in den Sand zu setzen, haben die Konsumentenschutzexperten der NÖ Arbeiterkammer einige typische Beispiele aus dem Internet zusammengestellt. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Pyramidenspiele. Sie sind im Internet weit verbreitet und kommen in den verschiedensten Arten vor:

Als äußerst riskant beurteilt AK-Experte Hofecker die Eröffnung eines Kontos bei einer Onlinebank. So wirbt z. B. "moneymaxx" mit einer kostenlosen Kontoeröffnung, einem Begrüßungsbonus von 5 Euro, einer Visakarte - Visa Österreich ist allerdings kein Vertriebspartner dieser Online-Bank - und der Vergabe eines Kredites. Außerdem gibt es bei dieser Bank "keine Ablehnung. Jeder Kunde ist bei uns herzlich willkommen". Als zusätzlichen Anreiz bietet "moneymaxx" für die Werbung von weiteren Kunden eine Provision. "Die Konten sind wie ein Pyramidenspiel aufgebaut. Und bei derartigen Programmen geht es hauptsächlich darum, dass der Konsument einen kleinen Betrag bezahlen muss - in diesem Fall 5 Euro als Mindestkontostand und 20 Euro für eine Maestrokarte. In weiterer Folge muss er neue Kunden werben, dafür bekommt er dann wieder Geld und diese werben wieder neue Kunden, von denen er wieder Prozente bekommt usw." erklärt der Konsumentenschützer den Ablauf eines derartigen Systems. Außerdem befürchtet er, dass gerade jene Menschen ein solches Angebot annehmen, die in Österreich keine Chance auf ein eigenes Konto haben, also z. B. Konsumenten, die vielfach schon hoch verschuldet sind bzw. durch Negativeinträge beim Kreditschutzverband vorbelastet sind. Unklar bleibt, welchem Rechtssystem die Bank unterliegt: So ist z.B. die Rede von spanischem, schwedischem oder panamesischem Recht. Dazu Hofecker: "Es ist zweifelhaft, ob es sich bei "moneymaxx" um ein seriöses Unternehmen handelt."

Cash Mobile 24 z. B. macht sich den guten Ruf eines schon anerkannten Online-Zahlungsservices zu Nutze. Im Prinzip geht es darum, dass der Konsument Zahlungen online direkt per e-mail mittels Cash Mobile 24 erledigen kann. So kann er sowohl Geld an andere Personen senden als auch Geld von anderen Personen im Zuge einer Leistung anfordern. Im Gegensatz zu seriösen Anbietern geht es auch bei Cash Mobile 24 hauptsächlich darum, neue Kunden anzuwerben für die man dann wieder eine Provision erhält. Außerdem verdient man an jeder Transaktion des geworbenen Kunden. Auch hier ist wieder das Pyramidenprinzip zu erkennen.

Auf den ersten Blick viel versprechend klingt auch das System "doppler-invest-limited": Hierbei kauft der Konsument mindestens eine Werbeeinheit für 50 Euro und erklärt sich nur dazu bereit, die Werbemails der anderen Mitglieder zu lesen. Zum Kaufzeitpunkt wird er als letzter in die Kaufliste eingetragen und sein Geld wandert in den Moneypool. Kommt genug Geld in den Topf, sprich kaufen genug Menschen eine Werbeeinheit, erhält der Konsument das Doppelte seiner Einzahlung. "Klingt simpel, funktioniert aber nicht. Die einzigen wirklichen Gewinner solcher Pyramidensysteme sind immer nur die Betreiber", weiß Hofecker.

Pyramidenspiele in Österreich verboten

Hofecker weist außerdem darauf hin, dass Pyramidenspiele in Österreich strafrechtlich verboten sind und auch die Teilnahme und Weiterverbreitung durch Anwerben illegal ist.

AKNÖ-Konsumentenschutzchefin Dr. Eva Schreiber erinnert daran, dass das Internet ein grenzüberschreitendes Medium ist und die Gesetze in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sind. Aus Erfahrung weiß sie, dass die meisten Drahtzieher ihren Sitz im Ausland wie Nigeria, Spanien, Amerika, Malaysien, Thailand oder den Philippinen haben. Schreiber abschließend: "Ist man also einem Betrüger aufgesessen, dann stellt sich zuerst einmal die Frage, ob man ihn dingfest machen kann und dann, welches Recht überhaupt anzuwenden ist!"

Rückfragehinweis:AKNÖ-Konsumentenberatung, Tel.: 057171-1311

Quelle: AKNÖ

 

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