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Internet-Anleitung : Bombenbau als Kinderspiel

Über 200.000 Anleitungen kursieren allein in deutscher Sprache

08.12.2006

Das Internet greift potenziellen Bombenlegern kräftig unter die Arme. Wie eine aktuelle Recherche des deutschen Radiosenders NDR Info aufgedeckt hat, gibt es mehr als 200.000 deutschsprachigeAnleitungen zum Bomenbauim World Wide Web. Häufig sind die betreffenden Seiten tief und gut geschützt im Internet vergraben und werden nur selten von herkömmlichen Suchmaschinen gelistet. Dennoch ist es für die interessierte Klientel ein Leichtes sich die gewünschten Anleitungen zu besorgen. "Meist läuft dies über Mundpropaganda. Leute, die tatsächlich in solchen Kreisen verkehren, kennen sich damit aus und wissen, wo etwas zu finden ist", sagt Kai Küstner, Redakteur beim NDR Info. Natürlich finden sich aber auch eine Reihe an Anleitungen in den Trefferlisten der gängigen Suchmaschinen.

Der IT-Experte Bert Weingarten von der Softwarefirma PAN AMP hat eine eigene Suchfunktion entwickelt, mit der sich die versteckten Bombenanleitungenim so genannten Deep Internet aufspüren lassen. Laut Weingarten reiche die Palette vonBriefbomben bis hin zu detaillierten Anweisungen, einen Personenzug in die Luft zu jagen. Die erforderlichen Einzelteile zum Bombenbau seien meist ganz unkompliziert im Baumarkt und der Apotheke zu finden. Von den Behörden in Deutschland wird die Thematik bislang hauptsächlich ignoriert. "Von Weingarten wissen wir zum Beispiel, dass er sich mit aufgespürten Webseiten häufiger an die Polizei wendet, diese jedoch nicht wirklich darauf reagiert", erklärt Küstner.

Laut Gesetz macht sichjede Person strafbar, die eine Schrift verbreitet, die geeignet ist, als Anleitung zu einer schweren Straftat zu dienen. Die Masse an Webseiten erschwert es allerdings den Behörden, den Fällen konsequent nachzugehen. Dafür müsste die Exekutive mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet werden.

Angesichts immer wieder aufgefundener selbst gebastelter Bomben, wie zuletzt am Dienstag im niederösterreichischen Leopoldsdorf, dürfte die Problematik künftig noch an Brisanz gewinnen. Bislang ist noch ungeklärt, woher die Rohrbombe, die von einem Fußgänger auf der Straße entdeckt worden war, stammte. Nach Angaben der Polizei handle es sich aber um einen sehr professionell gebauten Sprengkörper mit Fernzündung, der zumindest nicht als jugendliche Bastelei abgetan werden könnte. Auch über das Motiv und das potenzielle Anschlagsziel wird noch spekuliert. Die Bombe hätte jedenfalls dazu ausgereicht, ein vorbeifahrendes Auto zu sprengen.

Quelle: pt

 

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