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Handy-TV : Österreich hat die Nase vorn

Bis 2010 2,5 Millionen User erwartet

08.09.2006

Österreich hat in punkto Handy-TV die Nase vorn. Bis 2010 sollen mehr als 30 Prozent der Bevölkerung bzw. rund 2,5 Mio. Menschen diesen mobilen Dienst nutzen - so lautet jedenfalls die Prognose von mediareports. In der Schweiz werden laut Bericht 24 Prozent der Bevölkerung, in Deutschland etwa 26 Prozent Handy-TV-Nutzer erwartet. "Die Handynutzung ist in Österreich vergleichsweise weit entwickelt, Österreicher sind grundsätzlich sehr Handy-affin", erklärt Holger Delpho, einer der Autoren der Mobilfunkstudie. Zudem sei die UMTS-Verbreitung gegenüber den anderen Ländern relativ hoch und der Einstieg in Handy-TV vergleichsweise kostengünstig.

Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Mobile-TV ist eine schnelle Einigung von Mobilfunkanbietern und Rundfunkanstalten untereinander. Zudem ist die Politik gefragt, tragfähige Geschäftsmodelle mit den Anbietern und Rundfunkbetreibern auszuarbeiten. Für die erste Phase der Marktdiffusion seien laut Bericht die UMTS- und HSDPA-Netze ausreichend, ab 2008 werden jedoch zusätzliche Broadcast-Netze (wie etwa DVB-H) nötig, um das erhöhte Datenvolumen zu bewältigen.

"Derzeit nutzen nur etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung in Österreich, Deutschland und der Schweiz diesen mobilen Dienst", so Delpho. Für die dennoch überaus positive Prognose bis zum Jahr 2010 gibt es einige Ausschlag gebende Gründe: Eine schnelle Marktdiffusion von Handy-TV wird deshalb möglich, weil der Dienst im Unterschied zu anderen mobilen Anwendungen relativ unkompliziert ist. "Es gibt hier wenig Erklärungsbedarf gegenüber dem User", sagt Delpho. Zudem sind viele TV-Programme bereits Bestandteil von Portalpaketen und müssen nicht extra bezahlt werden. Die Broadcast-Netze seien daran interessiert, rasch viele Nutzer zu erreichen und dementsprechend günstig seien die Preise zum Einstieg, meint Delpho.

Dennoch wird der Gebrauch von Handy-TV deutlich hinter dem Fernsehkonsum im Wohnzimmer zurückbleiben. Im Schnitt sollen die Nutzer künftig zwischen fünf und zehn Minuten täglich auf ihren Handydisplays fernsehen und dafür monatlich etwa drei Euro investieren. Die Fernsehzeiten über die klassischen TV-Geräte liegen natürlich wesentlich darüber. Für 2010 erwartet mediareports, dass rund zehn Prozent der mobilen Datenumsätze auf Handy-TV zurückzuführen sein werden. Zu der Zeit wird sich der Markt jedoch noch im Wachstum befinden, so dass in den Folgejahren höhere Umsätze zur Refinanzierung der Investitionen erzielt werden.

Quelle: pt

 

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