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Handy als Geldbörse , Schlüssel und Info-Terminal

Kontaktlose Schnittstellentechnologie NFC simuliert die typische Übergabe per Hand

18.01.2007

Foto: NXP
Das Halbleiterunternehmen NXP testet derzeit an der Fachhochschule Hagenberg in einen umfassenden Feldversuch die in Österreich entwickelte kontaktlose Schnittstellentechnologie NFC (Near Field Communication). Nach internationalen Tests in Atlanta und Hanau kehre die Technologie wieder nach Österreich zurück, meint Volker Graeger, Geschäftsführer NXP Austria. Mit an Bord holte sich das Unternehmen Partner wie Mobilkom Austria und die Voestalpine Informationstechnologie. Noch im Laufe des Jahres sollen erste kommerzielle NFC-Anwendungen in den USA umgesetzt werden. "Bis NFC auch europäische Handys erobert, wird es allerdings noch eine Zeit dauern", merkt Markus Stüber, Chef des TechLab der Mobilkom an. Kontaktlose Bezahlmöglichkeiten seien in Europa noch nicht uneingeschränkt akzeptiert.

"Künftig wird das Handy noch mehr sein als ein Telefon - Geldbörse, Schlüssel und Informationsterminal", sagt der Mobilkom-Vorstand für Marketing, Hannes Ametsreiter. Ebendiese Funktionen werden in Hagenberg nun ausführlich getestet. Neben Zutrittskontrolle zu Hörsälen, der Parkgarage und Labors wurde auch die Bezahlung der Rechnung in der Mensa per NFC in die Mobiltelefone integriert. Das Guthaben kann entweder über spezielle Terminals mit Bargeld oder auch direkt am Handy über die Mobilfunkverbindung aufgeladen werden. Weiters stehen Datenterminals bereit, an denen Informationen wie Mensa-Menüpläne, Hörsaalbelegungen oder Nachrichten auf das Telefon geladen werden können. Großer Vorteil von NFC ist die Kompatibilität mit bisher verwendeten Chipkartensystemen. "Wir verwenden die NFC-Handys parallel zu unseren mit Chips bestückten Studentenkarten und Mitarbeiterausweisen", führt Josef Langer, NFC-Projektleiter an der FH Hagenberg, aus.

"NFC simuliert die typische Übergabe per Hand. Dabei können Anwender verschiedene Informationen wie Telefonnummern, Bilder, MP3-Dateien oder digitale Berechtigungen austauschen und speichern, indem zwei NFC-fähige Geräte aneinander gehalten werden", erläutert Graeger. Darüber hinaus kann NFC drahtlose Verbindungen via Bluetooth oder WLAN ohne komplizierte Setup-Prozeduren automatisch aufbauen. Die Übertragung via NFC sei zudem sehr sicher. "Die notwendigen Sicherheitsfunktionen sind in die Hardware integriert, das Security-Level ist individuell einstellbar und vergleichbar mit Bankkarten", merkt Graeger an.

NFC wird im 13,56 Megahertz-Frequenzbereich betrieben. Die Übertragung ist auf einer Distanz von zehn Zentimetern möglich. Die Datenraten liegen bei 106 beziehungsweise 212 Kilobits pro Sekunde. Höhere Bitraten sind geplant. "Die Geräte arbeiten sowohl im aktiven als auch im passiven Modus, womit die Technologie eine einzigartige Verbindung zur kontaktlosen Smartcard-Welt darstellt", führt Graeger aus. Mittlerweile ist NFC auch international standardisiert. Führende Hersteller von Mobiltelefonen sind damit beschäftigt, NFC-Chips in ihre Modelle zu integrieren. Bereits jetzt sind zwei Modelle von Nokia und ein Gerät aus dem Hause Samsung mit NFC ausgestattet.

Quelle: pt

 

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