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Generation 60+ : Einstellungen , Interessen , Alltag

Studie über die Lebenswelt der Österreicherinnen und Österreicher ab 60 Jahren

26.04.2007

87 Prozent der ab 60-Jährigen sind mit ihrem Leben zufrieden. Doch auch wenn 79 Prozent alles weitgehend erreicht haben, was ihnen wichtig war, hat fast die Hälfte von Österreichs Senioren noch viel vor im Leben. Zum Alltag gehört zweifelsohne der Fernseher, aber auch soziale Kontakte nehmen Menschen ab 60 sehr wichtig. Für Handyverwender ist es ein wichtiges Kommunikationsmittel, das hauptsächlich zum Telefonieren benutzt wird und ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelt. Für Nicht-Verwender ist ein Handy für Notsituationen oder als kostengünstiger Festnetzersatz durchaus vorstellbar - doch mangelt es bisher an bedürfnisgerechten Angeboten.

Mit der Zielsetzung die Lebenswelt der Österreicherinnen und Österreicher ab 60 Jahren zu beleuchten, führte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Integral von September 2006 bis Februar 2007 im Auftrag von ONE eine umfassende Studie durch. Der quantitative Studienteil ermittelte Einstellungen, Interessen und Bedürfnisse von Menschen ab 60 - repräsentativ für die 1,7 Millionen Senioren Österreichs. Auf diese Erkenntnisse aufbauend wurden Focus Groups durchgeführt, um den "typischen Pensionisten" näher kennen zu lernen und mehr über ihn zu erfahren.

Zielgruppe 60+ ist sehr heterogen

59 Prozent der Österreicher ab 60 Jahren sind Frauen, 41 Prozent Männer - wobei der Frauenanteil mit höherem Alter weiter zunimmt. So sind bereits 64 Prozent der ab 70-Jährigen Seniorinnen. "Österreichs Senioren empfinden ihre eigene Generation als sehr heterogen. Unternehmenslustige, offene und lebensbejahende Menschen zählen ebenso dazu, wie Konservative und Zurückgezogene", erläutert Dr. Bertram Barth, Geschäftsführer von Integral. Technologischen Entwicklungen steht die Mehrheit grundsätzlich nicht uninteressiert gegenüber - speziell jüngere, einkommensstärkere Männer leben am Puls der Zeit. Vorbehalte resultieren aus der Angst, der Komplexität nicht gewachsen zu sein. Von Unternehmen fühlen sich Österreichs Senioren großteils ignoriert. "Die bisher angebotenen Produkte sind zu offensichtlich für alte Menschen gemacht und vernachlässigen den wichtigen Aspekt des schönen Designs", so Barth.

Wichtig im Zusammenhang mit Mobiltelefonie ist auf die speziellen Bedürfnisse der Senioren einzugehen und diese ernst zu nehmen. Die Angebote müssen einfach und veständlich sein, fokussiert auf Telefonie - ohne Funktionen, auf die kein Wert gelegt wird. Handys sollten daher funktional aber auch optisch ansprechend sein. Barth: "Zu viele Funktionen verwirren nur. Wesentlich ist telefonieren und vielleicht noch SMSen. Und der persönliche Kontakt in der Beratung ist wichtig - kompetent und in der Sprache der Zielgruppe."

Lebenswelt 60+: optimistisch und aktiv

Die Mehrheit der Senioren genießt das Leben und sieht positiv in die Zukunft. Zwei Drittel fühlen sich viel jünger als sie tatsächlich sind. 87 Prozent der ab 60-Jährigen sind mit dem Leben insgesamt zufrieden. Acht von zehn sagen "ich werde gebraucht", was vielleicht auch daran liegt, dass zwei von zehn mit ihren Kindern sogar im selben Haushalt leben. 79 Prozent haben alle wichtigen Dinge, die sie erreichen wollten, weitgehend erreicht. Darauf ruhen sie sich aber nicht aus, denn zwei Drittel fühlen sich viel jünger als sie tatsächlich sind. In die Zukunft sehen sie recht positiv: 52 Prozent haben das Gefühl leistungsfähig zu sein und noch viel zustande zu bringen, 46 Prozent haben noch viel vor im Leben. 39 Prozent sind an neuen technologischen Entwicklungen interessiert. Technisch affin sind eher die Männer ab 60. Die Hälfte von ihnen verfolgt die Entwicklung neuer technischer Geräte oder Kommunikationsformen mit Interesse, aber nur ein Drittel der Frauen.

Freizeitbeschäftigungen: Fernsehen und soziale Kontakte

86 Prozent der Österreicher ab 60 Jahren schauen täglich fern. Musik bzw. Radio hören und Zeitungen oder Zeitschriften lesen gehört für rund acht von zehn zur täglichen Beschäftigung. Das Telefonieren gehört für die Hälfte der ab 60-Jährigen zu den Freizeitbeschäftigungen, denen sie täglich nachgehen. Tag für Tag lockt es 45 Prozent in die Natur, vier von zehn beschäftigen sich mit ihrem Haustier und rund ein Drittel liest täglich ein paar Seiten in einem Buch. Auf ihre Fitness zu achten und täglich Sport zu betreiben, ist noch immer zwei von zehn ab 60-Jährigen ein Anliegen.

Durchschnittlich treffen Senioren wöchentlich fünf Personen privat und schreiben ein E-Mail pro Woche bzw. einen Brief pro Monat. Jeder Zweite war im letzten Jahr auf Urlaub. Einladungen auszusprechen gehört selbstverständlich zum Alltag vieler: 41 Prozent bekommen mehrmals wöchentlich Besuch, 30 Prozent besuchen mehrmals pro Woche ihre Freunde oder Verwandten. 28 Prozent unternehmen mehrmals pro Woche etwas mit ihren Kindern oder Enkelkindern. Vier von zehn sind Mitglied in einem Club, 22 Prozent sind ehrenamtlich tätig.

Senioren und Handys: Sicherheit, Erreichbarkeit, Kontaktpflege

Für 86 Prozent der Befragten ist die Sicherheit, im Notfall mit einem Handy Hilfe rufen zu können, der wichtigste Vorteil. Sieben von zehn finden es praktisch, weil man immer erreichbar ist. Sechs von zehn Senioren meinen, dass es mit einem Handy leichter fällt, in Kontakt mit Familie und Freunden zu bleiben.

Angebote entsprechen nicht den Bedürfnissen

Sechs von zehn Senioren haben ein Mobiltelefon, davon großteils Wertkartenhandys (70 % Wertkarte, 32 % Vertrag). Vor allem die jungen Senioren von 60 bis 69 Jahren sind mobil erreichbar, denn 73 Prozent haben ein Handy. Für jeden Zweiten sind die Angebote der Mobilfunkbetreiber aber zu kompliziert und die angebotenen Handymodelle für Ältere ungeeignet. Hauptkritik an den Handys sind die vielen Funktionen, die Senioren nicht brauchen (77 % kritisieren das), dicht gefolgt vom Argument, dass die Funktionen zu kompliziert seien (72 %). Zu kleine Tasten und zu kleines Display sind ebenso störend (Tastengröße für 67 %, Displaygröße für 56 %). Für jeden Zweiten sind die Geräte selbst schon zu klein.

Das ideale Handy für Senioren: Übersichtlich, robust, komfortabel

Ihr Handy stellen sich Österreichs Senioren so vor: Es hat eine einfache, übersichtliche Menüführung (ist für 68 % sehr wichtig), ist robust und stoßfest (63 %), verfügt über einen gut hörbaren Klingelton (58 %), man kann Kurzwahlnummern einspeichern (56 %), es hat große Tasten (50 %) und ein großes Display (46 %). Wer nun aber denkt, Österreichs Senioren legen keinen Wert auf das Aussehen ihres mobilen Begleiters, hat weit gefehlt. Als "Seniorenhandys" bekannte Modelle wie das Motorola Motofon F3 oder das Emporia Life wurden von den an der Studie teilnehmenden Senioren als unhandlich bzw. als Pensionistenhandy eingestuft, mit dem sie nicht gesehen werden wollen. Handys, die sowohl ihre Ansprüche an Funktionalität wie auch Design erfüllten, waren das Nokia 6060 und das Samsung SGH 520.

Meistgenutzte Handy-Funktion: Telefonieren

Vier von zehn Handybesitzern ab 60 Jahren telefonieren (fast) täglich, rund ein Viertel verwendet dafür selbst eingespeicherte Kurzwahlnummern. Rund zwei von zehn hören mehrmals pro Woche ihre Sprachbox ab. 15 Prozent nehmen ihr Handy mehrmals wöchentlich zur Hand, um SMS zu versenden oder zu empfangen und immerhin noch sechs Prozent um damit zu fotografieren.

Freunde und Verwandte sind wichtige Informationsquellen vor der Entscheidung

Vor dem Handykauf informierten sich Österreichs Senioren in erster Linie bei Personen, denen sie vertrauen. Bei 45 Prozent haben Freunde und Verwandte, die sich auskennen, eine große Rolle bei der Entscheidung für ein Handy gespielt. Rund zwei von zehn vertrauen auf das Fachwissen der Mitarbeiter im Geschäft eines Mobilfunkbetreibers oder eines Fachhändlers. 19 Prozent schreiben Zeitschriften und Magazinen eine große Rolle bei ihrer Kaufentscheidung zu, aber nur noch 10 Prozent der Werbung.

Nichtverwender müssen noch überzeugt werden

Vier von zehn Senioren haben kein Handy - vor allem, weil sie auch ohne Handy zurecht kommen. 80 Prozent hatten bisher keinen Bedarf. Rund zwei von zehn haben bisher die komplizierte Bedienung oder der Preis davon abgehalten, sich ein Handy zuzulegen. Jeder Sechste bräuchte jemanden, der ihm alles erklärt. Daher hat wohl auch jeder Fünfte Interesse an einem Kurs für Handy-Einsteiger. Acht von zehn Nichtbesitzern ist aber bewusst, dass sie Notfällen mit Handy besser gewachsen wären. Sie können sich vorstellen, sich ein Handy zuzulegen, um damit in Notsituationen telefonieren zu können. Für 47 Prozent wäre es eine Überlegung wert, außer Haus telefonieren zu können. Und um mit ihren Freunden und ihrer Familie billiger telefonieren zu können, wäre für 37 Prozent ein Handykaufgrund.

Quelle: ONE

 

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