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Haften Eltern für Aktivitäten ihrer Kinder im Internet ?

Jugendschutz als Thema bei der Security 07 im Straflandesgericht Wien

22.11.2007

Jedes 12jährige Kind kennt sich in Sachen Internet und mobiler Kommunikation besser aus als seine Eltern. Immer wieder müssen Erziehungsberechtigte für hohe Handyrechnungen ihrer Söhne oder Töchter bezahlen, weil diese Unmengen an kostenpflichtigen Inhalten auf das Mobiltelefon geladen haben. Geht das alles mit rechten Dingen zu? Diese Frage stand letzten Montag im Zentrum der Diskussion bei der Security-Veranstaltung des Europäischen Zentrums für e-commerce und Internetrecht (www.e-center.eu) im Wiener Landesgericht.

Andrej Živanović von Wolf Theiss Rechtsanwälten ging in seinem Referat vor allem auf die Rolle der Eltern ein, wenn die Kids im Internet über die Stränge schlagen: "Die Frage, wer haftet, wenn Minderjährige im Internet rechtswidrig handeln, ist in Österreich nicht immer zweifelsfrei zu beantworten. Jedenfalls ist aber Vorsicht geboten, da nach den allgemeinen Regeln des Zivilrechts Eltern sehr oft für den Schaden aufkommen müssen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen."

Um von vornherein Risiken, die Kinder und Eltern im Umgang mit den neuen Medien treffen können, zu minimieren, empfiehlt Gerhard Göschl von Microsoft Österreich: "Ergreifen Sie nicht nur technische Schutzmaßnahmen, sondern klären Sie auch Ihre Kinder über die konkreten Gefahren im World Wide Web auf. Auf der Seite www.sicher-im-internet.at finden Sie zu beiden Themen die notwendigen Informationen."

Als Erwachsener hier gegenüber den Kindern einen Wissensvorsprung zu wahren, dürfte allerdings nicht so einfach sein: "90 % der 14 - 19 Jährigen sind bereits Internetnutzer. Insofern besteht eine digitale Kluft zwischen den Generationen viel eher als zum Beispiel zwischen ländlichen Gebieten und der Stadt. Denn der Ausbau des Breitbandinternets ist bereits so weit, dass wir 97 % aller Haushalte in Österreich erreichen", so Robert Hofer-Lombardini von der Telekom Austria.

Der digitale Generationenkonflikt ist jedoch nicht auf den PC beschränkt. "Eltern wissen oft nicht, welche Daten ihre Kinder am Handy haben. Wir versuchen beispielsweise mit unserem Handyguide Aufklärungsarbeit zu leisten und verbessern laufend unsere Kontrollsysteme. Aber trotz aller vorhandenen Kontrollmaßnahmen lässt sich keine 100% ige Sicherheit schaffen, um Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten zu schützen. Hier sind auch die Eltern gefragt", meint Michael Freyberger von mobilkom austria.

Gefahren drohen Kindern und Jugendlichen aber nicht nur durch gefährdende Inhalte, sondern auch durch Triebtäter, die die Anonymität des Internets dazu benutzen, Kontakte zu potenziellen Opfern anzubahnen. "Dieses Phänomen ist unter dem Fachbegriff 'Grooming' bekannt und wird immer aktueller. Tests haben ergeben, dass 14jährige Mädchen in Chaträumen binnen weniger Minuten bis zu 35 Nachrichten mit sexuellen Anspielungen erhalten", berichtet Alexander Skoff vom e-center. Strafrechtlich ist Grooming in Österreich allerdings bisher sehr schwer zu fassen.

Universitätsprofessor Wolfgang Zankl vom e-center sieht neue Herausforderungen auf Internetjuristen zukommen: "Durch den steigenden Wissensstand von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit den neuen Medien ergeben sich ganz neue Anforderungen an die Rechtssicherheit, die die Eltern und auch die Wirtschaft treffen."

Quelle: pte

 

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