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So (un)sicher sind Europas Zebrastreifen

Verhaltenstipps für Fußgänger und Autofahrer

31.01.2008

Wie sicher sind "Schutz"wege wirklich? Erst diese Woche sind wieder zwei Schülerinnen in Salzburg auf einem Zebrastreifen von einem Klein-Lkw erfasst und schwer verletzt worden. Der ÖAMTC hat im Rahmen einer Eurotest-Reihe gemeinsam mit seinen Schwesterclubs Fußgängerübergänge in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen und Finnland unter die Lupe genommen. "Österreich landet nur im Mittelfeld", fasst ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke zusammen. In den Niederlanden queren Fußgänger fast drei Mal sicherer als in Österreich. In der Schweiz ist die Gefahr, auf einem Zebrastreifen getötet zu werden, um 50 Prozent höher als hierzulande. Noch gefährlicher leben Fußgänger auf Zebrastreifen nur in Italien und Norwegen.

Beim Test wurde vor allem berechnet, wie viele Todesopfer auf Zebrastreifen pro einer Million Einwohner zu beklagen sind. Das Ergebnis: Norwegen 3,7 / Italien 3,4 / Schweiz 3,0 / Finnland 2,1 / Österreich 2,1 / Deutschland 1,5 / Spanien 1,3 / Großbritannien 1,2 / Niederlande 0,6. "Norwegen ist dünn besiedelt. Also dürften Zebrastreifen in offenem Gelände risikoreicher sein als im städtischen Gebiet", ortet Matzke die Gründe für das besonders schlechte Ergebnis. "Aber auch die österreichische Fußgänger-Unfallbilanz ist, trotz sinkender Tendenz in den vergangenen Jahren, kein Ruhmesblatt", sagt der Club-Experte. Die Gründe dafür sind für den ÖAMTC-Experten vielfältig: "Miserable Beleuchtung, schlechte Markierungen, zugeparkte Schutzwege und Planungsfehler beim Bau von Schutzwegen." Aber auch das Fehlverhalten von Fußgängern und Autofahrern führt immer wieder zu schweren Unfällen. Wo gilt es aber anzusetzen, wenn so Vieles im Argen liegt?


Forderungen des ÖAMTC für mehr Sicherheit am Schutzweg
  • Bauliche Maßnahmen: "Wesentlich für einen sicheren Zebrastreifen ist eine blendfreie Beleuchtung", sagt der ÖAMTC-Experte. 30 bis 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer sehen bei Dunkelheit und Blendung nicht scharf genug. Mehr als die Hälfte der tödlichen Fußgänger-Unfälle passiert bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen. Außerdem bieten Mittelinseln eine Verbesserung. Sie verkürzen die Querungswege der Fußgänger und man kann sich jeweils auf eine Fahrtrichtung der Autos konzentrieren. "Bei der Planung von Schutzwegen muss auf ausreichende Sichtweite geachtet werden. Sonst hat der Kraftfahrer keine Chance, den Fußgänger rechtzeitig zu erkennen", so Matzke.
  • Aufklärung und Bewusstseinsbildung: In allen Test-Ländern haben Fußgänger auf Zebrastreifen den Vorrang. In Belgien, Großbritannien und Norwegen muss der Fußgänger ein zusätzliches Zeichen vor der Querung geben. Nicht immer sind die Verhaltensregeln klar. In der Schweiz ist die Todesrate gestiegen, seit man den Fußgängern auf Zebrastreifen den absoluten Vorrang eingeräumt hat, ohne für eindeutige Verhaltensregeln zwischen den Benutzern von Zebrastreifen und dem motorisierten Verkehr zu sorgen. "Ein 'Schutz'weg wird schnell zum 'Risiko'weg, wenn man unvorsichtig ist", sagt Matzke.

Viele der tragischen Unfälle auf Schutzwegen wären vermeidbar. Der ÖAMTC-Experte fasst die wichtigsten Verhaltenregeln zusammen.

Für Fußgänger gilt:
  • Nicht überraschend die Fahrbahn betreten: Auch wenn Fußgänger den Vorrang haben - Fahrzeuge haben einen Anhalteweg.
  • Den Querungswunsch eindeutig zeigen: Am besten am Fahrbahnrand stehen bleiben und den Augenkontakt mit Fahrzeuglenkern suchen.
  • Alle Fahrstreifen beachten: Auch wenn ein Fahrzeug hält, muss überprüft werden, ob man auch von der Gegenrichtung wahrgenommen wird.
  • Vorsicht vor möglichen Fahrfehlern von Fahrzeuglenkern: Stress, Emotionen und andere Gründe führen zur Ablenkung von Fahrzeuglenkern.
  • Helle Kleidung, am besten mit Reflektoren: In der dunklen Jahreszeit, werden Fußgänger mit heller bzw. reflektierender Kleidung wesentlich früher vom Autofahrer erkannt.

Für Autofahrer gilt:
  • Auf Fußgänger achten und bremsbereit fahren: Besonders in der Umgebung von Zebrastreifen ist es ratsam, nach Fußgängern Ausschau zu halten.
  • Vor allem bei Straßenbahnen und Bussen im Haltestellenbereich immer mit querenden Fußgängern rechnen.
  • Auf Ablenkungen achten: Handytelefonierer sind auch als Fußgänger unaufmerksamer.
  • Fußgängern von beiden Seiten den Vorrang gewähren.
  • Anhalten, wenn ein Fußgänger queren will. Achtung: Kinder können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht richtig einschätzen. Sie drehen sich oft plötzlich zur Fahrbahn.
  • Warten, bis der Fußgänger die Fahrbahn gänzlich überquert hat.
  • Niemals direkt vor oder auf dem Schutzweg überholen
  • Direkt vor Schutzwegen besteht ein Halte- und Parkverbot.

Quelle: ÖAMTC

 

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