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Wohnmobil gebraucht kaufen : Worauf ist zu achten ?

Plus: Tipps für richtige Beladung und sicheres Fahren

04.05.2009


Größtmögliche Freiheit, Natur pur und trotzdem Komfort wie daheim - diese Kombination verspricht das Reisen mit dem Wohnmobil. Soll der Reisespaß ungetrübt verlaufen, gilt es aber einige sicherheitstechnische Besonderheiten zu beachten. Im Vordergrund dabei: Beladung, Umbauten und Gasanlagen. Zudem sollte man beim Kauf gebrauchter Wohnmobile ganz genau hinschauen. Was zu beachten ist und warum die Nase eine wichtige Rolle spielt, das erläutern Experten von TÜV SÜD.

Neu kaufen: Schon bei der Auswahl eines Wohnmobils gibt es im Vorfeld einiges zu beachten. Wie groß ist mein Budget, was sind meine konkreten Vorstellungen, welches Angebotsspektrum gibt es? Besonders wichtig: Hat der Fahrer den passenden Führerschein? Einen guten Überblick kann man sich beim Fachhändler oder beim Besuch einer der großen Fachmessen verschaffen. Ein Richtwert zu den Preisen: Ein neues Wohnmobil mit mittlerem bis gehobenem Komfort kostet zwischen 40.000 und 50.000 Euro.

Gebraucht kaufen: Klare Vorstellungen sollte auch haben, wer sich für ein gebrauchtes Wohnmobil entscheidet. Dabei muss man neben den herkömmlichen Regeln beim Gebrauchtwagenkauf, die für das Trägerfahrzeug gelten, Folgendes beachten: im Innenraum auf den Geruch achten. Riecht es muffig, weist das auf Feuchtigkeit hin. "Feuchtigkeit ist eines der größten Probleme bei Wohnmobilen. Hat sich dadurch erst einmal Schimmel gebildet, wird die Instandsetzung teuer", erklärt Hans-Werner Wormer von TÜV SÜD. Deshalb beim Gang durch den Innenraum auch auf Wasserränder - besonders in den Stauräumen - achten und mit der flachen Hand auch die Flächen hinter den Schränken kontrollieren. Ebenfalls auf der Checkliste für den Innenraum: der Allgemeinzustand der Einrichtung. Schließen Klappen und Türen schlecht, sind die Griffe stark abgenutzt, Beschläge defekt oder Scharniere ausgeleiert, war der Vorbesitzer nicht sorgsam genug. Das lässt immer Rückschlüsse auf andere Bereiche des Fahrzeugs zu. Wichtig auch: alle Funktionen testen! Dazu Wormer: "Sollte das Fahrzeug bei der Besichtigung ohne Batterie im Winterlager stehen, muss der Verkäufer für den nötigen Strom sorgen." Achtung: Bunte Aufkleber sind selten lustig, sondern verdecken dafür bisweilen Schäden. Vom Innenraum zur Versorgung: Ablagerungen oder Grünfärbung des Frischwassertanks weisen auf lange Reinigungsintervalle hin. Der Tank sollte klar und sauber aussehen. Wieder nach draußen: Neben der Rost-Überprüfung des Basisfahrzeugs ist es auch wichtig, die Bodenplatte des Aufbaus auf Korrosion hin zu untersuchen. Das gilt vor allem für ältere Modelle. Übrigens: Ein hoher Kilometerstand ist nicht unbedingt ein Nachteil, sondern weist im Gegenteil auf gute Wartung hin.

Dokumente prüfen: Das sind beim Wohnmobil nicht nur die Dokumente für die Haupt- und Abgasuntersuchung. Hinzu kommt eines für die Gasanlage. Damit alle Geräte einwandfrei und sicher funktionieren, gibt es alle zwei Jahre eine Gasprüfung. Auch hierzu vor dem Kauf unbedingt das gültige Nachweis-Dokument zeigen lassen.

Richtig laden I: Ein Sicherheitsrisiko für die Fahrt mit dem Wohnmobil: zuviel Gepäck an den falschen Plätzen verstaut. Übergewicht und Schlagseite machen den Caravan manövrierunsicher. Oft braucht es dann nicht mal mehr eine brenzlige Situation, damit das Fahrzeug außer Kontrolle gerät. Scharfes Bremsen oder ein bisschen zu schnell in die Kurve und das Wohnmobil wird unkontrollierbar. Deshalb sollte jeder Wohnmobilbesitzer die exakte Zuladung seines Vehikels kennen. Ein Blick in die Fahrzeugpapiere verschafft Sicherheit.

Richtig laden II: Achtung: Nachträgliche Einbauten sind bei den Gewichtangaben in den Papieren nicht enthalten. Dachträger, Fernsehanlagen oder Satellitenschüsseln müssen bei der Zuladung genauso berücksichtigt werden wie Mitreisende: Ins Leergewicht ist nämlich nur der Fahrer - pauschal mit 75 Kilogramm - eingerechnet. Faustformel von TÜV SÜD: Pro Person einen Spielraum von 25 bis 30 Kilogramm lassen. Beim Beladen des Wohnmobils darauf achten, dass das Gewicht gleichmäßig zwischen den Achsen austariert und festgezurrt ist. Schwere Gegenstände gehören nach unten in die Staufächer, leichte nach oben. Damit bleibt der Fahrzeugschwerpunkt unten - ein wichtiger Aspekt für die Fahrsicherheit. Diese Regel gilt vor allem auch für den Alkoven: Da gehört während der Fahrt gar nichts rein! Außen angebracht werden dürfen Lasten nur mit professionellen Spanngurten.

Sicher lenken: Weil die meisten Wohnmobil-Fahrer sonst nur mit dem Pkw unterwegs sind, gibt es im Fahrvergleich Folgendes zu beachten: Wohnmobile bieten dem Wind mehr Widerstand und sind deswegen anfälliger, wenn es von der Seite weht. Kurven müssen wesentlich langsamer angefahren werden als mit dem Auto. Das gilt besonders, wenn der Wagen schwer beladen ist. Dann wird es auch mit dem Bremsen und Beschleunigen schwieriger: Auf Hin- oder Rückfahrt aus dem Urlaub also mit wesentlich längeren Brems- und Überholwegen rechnen. TÜV SÜD rät, vor der Urlaubsfahrt ein paar Runden auf vertrautem Territorium zu drehen. Das gibt Sicherheit. Beim Wohnmobil auch anders als beim Auto: Auf die Höhe achten und Aufbauten wie Antennen während der Fahrt unbedingt demontieren. Sonst ist nach der ersten Einfahrt ins Parkhaus Schluss mit dem Lieblingsprogramm am Urlaubsort.

Gasanlage checken: Der Urlaubsspaß endet schnell, wenn die Gasanlage nicht ordnungsgemäß funktioniert oder fahrlässig bedient wird. Vor der Fahrt müssen deshalb Haupt- und Absperrventile nicht nur von der Anlage, sondern sicherheitshalber auch von allen Geräten geschlossen werden. Ausnahme Heizung: Sollte die während der Fahrt erwünscht sein, dürfen nur das Hauptventil und das für die Heizung geöffnet sein. Achtung: Mit Heizung fahren darf nur, wer eine so genannte Schlauchbruchsicherung montiert hat. Beim Tanken, auf Fähren und in Garagen müssen sämtliche Brennstellen abgeschaltet sein. Beim Betrieb der Gasbrenner immer für ausreichend Ventilation sorgen. Deshalb niemals die Entlüftungsöffnungen verhängen. Neben der richtigen Bedienung bei Gasanlagen auch wichtig: die Dichtigkeit. Weil man die nicht selber testen kann, ist alle zwei Jahre eine Prüfung der gesamten Anlage Vorschrift.

Quelle: TÜV SÜD


 

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