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Wertminderung nach Unfall auch bei älterem Auto ?

Richtungsweisendes Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck

08.01.2009

Zwei idente Autos, gleicher Kilometerstand, beide gut gewartet und topgepflegt, eines davon unfallfrei, eines mit tadellos repariertem Unfallschaden. Ein potenzieller Käufer wird sich in der Regel für das unfallfreie Auto entscheiden, weil er meist skeptisch ist, ob die Reparatur den Originalzustand wieder hergestellt hat. Ein Käufer wird also nur dann dem vorbeschädigten Auto den Vorzug geben, wenn dieses deutlich billiger angeboten wird. Diese Preisdifferenz wird als Wertminderung bezeichnet, die von der Haftpflichtversicherung des schuldtragenden Lenkers zusätzlich zu den Reparaturkosten zu ersetzen ist. "Dort drückt man sich allerdings immer wieder gerne vor der Auszahlung und enthält dem geschädigten Konsumenten damit Geld vor, das ihm eigentlich zusteht", kritisiert Hugo Haupfleisch, Chefjurist des ÖAMTC. "Vor allem wenn ein Auto schon mehr als zwei Jahre alt oder nicht mehr im Erstbesitz war, lehnten bisher viele Versicherungen eine Wertminderungszahlung ab."

Eine positive Trendwende für geschädigte Autoeigentümer könnte jetzt ein richtungsweisendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Innsbruck bringen. Streitpunkt in diesem erst jüngst veröffentlichten Präzedenzfall war die Ablehnung des merkantilen Minderwerts (sprich: Wertminderung) seitens einer Versicherung bei einem älteren VW Golf Kombi. Das Auto wies vor dem Unfall 70.000 Kilometer Fahrleistung auf, war 5,5 Jahre alt und hatte zwei Voreigentümer. Die unfallbedingten Reparaturkosten betrugen 9.100 Euro. "Das ist ein Betrag, der einem Totalschaden nahekommt", betont der ÖAMTC-Jurist. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs noch 11.000 Euro. Die Reparaturkosten wurden seitens der Versicherung anstandslos gezahlt, der merkantile Minderwert wurde wegen des Alters des Autos von der Versicherung abgelehnt. Der Fahrzeuglenker klagte 600 Euro ein, das Gericht erster Instanz hielt eine Wertminderung von 400 Euro für gerechtfertigt. Das OLG Innsbruck reduzierte die Entschädigung aufgrund der Berufung der Versicherung auf nunmehr 200 Euro.

Bisher haben österreichische Gerichte in so einem Fall eine Wertminderung zur Gänze abgelehnt. Die "Faustregel" vieler Sachverständiger lautete meist: Wenn ein Auto nicht Erstbesitz oder älter als zwei Jahre ist bzw. mehr als 50.000 km auf dem Buckel hat, gibt es keine Wertminderung mehr. "Alle diese Kriterien trafen beim betreffenden Auto nicht zu. Wir haben hier ein richtungsweisendes Urteil vorliegen mit der Quintessenz, dass bei sehr hohen Reparaturkosten auch für etwas ältere Autos Wertminderungsentschädigung zu zahlen ist. Es ist zu hoffen, dass sich die Versicherungen künftig an der richtungsweisenden Entscheidung des OLG Innsbrucks orientieren", sagt der ÖAMTC-Chefjurist. "Bis es so weit ist, können wir nur jedem Autofahrer raten, sich von den ÖAMTC-Juristen beraten zu lassen. Wer nicht hartnäckig ist, fällt unter Umständen um einige hundert Euro um."

Wer Fragen zur Wertminderung seines Autos nach einem Unfall hat, kann sich an die Juristen des ÖAMTC wenden. Für Mitglieder des ÖAMTC gibt es in Notfällen sogar rund um die Uhr, sieben Tage die Woche kostenlose Rechtsberatung und Rechtshilfe. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter (01) 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at erreichbar.

Quelle: ÖAMTC



 

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