Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Verkehrszeichen und Bodenmarkierung im Schnee

Rechtliche Orientierungshilfe für Autofahrer im Schneegestöber


16.01.2009

Wenn Väterchen Frost das Land heimsucht und Frau Holle die Betten schüttelt, passiert es plötzlich, dass Bodenmarkierungen auf der Straße oder Verkehrszeichen nicht mehr zu erkennen sind. "Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen können nicht beachtet werden, wenn man sie nicht sieht. Dann gelten im Schneechaos die allgemeinen Straßenverkehrsregeln, wie man sie in der Fahrschule gelernt hat", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner und gibt eine Orientierungshilfe für Autofahrer im Schneegestöber:

Was tun, wenn Bodenmarkierungen durch eine Schneeschicht unsichtbar sind?

Sind Richtungspfeile auf der Fahrbahn unsichtbar, gelten die allgemeinen Fahrregeln. Auf jedem Fahrstreifen darf man geradeaus fahren. Nur vom jeweils äußeren Fahrstreifen darf nach rechts oder links abgebogen werden. "Wenn aber z.B. auf der zweiten Spur das Rechtsabbiegen normalerweise durch entsprechende Markierung erlaubt ist, dürfen sich ortskundige Autofahrer nicht darauf verlassen, dass das auch die anderen - möglicherweise Ortsfremden - wissen. Im Schneechaos muss man besonders auf andere Straßenverkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen", plädiert die ÖAMTC-Juristin für ein verstärktes Miteinander.

Sind Haltelinien vor Kreuzungen und Ampeln nicht sichtbar, ist vor der Kreuzung bzw. vor der Ampel anzuhalten. "Jedenfalls muss man an einer Kreuzung mit Stopptafel stehenbleiben", sagt die ÖAMTC-Juristin. "Dann langsam in die Kreuzung vortasten bis man ausreichende Sicht hat. Erst wenn man sicher ist, dass es gefahrlos möglich ist, soll die Fahrt fortgesetzt werden."

Übrigens: Schnee auf einer Busspur oder dem Schutzweg bedeutet keinesfalls "Bahn frei" für Autofahrer. Auch wenn die Markierung nicht erkennbar ist, müssen die Hinweiszeichen oder der durch blinkendes gelbes Licht gekennzeichnete Fußgängerübergang beachtet werden. An die Fußgänger appelliert die ÖAMTC-Juristin dringend, nur dann den Schutzweg zu betreten, wenn Fahrzeuge noch weit genug entfernt sind, so dass sie - auch auf rutschigem Untergrund - rechtzeitig anhalten können. Auch hier ist eine verstärkte Kooperation gefragt.

Darf man ein schneebedecktes Verkehrszeichen, dessen Inhalt nicht erkennbar ist, einfach ignorieren?

Ungültig ist beispielsweise ein nicht identifizierbares rundes Verkehrszeichen. Hinter der Schneeschicht könnte ein Abbiege- oder Einfahrtsverbot verborgen sein. In einem solchen Fall ist etwa auf die übliche Parkordnung zu achten, damit man nicht plötzlich gegen eine Einbahn fährt. Aufpassen muss man bei einem Verkehrszeichen, das durch dessen äußere Form eindeutig erkennbar ist, wie "Vorrang geben" oder "Stopp". "Hier spielt es keine Rolle, ob die Schilder mit Schnee zugeweht sind. Sie müssen trotzdem beachtet werden", stellt die ÖAMTC-Juristin klar.

Wo darf ich im Schneechaos parken?

Kurzparkzonen gelten trotz Schneefalls. "Kurzparkzonen werden ausschließlich durch Verkehrszeichen angezeigt", weiß Pronebner. Die blaue Bodenmarkierung muss weder sichtbar noch vorhanden sein.

Aufgepasst vor Hauseinfahrten: Auch wenn die Gehsteig-Abschrägung nicht erkennbar ist, darf man sein Auto nicht einfach vor einer Hauseinfahrt abstellen. "Derjenige, der berechtigt ist die Einfahrt zu befahren, kann mit einer Besitzstörungsklage gegen den Falschparker vorgehen", warnt die ÖAMTC-Juristin abschließend.

Quelle: ÖAMTC



 

Top-News und

Testberichte

 
 

Promotion