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VW Sharan im Test

Mit dem neuen Sharan hat VW nun wieder ein frisches Modell am Van-Markt zu bieten und möchte die Nr. 1-Position zurück erobern.


04.01.2011

Die erste Sharan-Generation wurde noch gemeinsam mit Ford entwickelt und gebaut. Während der Kölner Konkurrent schon 2006 mit einem neuen Galaxy aufwarten konnte, mussten die VW-Vans bis 2010 warten. Doch mit dem neuen Sharan bietet VW nun wieder einen topmodernen Van mit viel Platz und auf Wunsch auch mit zahlreichen technischen Highlights an.

So kann man für den geräumigen Van unter anderem erstmals einen vollautomatischen Parkassistenten, elektrische Schiebetüren oder einen Fernlichtassistenten wählen. Zudem haben die Kunden nicht nur die Wahl zwischen drei Ausstattungslinien und vier Motoren, sondern können auch bei der Sitzkonfiguration wählen, ob der Sharan für 5, 6, oder 7 Personen Platz bieten soll. Optisch fügt sich der Sharan nahtlos in die neue VW-Designlinie ein, er wirkt zum einen sehr sportlich und zum anderen auch sehr solide, was wohl eines der Geheimrezepte für den Erfolg von VW ist.

Preislich startet die Welt des Sharan mit dem 1,4 TSI "Trendline" um 34.990 Euro, wo er neben der obligatorischen Sicherheitsaus- stattung mit ABS, ESP und 6 Airbags auch schon über eine Klimaanalge "Climatic", elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektronische Parkbremse, ein gekühltes und absperrbares Handschuhfach, eine Mittelarmlehne vorne, das Radio RCD310 mit CD- und MP3-Abspielmöglichkeit, Servolenkung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung verfügt.

Ab "Comfortline" gibt es dann unter anderem noch zusätzlich einen Tempomat, Regensensor, ein Ablagenpaket mit zusätzlichen Staufächern und Becherhalter für jede Sitzreihe, automatisch abblendbaren Innenspiegel, 16"-Alufelgen und Sport-Komfortsitze vorne. Wer sich für die "Highline"-Variante entscheidet, bekommt dann noch 17"-Alufelgen, Parksensoren vorne und hinten, Alcantara/Ledersitze, die Klimanlage "Climatronic", eine verchromte Dachreling und die Multifunktionsanzeige "Plus".

Für unseren Test haben wir die mittlere Ausstattungslinie "Comfortline" und den neuen 1,4 Liter TSI Benzinmotor mit 150 PS gewählt. Der Preis liegt hier bei 36.900 Euro und steigert sich mit Metallic-Lackierung, dem sehr empfehlenswerten Business-Paket (enthält die 3-Zonen Klimaanlage Climatronic, das Multifunktionslenkrad, die Multifunktionsanzeige "Plus", die Einparkhilfe vorne und hinten, abgedunkelte Seitenscheiben ab der zweiten Reihe und das Winterpaket mit Sitzheizung und beheizten Scheibenwaschdüsen) und Nebelscheinwerfern auf 39.392,04 Euro.

In dieser Konfiguration hat man bei der Ausstattung einen guten Kompromiss zwischen Vernunft und Luxus und bei der Motorisierung eine sehr interessante Alternative gefunden. Zugegeben, ein Benzinmotor in dieser Fahrzeugklasse ist ähnlich exotisch wie ein Tannenbaum in der Karibik und spielt bislang auch kaum eine Rolle in der Zulassungsstatistik, aber genau das möchte VW mit den neuen TSI-Motoren ändern.

Wer jetzt in Anbetracht eines 1,7 Tonnen Van den 1,4 Liter Motor belächelt, der sollte nicht zu früh lachen. Schon auf dem Papier erweckt der Sharan mit TSI-Motor den Anschein, recht passabel motorisiert zu sein. Der 1,4 Liter TSI-Motor mit Twincharger hat eine Leistung von 150 PS (110 kW) und zwischen 1.750 und 4.000 U/Min. ein maximales Drehmoment von 240 Nm. Das reicht, um den Paradesprint von 0 auf 100 km/h in 10,7 Sekunden zu bewältigen und 197 km/h schnell unterwegs zu sein. Wer sich statt für das serienmäßige 6-Gang-Schaltgetriebe für die DSG-Variante entscheidet, schafft den Sprint sogar in 9,9 Sekunden und 199 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dank BlueMotion-Technologie soll sich der 1,4 TSI zudem sehr sparsam bewegen lassen. Im Schnitt gibt VW den Durchschnittsverbrauch mit 7,2 Liter an.

Was der Sharan am Papier verspricht, erfüllt er dann fast alles auch im Testbetrieb. Der Motor passt hervorragend zu dem komfortablen Van. Die Kraftentfaltung ist schon von niedrigen Drehzahlen an sehr konstant, und der Motor bleibt auch bei schneller Beschleunigung immer angenehm leise und laufruhig. Wüsste man nicht, dass es sich um einen 4-Zylinder-Motor handelt, würde man ihm bei der Laufruhe auch 6-Zylinder zutrauen. Mit ein Grund dürfte aber auch die sehr gute Geräuschdämmung sein, denn selbst bei hohem Autobahntempo dringen weder Motor- noch Fahrgeräusche in den Innenraum vor. Zum Glück wird bei der serienmäßigen Start/Stopp-Automatik ein Symbol, das über die Funktion informiert, am Multifunktionsdisplay angezeigt, sonst wüsste man oft nicht, ob der Motor an einer roten Ampel noch an ist oder nicht.

Die absolute Laufruhe in Kombination mit den guten Fahrleistungen erkauft man sich aber über einen höheren Verbrauch. Selbst unter Einhaltung der Schaltempfehlungen, die ebenfalls im Multifunktionsdisplay angezeigt werden, und der gut funktionierenden Start/Stopp-Automatik kommt man im Schnitt nur schwer unter 8,8 Liter auf 100 Kilometer. Hier hätte der TDI sicher die Nase vorne, nur hat man dann eben nicht den Genuss der Laufruhe des TSI-Motors.

Beim Fahrverhalten präsentiert sich der Sharan sehr gutmütig, und auch die Handhabung des 4,85 Meter langen Van ist sehr gut. Dank der großen Fensterflächen ist der Sharan sehr übersichtlich, was das Einparken ungemein erleichtert. Das Fahrwerk und die Federung sind ganz auf ein entspanntes und komfortables Reisen ausgelegt, was auch sehr gut zu dem praktischen Van passt.

Über das Raumangebot muss man nicht viele Worte verlieren, in der 5-sitzigen Version stehen zwischen 885 und 2430 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung, die beiden anderen Varianten können noch immer mit einem Volumen zwischen 300 und 2297 Liter aufwarten. Einziges Manko ist, dass die Ladefläche nicht komplett eben ist. Die Sitze lassen sich zwar mit nur einem Handgriff umklappen, es entsteht aber hier trotzdem eine kleine Stufe zum Kofferraum.

Bei engen Parklücken sind die hinteren Schiebetüren sehr praktisch, auch Familien mit Kindern werden ihre Freude daran haben, da Verrenkungen, um das Kind im Kindersitz anzuschnallen, der Vergangenheit angehören. Leider sind die Schiebetüren recht schwer, in unserem Test mussten wir feststellen, dass gerade ältere Leute oft nicht mehr die Kraft für das schwungvolle Zuschieben haben. Hier empfehlen wir die optionalen elektrischen Schiebetüren, die dann per Knopfdruck sanft auf oder zu gleiten.

Sonst fühlt man sich im Innenraum sehr wohl, die Sitze bieten viel Komfort auch auf langen Reisen und wer einmal einen Golf VI gefahren hat, der wird sich auch im Sharan sofort auskennen und wohl fühlen. Die Armaturen, Schalter und auch die Klimaanlage sind von der Bedienung her ident mit Golf und Co. Auch die Schaltung und das Fahrgefühl sind sehr ähnlich, so dass man oft beim Blick in den Rückspiegel erschrickt, da man nicht glauben würde, mit einem solch großen Auto unterwegs zu sein. Auch die Verarbeitung und die verwendeten Materialien passen und sind so, wie man es von VW gewohnt ist.

Der Sharan setzt wieder gekonnt das Erfolgsrezept von VW um. Alles ist so gemacht, wie man es sich erwartet, und man fühlt sich gleich bei der ersten Begegnung wohl. Wer sich nicht am Verbrauch stößt, der ist zudem mit dem TSI-Motor sehr gut bedient, da er wunderbar zum Sharan passt und den Komfort, den der große VW bietet, nochmals motorisch unterstreicht.

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Was uns gefällt: Das Raumangebot, die Laufruhe des TSI-Motors, der Wohlfühlfaktor

Was uns nicht gefällt: Der Verbrauch, die nicht ebene Ladefläche beim Umklappen der Sitze

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 2
  • Verbrauch: 2-
  • Fahrleistung: 1-
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

Quelle: Auto-Motor.at


 

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