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Unwetterschaden am Auto : Wer zahlt ?

Auch Haus- und Grundstücksbesitzer können zur Verantwortung gezogen werden.

06.09.2007

Die derzeitigen Unwetter gehen auch an den Kraftfahrzeugen nicht spurlos vorbei. "Beschädigungen durch Stürme ab zirka 60 Stundenkilometer sind Naturkatastrophen, die eine Kaskoversicherung zu decken hat", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler. Ohne Kaskoversicherung geht man oft leer aus. Weist man jedoch nach, dass für den Schaden jemand Anderer verantwortlich ist, kann dieser zur Verantwortung gezogen werden.

Bei Sturmschäden könnten z.B. Grundstücksbesitzer zahlungspflichtig werden, wenn sie ihre morschen Bäume und deren Äste nicht regelmäßig überprüfen oder nicht rechtzeitig geschnitten haben und dadurch ein Fahrzeug beschädigt wurde. Fallen Dachziegel oder Mauerteile auf ein geparktes Auto, kann unter Umständen der Hausbesitzer zur Kasse gebeten werden, wenn er das Dach nicht regelmäßig auf allfällige Mängel kontrolliert hat. Ebenso sind Baufirmen, die ihre Gerüste nicht richtig absichern oder Werbeunternehmen, deren mangelhaft montierte Plakatwände umfallen, mögliche Zahler einer Fahrzeugreparatur.

"Für Schäden durch Bäume am Straßenrand haftet der Straßenhalter, in der Regel also Bund oder Gemeinde. Allerdings nur dann, wenn der Schaden durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde", weiß die ÖAMTC-Expertin. "Zum Beispiel, wenn ein offensichtlich morscher Baum vor der Unwetterwarnung nicht entfernt worden ist."

Auch Wasser- oder Hagelschäden werden zwar grundsätzlich von einer Kaskoversicherung ersetzt. "Doch nicht jede Versicherung zahlt nach Unwetterschäden alles", warnt die ÖAMTC-Juristin. "Außerdem sind - je nach Versicherungsbedingungen - Selbstbehalte möglich." Im Rahmen einer Teil- oder Vollkaskoversicherung sind die Reparatur- und Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstätte oder dem Schrottplatz gedeckt. Bei einem Totalschaden wird der Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt, bei dem aber noch der Verkaufserlös des Wracks abgezogen wird.

Wichtig ist, dass der Autofahrer selbst einfache Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt: Setzt man sich oder sein Fahrzeug bewusst der Gefahr aus, etwa indem man in eine überflutete Straße oder Unterführung einfährt oder direkt unter einem brüchigem Dach parkt, kann die Kaskoversicherung dieses Verhalten als grob fahrlässiges Herbeiführen eines Versicherungsfalles ansehen und ihre Leistung verweigern. "Anders ist es, wenn jemand vom Unwetter überrascht wird oder sein Fahrzeug nach bestem Wissen und Gewissen nicht aus der Gefahrenzone entfernen kann", erklärt die ÖAMTC-Juristin.


Darauf sollte man unbedingt achten:

  • Wenn ein Auto vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollte das Fahrzeug niemals selber gestartet werden. Startet man es trotzdem und wird dadurch der Motor zerstört, kann die Versicherung ihre Leistung verweigern", sagt die ÖAMTC-Juristin.
  • Bei einem Wasserschaden unbedingt Profis mit Abschleppung und Reparatur betrauen. Wenn durch den Regen Sand und Wasser in das Fahrzeuginnere geraten sind, kann das die Bremsen beschädigen, was sich oft erst Monate nach dem Unglück herausstellt. Daher die Bremsen auf jeden Fall überprüfen lassen.
  • Schaden sofort der Versicherung melden und Beweise durch Fotos oder Zeugen sichern. Das gilt vor allem, wenn man meint, dass jemand anderer den Schaden zu verantworten hat.
  • Da sich viele Versicherungen bei Unwetterschäden "zugeknöpft" zeigen, empfiehlt es sich jedenfalls, bereits vor der Geltendmachung von Ersatzansprüchen Kontakt mit den Juristen des ÖAMTC aufzunehmen, die auch bei der Schadensabwicklung behilflich sind. Bei der Durchsetzung solcher Ansprüche hilft eine Rechtsschutzversicherung. Mitglieder des ÖAMTC haben unabhängig davon auch Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und -hilfe. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter (01) 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at erreichbar.


Quelle: ÖAMTC

 

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