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Unfall im Ausland : Deckungssumme reicht oft nicht

Zusätzliche Urlaubskasko-Versicherung und Rechtsschutz empfohlen

Österreichs Autofahrer sind bei der Kfz-Haftpflichtversicherung zwar nicht knausrig und zu 73 Prozent höher versichert, als die gesetzlich vorgeschriebene Deckungssumme von drei Millionen Euro. Bei einem Unfall im Ausland kann ein österreichischer Autofahrer trotzdem durch die Finger schauen, warnt der ARBÖ. Der Grund: In einigen Reiseländern gelten teils erschreckend niedrige Deckungssummen, sodass Österreicher bei einem Unfall mit lokalen Autofahrern nur mit geringem Schadenersatz rechnen können.

Die in Österreich geltende Mindestdeckungssumme von drei Millionen Euro wird in einigen Ländern deutlich unterschritten, hat der ARBÖ vor Beginn der heurigen Reisesaison festgestellt. "Das Risiko, dass man dort durch die Finger schauen muss, wenn man zu Schaden kommt, ist extrem hoch", warnt ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Barbara Auracher-Jäger.

Als extremes "Problemland" mit erschreckend niedrigen Deckungssummen bildet Lettland das absolute Schlusslicht. Dort ist ein Personenschaden gar nur bis maximal 14.000 Euro gedeckt. Auch in den anderen baltischen Staaten liegen die Deckungssummen deutlich unter dem österreichischen Niveau. Auch das beliebte Reiseland Italien oder unsere Nachbarländer Ungarn, Tschechien und die Slowakei weisen mit Deckungssummen von teils deutlich unter einer Million Euro ein klares Manko auf.

Beispielhaft dagegen sind Länder wie Belgien oder Luxemburg, die sowohl bei Personen- als auch Sachschäden unbegrenzte Deckungssummen haben.

Österreichische Kraftfahrer sollten sich bei Fahrten ins Ausland jeweils über die Situation informieren. "Wer nicht ohnehin eine Kaskoversicherung besitzt, dem ist dringend der Abschluss einer Urlaubskaskoversicherung zu empfehlen", meint Dr. Auracher-Jäger. Diese deckt wenigstens die Schäden am eigenen Fahrzeug ab, wenn man mit einem Ausländer im Ausland unliebsame Bekanntschaft macht.

Doch auch eine Urlaubskasko löst nur einen Teil des Problems:
Personenschäden oder Schmerzensgeld sind dadurch nicht gedeckt. Empfohlen wird in jedem Fall auch eine umfassende Rechtsschutzversicherung, wie sie z.B. von den Autofahrerclubs angeboten wird. Mit ihrer Hilfe lassen sich Forderungen im Ausland durchsetzen, die nach den im jeweiligen Land bestehenden Rechtsvorschriften geltend gemacht werden müssen.

Kfz-Haftpflicht: Der Schutz in den EU-Staaten (Stand Mai 2005)

Staat
Personenschäden
Sachschäden
Belgien
unbegrenzt
unbegrenzt
Luxemburg
unbegrenzt
unbegrenzt
Finnland
unbegrenzt
3,3 Mio. Euro
Frankreich
unbegrenzt
460.000,- / Unfall / Fahrzeug
Großbritannien
unbegrenzt
rd. 357.000,- Euro / Unfall
Irland
unbegrenzt
114.276,- Euro
Malta
unbegrenzt
rd. 114.000,- Euro / Unfall
Spanien
350 Mio. / Person
100.000,- Euro / Unfall
Schweden
rd. 33 Mio. *)

Dänemark
rd. 12 Mio. / Unfall
rd. 2,4 Mio. / Unfall
Zypern
rd. 3,4 Mio. / Unfall
rd. 101.000,- Euro / Unfall
Österreich
3 Mio. *)

Deutschland
2,5 Mio. / Person
500.000,- Euro / Unfall

7,3 Mio. **)
500.000,- Euro / Unfall
Ungarn
rd. 1,2 Mio. / Person
rd. 2 Mio. / Anspruch
Niederlande
907.560,- Euro *)

Italien
774.685,- Euro *)

Tschechien
606.000,- / Person
rd. 168.000,- Euro / Unfall
Portugal
600.000,- Euro *)

Slowakei
rd. 500.000,- / Person
rd. 130.000,- Euro / Unfall
Griechenland
500.000,- / Unfall
100.000,- Euro / Unfall
Litauen
500.000,- Euro
100.000,- Euro
Slowenien
rd. 500.000,- / Unfall
rd. 100.000,- Euro / Unfall
Polen
350.000,- / Person
rd. 200.000,- Euro / Unfall
Estland
rd. 344.000,- / Person
rd. 100.000 Euro / Person
Lettland
rd. 14.000,- / Person
rd. 13.000,- Euro / Unfall


*) unabhängig von der Anzahl der Opfer und der Art des Sachschadens
**) bei mehr als drei Personen pro Unfall

(Die Umrechung der Landeswährung in Euro erfolgte zum Devisenkurs der Bank Austria Creditanstalt vom 10.3.2005).

Quelle: ARBÖ


 

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