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Unfälle auf Gehwegen und Parkplätzen

60 % aller Unfälle im Straßenraum ohne Beteiligung eines Kraftfahrzeugs

Wer kennt sie nicht, die alltäglichen Plagen im Straßenverkehr: Hundstrümmerl auf dem Gehsteig, Kopfsteinpflaster unter dem Stöckelschuh, vierspurige Straßen ohne Schutzweg. Was für junge Menschen ein Ärgernis ist, entwickelt sich für Fußgänger über 60 Jahre zu einem echten Problem: Jährlich verunfallen laut Unfallstatistik des Instituts Sicher Leben rund 25.000 Senioren - meist bei einem Sturz - im Straßenraum so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Hinzu kommen laut Expertenschätzungen bis zu 200 Menschen, die bei einem solchen Sturz sogar ihr Leben lassen.

"Was viele nicht wissen: Stürze sind die Haupttodesursache bei Unfällen von Menschen ab 60 Jahren, denn ältere Menschen sind oft gebrechlich. Ein Sturz hat daher dramatischere Folgen als bei anderen Verkehrsteilnehmern", weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben. "Leider handelt es sich um ein bisher kaum erkanntes Risiko. Unfälle mit Fahrzeugen werden als bedrohlicher empfunden, weil man vom Verhalten anderer abhängig ist. Fußgänger wiegen sich gern im Glauben, ihr Tun unter Kontrolle zu haben. Stürze werden daher leicht außer Acht gelassen." Dabei zeigt die Statistik: Rund 60 Prozent der 140.000 Verletzten aufgrund von Unfällen im Straßenraum ereignen sich ohne die Beteiligung eines Kraftfahrzeugs. Davon sind 58.000 Fußgänger. Diese stürzen zum Großteil aufgrund unebener und zu schmaler Gehwege, zu hoher Gehsteigkanten, Stolperfallen wie schlechte Pflasterung, Hundstrümmerl und Steine oder unzureichender Straßenbeleuchtung.

Was banal klingt, wird - auch in Anbetracht der sich ändernden demografischen Grundverhältnisse - zu einem immer größeren Problem. "Jeder hat ein Recht auf Mobilität. Alle wünschen sich, im hohen Alter ein eigenständiges und unabhängiges Leben führen zu können. In der eigenen Wohnung kann man die Grundbedingungen dafür selbst herstellen. Sicherheit auf Verkehrsflächen ist jedoch eine öffentliche Angelegenheit. Die in diesem Bereich bereits existierenden Richtlinien und technischen Lösungen werden vor allem in ländlichen Gebieten nicht genügend ernst genommen", verdeutlicht Kisser. Dabei sind breite Gehwege mit abgesenkten und vorgezogenen Kanten im Kreuzungsbereich, erhöhte Plattformen bei Bushaltestellen oder der Einsatz von Niederflurbussen Maßnahmen, die sich längst bewährt haben.

"Gerade Seniorenorganisationen müssten die Interessen ihrer Mitglieder stärker wahrnehmen und auf Bau oder Renovierung von Verkehrsflächen aktiver Einfluss nehmen", beschreibt Kisser den ersten Schritt zur Lösung des Problems. Darüber hinaus wäre eine explizite Aufnahme von senioren- und damit auch behindertengerechten Bestimmungen in den Maßnahmenkatalog der Verkehrssicherheitsprogramme denkbar. "Zu den bekannten Problemen der Verkehrssicherheit wie überhöhte Geschwindigkeit oder Alkohol am Steuer kommt noch eine große Zahl weiterer Verletzungen hinzu, die vor allem Fußgänger über 60 Jahre betreffen. Die Politik muss diesen Unfällen mehr Augenmerk schenken, wenn sie nicht in einigen Jahren den finanziellen Denkzettel für versäumtes Handeln erhalten will", fasst Kisser zusammen.

Informationen für mehr Sicherheit ab 60 Jahre erhalten Interessenten auf der Messe "Senior aktuell", die von 5. bis 8. April 2005 in der Wiener Stadthalle stattfindet. Der Stand des Instituts Sicher Leben befindet sich in Halle D, Standnummer 68. Der Eintritt ist übrigens frei.

Quelle: Institut Sicher Leben

 

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