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Entschädigung nach Sturmschaden am Auto

Ob die Versicherung zahlt, weiß man nach einem Blick in die Polizze

21.11.2008

Herabfallende Äste, zertrümmerte Autoscheiben, ausgehängte Heckklappen und Türen - das Sturmtief und seine Folgen hält derzeit die Kraftfahrer in Atem. In der Rechtsberatung des ÖAMTC laufen zur Zeit die Telefone heiß. "Schon kurz nach den ersten Sturmböen haben betroffene Menschen angerufen und nachgefragt, was sie nach einem Sturmschaden an ihrem Auto tun können und wer für herabfallende Äste und Dachziegel haftet", beschreibt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Er fasst die wesentlichen Informationen in Versicherungsfragen zusammen.

Beschädigungen durch Stürme ab 60 Stundenkilometern werden durch eine Voll- oder Teilkaskoversicherung gedeckt. Um Klarheit über den Versicherungsschutz zu gewinnen, sollte man aber einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen. Denn nicht jede Kasko-Versicherung ist nach exakt dem gleichen Muster gestrickt, es gibt oft auch Selbstbehalte", informiert der ÖAMTC-Jurist. Wenn man das Auto an einer gefährdeten Stelle, beispielsweise unter einem sichtbar morschen Baum, parkt, kann die Versicherung wegen 'grob fahrlässigen Herbeiführens eines Versicherungsfalles' die Auszahlung verweigern. Deshalb sollte man sein Auto in Sicherheit bringen, wenn in den Medien Sturmwarnungen ausgesprochen werden", empfiehlt der ÖAMTC-Jurist.

Kommt es zum Schadensfall, decken eine Teil- oder Vollkaskoversicherung die Reparatur- und Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstätte oder dem Schrottplatz ab. "Ein Totalschaden durch Sturm ist besonders bei älteren Fahrzeugen ärgerlich, denn von den Versicherungen wird nur der Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt. Der Verkaufserlös des Wracks wird dabei noch abgezogen", erläutert der ÖAMTC-Jurist. Das bedeutet man kann sich oft mit dem erhaltenen Geld kein neues Fahrzeug leisten, wäre unter Umständen mit dem alten Kfz aber noch Jahre gefahren.

Wer keine Kaskoversicherung, sondern nur eine Haftpflichtversicherung hat, sieht gar kein Geld von der eigenen Versicherung. Es sein den, der Schaden wurde von jemand anderem verursacht. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Haus- oder Grundstücksbesitzer schadhafte Bäume und deren Äste nicht rechtzeitig geschnitten hat. Das gleiche gilt bei losen Dachziegeln oder Mauerteilen, die auf ein geparktes Auto fallen. Auch Baufirmen und Werbeunternehmen können für mangelhaft montierte Gerüste bzw. Plakatwände haften. Entsteht dem Kraftfahrer ein Schaden durch Bäume am Straßenrand, haftet der Straßenerhalter, also in der Regel ein Bundesland oder eine Gemeinde. "Dazu muss aber der Geschädigte dem Straßenerhalter grobe Fahrlässigkeit nachweisen, also etwa, dass ein geknickerter Baum trotz zeitgerechter Meldung Stunden nach dem Unwetter noch immer nicht von der Straße entfernt worden ist", sagt der ÖAMTC-Jurist. Betreibermautpflichtiger Autobahnen und Vermieter kostenpflichtiger Parkplätze haften aber schon für leichte Fahrlässigkeit.

Was also tun nach einem Sturmschaden? Wer einen Sturmschaden an seinem Wagen hat, soll diesen sofort der Versicherung melden. Ist jemand anderer für den Schaden verantwortlich, empfiehlt es sich zudem, Beweise durch Fotos oder Zeugen zu sichern. Für Mitglieder des ÖAMTC gibt es eine kostenlose Rechtsberatung und Rechtshilfe. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter (01) 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at erreichbar.

Quelle: ÖAMTC



 

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