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Schaden durch Steinschlag an der Windschutzscheibe

Wer haftet? Scheibe austauschen oder reparieren?



Fahrzeuginsassen schützt sie vor Wind und Wetter, aber auch vor Insekten und aufgewirbelten Steinchen: die Windschutzscheibe. Es kann aber passieren, dass sie ihren heroischen Einsatz manchmal mit kleineren Steinschlagschäden oder sogar Rissen bezahlt. Gerade im Winters fallen viele Windschutzscheiben dem auf trockenen Straßen zurückgebliebenen Streusplitt zum Opfer. Wer bezahlt den Schaden? Macht es Sinn, das Kennzeichen des vorausfahrenden Pkw zu notieren? Das sind nur einige der Fragen, mit denen die Juristen des ÖAMTC häufig konfrontiert werden.

"Es kann schon vorkommen, dass Versicherungen wegen eines Steinschlages unterschiedlicher Auffassung sind, je nachdem, ob sie das Steinschlagopfer oder den Schädiger vertreten", berichtet ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. "In den Argumentationen heißt es dann 'Haftung für die Betriebsgefahr des Kraftfahrzeuges' gegen 'unabwendbares Ereignis'." Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat bereits wiederholt entschieden, dass weder eine Haftung beim Lenker noch beim Fahrzeughalter anzunehmen ist, wenn ein Stein durch vorschriftsmäßiges Fahren zufällig weggeschleudert wird. Vorstellbare Fallkonstellationen, wonach doch der Vordermann für den Schaden aufkommen muss, sind das verbotene Befahren des Straßenbanketts und unangepasste Geschwindigkeit auf Schotterstraßen oder bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen. "Der OGH verlangt vom Fahrzeuglenker zu berücksichtigen, dass sich im Winter auf einer Straße Streugut befindet, das Schäden verursachen kann. Dieser Tatsache hat man mit angepasster Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht beim Überholen Rechnung zu tragen", hält die ÖAMTC-Juristin fest. "Andernfalls muss die Haftpflichtversicherung des Steinchenschleuderers für die Schäden an der Windschutzscheibe des nachfahrenden Autofahrers aufkommen."

Keine Probleme bei der Übernahme von Reparaturkosten an Windschutzscheiben gibt es dann, wenn eine Kaskoversicherung abgeschlossen wurde. "Bereits die sogenannte Teil- oder Elementarkaskoversicherung übernimmt die anfallenden Kosten. Aufpassen heißt es allerdings auf einen allfälligen Selbstbehalt, der in manchen Bedingungen vorgesehen ist. Erfahrungsgemäß verzichten manche Versicherungen auf diesen Selbstbehalt, wenn man die Windschutzscheibe nicht austauschen, sondern fachgerecht reparieren lässt", sagt die ÖAMTC-Juristin.

Kleine Schäden sofort beheben

Ein kleiner Schaden an der Windschutzscheibe ist nicht zwangsläufig auch mit hohen Kosten verbunden. In den meisten Fällen ist ein teurer Tausch der Scheibe gar nicht notwendig, da eine Reparatur durch den Fachmann völlig ausreicht. Um zu verhindern, dass bis zur Reparatur Schmutz und Nässe eindringen oder später Spuren zurückbleiben, sollte man sofort ein Steinschlagpflaster aufbringen. Unternimmt man gegen den Schaden an der Scheibe nichts, kann sich im schlimmsten Fall ein Riss von der Einschlagstelle aus bilden. Dann muss die Scheibe auf jeden Fall getauscht werden. ÖAMTC-Mitglieder können sich ihr Steinschlagpflaster bei jeder Dienststelle des Clubs abholen.

Sollte alles nichts helfen und ein Tausch der Windschutzscheibe unumgänglich sein, bedeutet dies jedoch keineswegs den Verlust der bereits geklebten Autobahn-Vignette. Wenn eine Scheibe, an der eine gültige Vignette angebracht ist, nicht mehr repariert werden kann und ausgetauscht werden muss, ist beim ÖAMTC eine Ersatz-Vignette erhältlich. Wichtige Bedingung dafür ist allerdings, dass man die - von der beschädigten Windschutzscheibe abgelöste - Original-Vignette mitbringt. Ebenso eine Kopie der Werkstatt-Rechnung für die Ersatzscheibe und die Allonge der Original-Vignette, wenn vorhanden. Die Abwicklung mit der Mautgesellschaft übernimmt dann der Club.

Wenn sich nach einem Steinschlagschaden rechtliche Probleme ergeben, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit den Juristen des ÖAMTC, die auch bei der Schadensabwicklung behilflich sind. Bei der Durchsetzung der Ansprüche hilft eine Rechtsschutzversicherung. Mitglieder des ÖAMTC haben unabhängig davon auch Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und -hilfe. Die Mitarbeiter der ÖAMTC-Rechtsberatung sind unter Tel.: (01) 71199 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at erreichbar

Quelle: ÖAMTC



 

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