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Fast Lane: Seat Leon FR im Test

Sie lieben die Überholspur? Seat hat ein neues Verkaufskonzept namens "Fast Lane" für den Leon parat. Was es kann und womit uns der Spanier überzeugt, lesen Sie im folgenden Bericht.

09.06.2017

Jeder, der einmal sein Wunschauto konfiguriert und damit den Händler seines Vertrauens aufgesucht hat, kennt das Problem: "Leider in dieser Zusammenstellung gerade bei keinem Händler irgendwie verfügbar. Bitte warten." Und das kann Wochen oder sogar Monate dauern. Entweder man beißt sich da durch, oder man sucht einen Kompromiss, wenn man das Auto doch schon in naher Zukunft benötigt.

Seat hat mit dem Leon Fast Lane einen schnelleren Weg zum Wunschauto eingeschlagen. Von der Bestellung beim Händler bis zur Anlieferung soll die Wartezeit nur 14 Tage betragen. Das ist einmal eine klare Ansage. Zur Verfügung stehen zwei Benziner mit zwei Ausstattungen, wobei wir uns für diesen Test für die stärkere 125 PS-Variante mit der FR-Ausstattung entschieden haben. Damit sollte auch der Fahrspaß nicht zu kurz kommen. Der Kaufpreis liegt dafür bei 23.990 Euro.

Dann gäbe es noch die Wahl zwischen zwei Uni- und vier Metallic-Farben. Aber so richtig nach Feuerzeug sieht der Seat nur in Desire-Rot aus, was 450 Euro extra kostet. Jedoch bietet das Fast Lane-Modell gegenüber den anderen Leon FR einen Preisvorteil, da es das Österreich-Paket serienmäßig bei der Ausstattung inkludiert hat.

Zum Österreich-Paket gehören die neu gestalteten Voll-LED-Scheinwerfer, die die Straße wirklich optimal ausleuchten. Weiters findet man darin ein Elektronik-Paket mit Licht- und Regensensor, sowie automatisch abblendendem Innenspiegel. Neu ist im Leon das ebenfalls noch zum Österreich-Paket gehörende Media System Plus. Es besitzt ein 8 Zoll-Farbdisplay mit Touchscreen, welcher in seiner Bedienung neu überarbeitet wurde und sich erfreulich unempfindlich gegen Fingertapser zeigt. Zu diesem gehört weiters ein Multimediasoundsystem mit 8 Lautsprechern.

Darüber hinaus gibt es für den FR noch eine Fülle weiterer Ausstattungs- merkmale, wie zum Beispiel Zwei-Zonen-Climatronic, LED-Nebel- scheinwerfer, Traktionskontrolle, Winterpaket mit beheizbaren Vordersitzen/Waschdüsen, Lederlenkrad und -schalthebel, Tempomat, LED-Innenraum/Ambientebeleuchtung in Farbe sowie abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule. Die kantigen Seitenspiegel sowie die modifizierten Stoßfänger vorne und hinten passen perfekt zum sportlichen Auftritt des Spaniers, der dank der Parksensoren rundum eigentlich lange unbeschadet bleiben sollte.

Derart üppig ausgestattet bedarf es nur kleiner optionaler Verbesserungen. Wirklich genial fanden wir hier die Induktionsladeschale in der vorderen Ablage. Einfach ein dazu geeignetes Smartphone darin ablegen, und im Infotainmentdisplay wird oben angezeigt, dass das Handy geladen wird. So gehört das Ladekabel-Mitschleppen der Vergangenheit an. Die Ladeschale ist Teil des Media Pakets bzw. FastLane-Paket Media, welches neben einer Navigation auch das Seat Sound System und Full Link-Smartphoneintegration anbietet. Außerdem befindet sich im Kofferraum ein Reserverad. Rechnet man dann noch die Stoff-Fußmatten hinzu, so belaufen sich die Kosten für unser Testfahrzeug auf 25.520 Euro. Selbstverständlich gilt auch beim Fast Lane-Modell die Garantie für 5 Jahre oder 100.000 km - je nachdem, was früher eintritt.

Das Interieur des Leon passt zum sportlichen äußeren Auftritt. Schwarz ist die Farbe der Wahl im Innenraum mit Chromelementen aufgehübscht. Fahrer und Beifahrer genießen beim FR entsprechende Sportsitze, auf denen man nicht nur bequem sitzt, sondern die ebenso genügend Seitenhalt beim Kurvenräubern bieten. Bei den Sitzbezügen hat man Kunstleder mit Stoff gemischt, was recht gut aussieht. Ganz den Sportlern nachempfunden wurde das FR-Lederlenkrad sportlich unten abgeflacht. Überhaupt findet man sehr viele FR-Brandings in bzw. auf dem Fahrzeug, sodass jeder gleich sieht: hier steht das schärfere Modell. Obwohl Sportler eher sparsam in Sachen Raumangebot sind, weiß der Leon diese Herausforderung zu meistern. 380 Liter Kofferraumvolumen stehen uneingeschränkt zur Verfügung. Platz auf der Rückbank ist für drei Personen, ideal wäre es zu zweit.

Doch kommen wir zur Motorisierung. Die Balance zwischen 1.395 Kubik Hubraum und 125 PS erscheint nach unserer Meinung gerade richtig für den zügigen Alltagsgebrauch. Klar, stärker geht immer, aber wenn man ein wenig auf das Kleingeld schauen muss, trifft es diese Mischung genau. Direktes zügiges Ansprechverhalten auf Gasbefehle, ein drehfreudiger Motor - was möchte man mehr. Das Drehmoment von 200 Nm besitzt der Kompakte in einer Bandbreite von 1.400 bis 4.000 Umdrehungen. 9,1 Sekunden sprintet er von 0 auf 100 km/h, was bei der Ampel manch anderen Verkehrsteilnehmer überraschen kann. Dazu passt das 6-Gang-Schaltgetriebe, das sich knackig schalten lässt.

So viel Spaß das Fahren mit dem Leon macht, bei 203 km/h setzt ihm Seat eine klare Grenze. Ebenfalls serienmäßig hat unser Testfahrzeug vier Seat-Fahrprofile (Eco, Normal, Sport, Individual) zur individuellen Konfiguration an Bord. Diese beeinflussen das Ansprechverhalten des Motors, den Motorsound, die Lenkung und die Ambientebeleuchtung. Zur FR-Ausstattung gehört ein spezielles Sportfahrwerk, welches den Leon 1,5 cm näher zur Straße bringt. Im Alltag verhält sich dieses relativ neutral, d.h. es gibt nicht jede Unebenheit ungefiltert an die Wirbelsäule weiter.

Schlägt man zügigere Gangarten an, so klebt der Spanier wie Kaugummi auf der Straße. Die Lenkung wurde hervorragend zum Gesamtkraftpaket abgestimmt. Einerseits ermöglicht sie leichtgängig das Einparken oder Rangieren, andererseits vermittelt sie ein sehr direktes Feedback bei schnellerem Tempo. Wind- oder Rollgeräusche dringen kaum in den Innenraum vor.

Jetzt würde man annehmen, ein derart gerüstetes Fahrzeug verlangt auch den entsprechenden Tribut an der Zapfsäule. Vielleicht sind die vom Werk angegebenen 5,2 Liter im Eco-Modus und bei niedrigen Geschwindigkeiten erreichbar. Uns hat das Fahren aber derart viel Spaß gemacht, dass unser Bordcomputer Werte von 6,5 Liter oder manchmal etwas mehr angezeigt hat.

Als Fazit fällt uns zum Seat Leon FR Fast Lane eigentlich nur ein Satz ein: Wie überbrückt man 14 Tage? Das Konzept mit speziellen Preisvorteilen und super Ausstattungsfeatures gerade für die junge Generation, die gerne dynamisch unterwegs sein will, erscheint uns absolut stimmig. Die Motorisierung hat genug Kraft, wenn man sie möchte, reißt aber kein Loch ins Budget. Von außen wie innen ist der Seat ganz auf Racer ausgelegt, seien es die Doppelrohr-Auspuffanlage oder die 17 Zoll-Alus mit 225er-Bereifung, die Sportsitze wie das Multifunktionslenkrad. Der Leon FR schaut einfach gut aus und fährt sich auch so.

Was uns gefällt:

Motor-Getriebe-Fahrwerk, FR-Ausstattungsfeatures, Fast-Lane Konzept

Was uns nicht gefällt:

"Fast Lane" hat nur zwei Benzinmotorisierungen zur Wahl - keinen Diesel

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Tipp: Mehr Seat News und Tests sowie die Seat Händler in Österreich finden Sie hier.

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