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Ein Sitzplatz pro Kind im Gelegenheits-Schulbus

Neue Regelung ab sofort in Kraft

01.09.2008

"Es hat lange gedauert, aber ab heute muss im täglichen Gelegenheits-Schulbusverkehr jedes Kind seinen eigenen Sitzplatz haben", freut sich Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter der Landesstelle Wien im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). "In den Jahren dieser bisher immer sehr halbherzigen Regelung gab es in Österreich von 2001 bis 2007 insgesamt 224 Unfälle mit Schulbussen, bei denen 416 Schüler verletzt wurden", sagt Robatsch. "Hätte es die erweiterte 1:1-Regel schon in dieser Zeit gegeben, hätte man sicher einigen Kindern die Verletzungen ersparen können." Bisher hatten Kinder nur bei Omnibus-Fahrten im Rahmen von Ausflügen oder Skikursen ein Anrecht auf einen eigenen Sitzplatz mit - dem bereits seit 2001 vorgeschriebenen - Sicherheitsgurt. Im "normalen" Schulbusverkehr konnten sich drei Kinder unter 14 unangegurtet auf zwei Plätzen drängen.

In der 29. KFG-Novelle wurde die "1:1-Zählregel" ausgeweitet: Nunmehr ist unabhängig davon, ob die Beförderung gewerbsmäßig oder privat durchgeführt wird, sowohl in Pkw und Kombinationskraftwagen mit maximal neun Sitzplätzen als auch in Omnibussen ein Kind als eine Person zu zählen. "Konkret bedeutet das also, dass auf jedem Platz nur ein Schüler transportiert werden darf - und es muss darauf geachtet werden, dass die Kinder entsprechend gesichert sind", präzisiert Robatsch. Gerade im letzten Jahr hatte es haarsträubende Unfälle mit überbesetzten Kleinbussen gegeben, bei denen die Kinder nicht ordentlich gesichert waren und sich teilweise mit Sitzplätzen auf Holzkisten begnügen mussten. Die neue Regelung betrifft allerdings nicht den normalen Bus-Linienverkehr: Hier sind nach wie vor drei Kinder unter 14 Jahren als zwei Personen und Kinder unter sechs Jahren gar nicht zu zählen.

Die Änderung der Zählregel bringt auch eine größere Verantwortung für die Lenker von Omnibussen. Der Fahrer hat dafür zu sorgen, dass Kinder über drei und unter 14 Jahren die vorhandenen Sicherheitssysteme benutzen. Fährt eine erwachsene Begleitperson im Bus mit, geht die Verpflichtung auf diese Person über. Kinder über 14 Jahren sind für sich selbst verantwortlich.

Bei der Beförderung im Pkw oder Neunsitzer ist der Lenker wie bisher bei Schülern unter 14 Jahren verpflichtet, für die Verwendung von Sicherheitsgurt (Kinder größer als 150 cm) und Rückhalteeinrichtungen (Kinder kleiner als 150 cm) zu sorgen.

Was passiert, wenn die Zählregel nicht eingehalten wird?
Bei einem Verstoß gegen die neuen Bestimmungen droht eine Geldstrafe bis 5.000 Euro. Für die Organisation der Schülertransporte bedeutet die Änderung, dass die Verträge, die jedes Jahr mit Transportunternehmen abgeschlossen werden, den neuen Voraussetzungen anzupassen sind. Geschieht ein Unfall, der im Zusammenhang mit der Überfüllung des Busses oder der mangelnden Sicherung der Kinder steht, können der Fahrer bzw. das Transportunternehmen zur Verantwortung gezogen werden.

Quelle: KfV



 

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