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Schnee in der Stadt - Mühsame Zeit für Autofahrer

Infos und Tipps für sicheres und rechtskonformes Verhalten

Viele Autos sind dieser Tage unter einer dicken Schneedecke verschwunden. Ist das Ausschaufeln des Boliden schon mühsam genug, möchte man den Schnee wenn möglich gleich an Ort und Stelle loswerden. Freigeschaufelte Parklücken erinnern in der Folge ein wenig an die alte Goldgräberzeit im Wilden Westen: jeder steckt seinen Claim ab und signalisiert mit Tafeln, Kisten oder sonstigen Barrikaden, dass es ja niemand wagen soll, sich diesem mühsam erschaufelten Stück Straße zu nähern. Nachfolgend einige Infos und Tipps zur rechtlichen Situation.

Schnee auf die Straße schaufeln

Wer das Auto von der Schneelast befreit, sollte aufpassen, wohin genau er oder sie den Schnee hievt. Landet die weggeschaufelte weiße Pracht auf der Straße oder einem Gehsteig, drohen Geldstrafen bis zu 726 Euro, warnt ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Barbara Auracher-Jäger.

Zwei Fälle sind beim Wegschaufeln zu unterscheiden: wer Straßen, Gehsteige oder Gehwege gröblich verunreinigt, riskiert eine Geldstrafe bis zu 72 Euro. Wird zusätzlich zur starken Verunreinigung auch noch die Sicherheit anderer Straßenbenützer gefährdet, kann's noch einmal bis zu 726 Euro an Geldstrafe kosten. Wer Pech hat, wird für beides belangt. Und wem das noch nicht reicht, der kann zusätzlich zur Strafe auch noch dazu verpflichtet werden, die Kosten für die Entfernung der verursachten Verunreinigung zu bezahlen.

Den Schnee also weder auf Gehsteig, Straße und auch nicht auf nebenstehende Fahrzeuge schaufeln, sondern beispielsweise auf vorhandene Schneehaufen oder in Parkplatzzwischenräume, auch wenn dies mehr Mühe bereitet.

Parkplatz reservieren verboten

Wenn es darum geht, andere Verkehrsteilnehmer vom eigenen, mühsam freigeschaufelten Parkplatz fernzuhalten, kennt der Einfallsreichtum mancher Autofahrer keine Grenzen: Es werden Tafeln aufgestellt und aus Kisten, Brettern und Kübeln Barrikaden gebaut. Der Gesetzgeber schiebt dem allerdings einen klaren Riegel vor: Das Reservieren öffentlicher Flächen ist nach der Straßenverkehrsordnung verboten.

"Wer beispielsweise mit Kisten oder Tafeln einen Parkplatz verstellt, macht sich strafbar", stellt ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Auracher die Rechtslage klar. "Jeder andere Autofahrer ist berechtigt, diese Gegenstände von der Fahrbahn zu entfernen und sein Fahrzeug abzustellen." Verboten ist es aber auch, sich selber auf einen freien Parkplatz hinzustellen, um diesen für ein bestimmtes Kraftfahrzeug freizuhalten. Ein dauerndes Verweilen auf der Fahrbahn ist einem Fußgänger nämlich nach der Straßenverkehrsordnung nur in Ausnahmefällen erlaubt - jedenfalls nicht, um Parkplätze zu reservieren.

Behinderung öffentlicher Verkehrsmittel

Wer kennt das nicht: Überall Schnee, endloses Kreisen, um einen Parkplatz zu finden und dann einparken zwischen zwei Schneehaufen. Man ist froh, endlich aussteigen zu können und übersieht vielleicht, dass man aufgrund der Schneehaufen zu weit vom Gehsteigrand weg parkt.

Die Folge: Es stehen mehrere Straßenbahnen aufgereiht, weil das Auto zu weit in die Fahrbahn ragt, und die "Bims" nicht vorbeifahren können. Die Feuerwehr muss ausrücken und sechs Mann "wippen" das Fahrzeug näher zum Straßenrand. In diesem Fall muss der Lenker mit einer Anonymverfügung von mindestens 70 Euro rechnen. Zusätzlich verrechnet die Feuerwehr pro Minute ab Alarmierung bis zum Einrücken 5,60 Euro. Bei einer Minimal-Einsatzdauer von 25 Minuten beträgt dies stolze 140 Euro - insgesamt 210 Euro. ÖAMTC-Tipp: Besonders bei Schneelage auf Schienenstraßen nach dem Einparken noch einen Blick auf das geparkte Auto werfen.


Abschließend noch ein paar Tipps des ÖAMTC zum Verhalten auf rutschigen Fahrbahnen:

  • Besonders großen Abstand zum Vordermann halten und langsam fahren.
  • Ruckartige Lenkbewegungen und Bremsmanöver unbedingt vermeiden.
  • Ruhig, rund und anti-aggressiv ist der bewährte Fahrstil
  • Überholmanöver bei glatter Fahrbahn meiden. Wenn überholt werden muss, dann nur besonders gefühlvoll und vorsichtig.
  • Nur wirklich notwendige Fahrten antreten und so viel Zeit wie möglich für den Weg einplanen.

Um Schleuderspiralen und folgenschwere Ausritte zu vermeiden, heißt das Motto auf winterlicher Fahrbahn: Fuß weg vom Gas und vorausschauend fahren.

Quelle: ÖAMTC, ARBÖ


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