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Porsche 911 Turbo S Coupé im Test

In unserem Test zeigt der Porsche 911 Turbo S, dass atemberaubende Fahrleistungen und ein hohes Maß an Luxus durchaus in einem Auto vereint werden können.

08.04.2014

Schon seit Jahrzehnten steht der 911 Turbo als Topmodell der Baureihe für viel Fahrspaß. Die neueste Generation präsentiert sich dabei so gut wie noch kein anderer 911 Turbo zuvor. Mit 560 PS (412 kW) bietet der 911 Turbo S genug Kraft, um einen Fahrspaß zu erleben, den man sonst nur von noch stärkeren Autos kennt. Der mit einem Turbo beflügelte 3,8 Liter 6-Zylinder-Boxermotor  bietet zwischen 2.200 und 4.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 750 Nm. Was sich am Papier schon mal gut liest, ist in der Praxis dann noch beeindruckender.

Startet man den Motor, wird man von einem sonoren Klang willkommen geheißen, der einem gleich sehr deutlich macht, dass der Motor nur darauf wartet, entfesselt zu werden. Schon im normalen Fahrmodus bietet der 911 Turbo so viel Kraft, dass man den Gasfuß sehr im Zaum halten muss, um nicht über die Tempolimits zu kommen. Wie in einem Comic-Film sitzt dann auf der einen Schulter der Engel und auf der anderen der Teufel, und man befindet sich stets im Konflikt zwischen dem Hirn, das einen mahnt, den Gasfuß zu zügeln und dem Boxermotor im Nacken, der nach Vollgas giert.

Richtig heiß wird es dann auch, sobald man den "Sport Plus"-Knopf neben der Schaltkulisse des 7-Gang-PDK-Getriebes drückt. Dann werden nämlich alle Systeme nochmals deutlich geschärft, der Motorklang noch eine Oktave tiefer gelegt und die Launch-Control für einen perfekten Start aktiviert. So sprintet man dann in 3,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, nach 10,3 Sekunden könnte man sogar schon die 200 km/h-Grenze durchbrechen. Der Vorwärtsdrang endet erst bei 318 km/h.

Die Passagiere werden dabei in die Sitze gepresst, ganz wie beim Start eines Düsenjets. Dank dem Allradantrieb wird die Kraft aber souverän auf die Straße gebracht, so dass es kein Durchdrehen der Räder gibt. Auch in den Kurven klebt der 911 Turbo S förmlich auf der Straße, und man schafft Kurvengeschwindigkeiten, die man bislang nicht für möglich gehalten hätte. Durch die sehr direkte Lenkung lässt sich der 911 Turbo perfekt dirigieren, und man schafft mit kleinen Lenkbewegungen schon große Kurven. Damit der Anpressdruck noch besser wird, fahren bei höherer Geschwindigkeit automatisch Spoiler aus, die dann die Fliehkräfte weiter mindern.

Für den 911 Turbo S ist das Wort "Turboloch" ein Fremdwort, egal aus welcher Geschwindigkeit man beschleunigen möchte, man muss nur leicht aufs Gaspedal tippen, und schon hat die perfekt schaltende 7-Gang-Automatik den passenden Gang parat, und man sprintet auf und davon. Überholvorgänge werden so zum absoluten Kinderspiel, viel schwieriger ist es, dabei die Geschwindigkeit so zu dosieren, dass man sich von seinem Führerschein nicht nach kürzester Zeit verabschieden muss.

Nimmt man den Fuß vom Gas, beginnt der Motor traurig zu blubbern, und emphatische Menschen können da fast schon Benzintropfen der Trauer durch die Abgasleitungen fließen hören. Trotz aller Sportlichkeit bleibt der 911 Turbo S dabei für ein Auto dieser Leistungsklasse sensationell sparsam. Der vom Werk angegebene Verbrauch von 9,7 Liter wäre wohl machbar, nur braucht man sich dann keinen 911 Turbo S zu kaufen, wenn man diesen Wert auch tatsächlich erreicht - das Sprichwort "Perlen vor die Säue" würde in diesem Fall wohl gut passen. In unserem Test haben wir bei gesitteter Fahrweise, aber durchaus einigen 0-100 km/h-Versuchen im Sport-Plus-Modus einen Wert von 13,3 Liter erreicht, womit man absolut zufrieden sein kann.

Bewegt man den 911 Turbo S auf der Rennstrecke, wo er sich (und wohl auch jeder Fahrer) mit Sicherheit wohler fühlen würde, kann es aber freilich noch um einiges mehr werden. Doch das dürfte die glücklichen Besitzer wohl ohnedies wenig jucken, denn an den Benzinkosten wird es bei diesem Auto wohl bei niemandem scheitern. Mit einem Listenpreis von 243.266 Euro ist die geringe Verbreitung des 911 Turbo S auf unseren Straßen gut erklärbar, wenngleich das gleiche Fahrzeug in Deutschland unter 200.000 Euro zu haben ist.

Die Ausstattung zeigt sich dabei sehr luxuriös und bietet unter anderem LED-Hauptscheinwerfer, das Porsche Communication Management, 20"-Leichtmetallräder, das SportChrono-Paket, Tempomat, ein Carbon-Paket, ein Bose Surround Sound-System, adaptive Sportsitze Plus mit Memory, die Porsche "Ceramic Composite Brake", eine 2-Zonen-Klimaautomatik, einen Dachhimmel in Alcantara, "Active Aerodynamics" und eine Einparkhilfe vorne und hinten.

Als Extras hatte unser Testfahrzeug noch ein elektrisches Glasschiebedach, Online-Dienste, einen adaptiven Tempomat, Fußmatten, Kopfstützen mit Porsche-Wappen, eine Lenkradheizung, das Licht-Design-Paket, die Servolenkung Plus, Sitzklimatisierung, Sprachbedienung, einen Telefonmodus, eine Tempolimitanzeige und eine Vorrüstung für das Vehicle Tracking-System. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 253.868,93 Euro, lässt aber auch keine Wünsche mehr offen.

Im Innenraum fühlt man sich auf Anhieb wohl, wenngleich dieser bauartbedingt natürlich sportlich eng geschnitten ist. Das Design der Armaturenlandschaft bietet einen perfekten Mix aus klassischen Porsche-Elementen, wie dem mittig platzierten Drehzahlmesser und neuesten Design-Elementen wie der ansteigenden Mittelkonsole, die eine Flut an Knöpfen beheimatet. Dennoch findet man sich schnell zurecht, die Tasten sind nämlich alle sehr gut beschriftet.

Die bequemen Sportsitze sind vielfach verstellbar, so dass jeder eine ideale Sitzposition finden kann. Beim Fahrkomfort muss man aber natürlich Einbußen in Kauf nehmen, der 911 Turbo S ist ganz auf Sportlichkeit ausgelegt und dementsprechend hart gefedert.

Auf jeden Fall hat Porsche mit dem 911 Turbo S wieder ein absolutes Traumauto auf die Räder gestellt. Die Kombination aus enormer Leistung und perfekter Straßenlage lässt das Herz jedes Autofans höher schlagen.

Was uns gefällt:

der Fahrspaß, den der 911 Turbo S bietet, das Design, die Straßenlage, die Lenkung, das Getriebe, der Motorsound

Was uns nicht gefällt:

die Ablagen sind sehr klein geraten, und die adaptive Federung könnte durchaus eine Position mit mehr Komfort bieten

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Kofferraum: 3
Ablagen: 3
Übersichtlichkeit: 2-

TIPP: Mehr Porsche News und Tests, aktuelle Porsche Gebrauchtwagen sowie die Porsche Händler in ganz Österreich finden Sie hier.

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