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Andere Länder, andere Gesetze: Polizei-Strafen im Urlaub vermeiden

Bei Autofahrten im Urlaub ist es sinnvoll, sich vorher über die Verkehrsbestimmungen im Urlaubsland zu informieren.


30.06.2010

Ob Telefonieren oder Alkohol am Steuer, Geschwindigkeits-übertretungen, Parkdelikte oder Überholverstöße - tritt man eine Reise an, ist es unerlässlich, sich über die im jeweiligen Reiseland vorherrschenden Verkehrsbestimmungen zu informieren. "Denn die Strafen, die in einigen Ländern bei Verkehrssünden drohen, haben es in sich", weiß ÖAMTC-Touristikerin Cornelia Schwarz. Von hohen Geldstrafen bis hin zu Pkw-Beschlag-nahmungen und Gefängnisstrafen ist alles dabei. Die ÖAMTC-Touristik gibt einen Europa-Überblick:

  • Italien - das beliebteste Urlaubsreiseziel der Österreicher im Jahr 2009 - überrascht Autoreisende mit ausgefallenen Verkehrsstrafen. Zum einen kann es bei Alkoholdelikten mit mehr als 1,5 Promille passieren, dass das Fahrzeug beschlagnahmt, enteignet und zwangsversteigert wird. Seit 2009 fährt Italien außerdem eine neue Strategie, um den hohen Anteil an nächtlichen Verkehrsunfällen zu minimieren: "Bei einigen Delikten wie z.B. Geschwindigkeitsübertretungen, Alkoholfahrten oder Drängeln sind die Strafen zwischen 22 und 7 Uhr um ein Drittel höher als tagsüber", erklärt ÖAMTC-Expertin Schwarz.

  • Griechenland: Im Europa-Vergleich sind die Strafen in Griechenland recht hoch und die Fristen für die Bezahlung eher kurz. "Bezahlt man beispielsweise die Strafe für einen Überholverstoß nicht binnen zehn Tagen, kann das nach Ablauf der Frist schon stolze 700 Euro kosten", sagt ÖAMTC-Touristikerin Cornelia Schwarz.

  • Schweden ist das einzige europäische Land, in dem das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung nicht verboten ist. Dafür kommt dieses Vergehen anderorts umso teurer: In Norwegen muss man mit 160 Euro Strafe rechnen, in Italien mit 155 Euro aufwärts.

  • Schweiz: Wer sich von seinem Navi durch die Schweiz leiten lassen will, sollte unbedingt darauf achten, dass es sich um kein Gerät mit Radarwarnfunktion handelt. "Eine solche Funktion wird mit Radarwarngeräten auf eine Stufe gestellt und ist somit verboten", erläutert die ÖAMTC-Touristikerin. Die Geräte dürfen nicht in Verkehr gebracht oder erworben werden. Der Einbau ins Fahrzeug ist ebenso untersagt wie das Mitführen oder Verwenden eines solchen Geräts. Polizei- und Zollbehörden stellen die Geräte sicher und erstatten Anzeige. Bei Reisen in der Schweiz sollte man sich außerdem bewusst sein, dass hier schwere Verkehrsverstöße, beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen (ab 600 Euro bei einer Übertretung von 50 km/h oder mehr) oder Alkoholdelikte (ab 410 Euro), mit besonders hohen Strafen geahndet werden.

  • Spanien: "Bei schweren Vergehen, wie dem Übertreten der zulässigen Geschwindigkeit um 60 km/h oder bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,2 Promille, droht hier eine Haftstrafe von mindestens drei Monaten", sagt die ÖAMTC-Expertin.

  • Skandinavien: Traditionell werden Verkehrssünden in den skandinavischen Ländern besonders hart bestraft. So kann zum Beispiel Alkohol am Steuer in Dänemark gleich einen ganzen Monatsverdienst kosten.


Nähere Infos zu den Verkehrsbestimmungen der jeweiligen Länder findet man unter www.oeamtc.at/reise.


Wer glaubt, einen Strafzettel aus dem Ausland grundsätzlich ignorieren zu können, irrt. Spätestens bei Wiedereinreise in das Urlaubsland droht die Eintreibung des offenen Strafbetrags vor Ort. Außerdem können nicht bezahlte Auslandsstrafen von den österreichischen Behörden zwangsweise eingetrieben werden. Voraussetzung ist jedoch, dass das Reiseland, in dem das Verkehrsdelikt gesetzt wurde, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen hat. Da aber auch oft die Vollstreckung im Inland ohne gesetzliche Grundlage versucht wird, rät der ÖAMTC dringend, mit den ÖAMTC-Juristen Kontakt aufzunehmen, sobald man einen ausländischen Strafzettel im Postkasten findet.

Bei Problemen mit den lokalen Behörden vor Ort sind die Juristen des ÖAMTC unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar. Für Rechtsfragen stehen die Experten der ÖAMTC-Rechtsberatung unter +43 (0)1 71199 1530 oder E-Mail office@oeamtc.at hilfreich zur Seite. Bei den ÖAMTC-Juristen erhält man auch ein Formular mit dem ausländische Strafbescheide, die in einer fremden Sprache verfasst sind, retour geschickt werden können. Lt. EU-Recht muss jedem Bürger der Strafbescheid nämlich in seiner eigenen Sprache zugeschickt werden.


 

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