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Der neue Nissan Micra im Test

Die neue Generation des Nissan Micra zeigt sich so dynamisch wie nie zuvor. Was der kleine Japaner sonst noch so drauf hat, verraten wir im folgenden Test.

18.08.2017

Als im Jahr 1982 die erste Micra-Generation präsentiert wurde, konnte der kleine Japaner sofort die Herzen der Kunden erobern. Seit Frühling steht nun die 5. Generation bei den Händlern, und bis auf den Namen hat der neue Micra mit seinen Vorgängern nichts mehr gemeinsam. Das Design ist überaus dynamisch ausgefallen, und die scharf gezeichneten Kanten stehen dem Kleinwagen ausgezeichnet. Vor allem die bullige Frontpartie macht einiges her und lässt den Micra größer wirken, als er ist.

Der neue Micra kann mit so vielen Möglichkeiten zur Individualisierung aufwarten wie noch nie und soll jede Menge Luxus in die kleinste Klasse bringen. Für unseren Test haben wir daher auch das Topmodell, den Tekna, gewählt und mit dem 1,5 Liter-Dieselmotor kombiniert. Eine Mischung, die in dieser Klasse eher ungewöhnlich ist, haben wir den Kleinwagen - allen Unkenrufen zum Thema Diesel zum Trotz - aber mit dem Selbstzünder kombiniert.

Der Listenpreis liegt bei selbstbewussten 21.775 Euro, bietet aber eine durchaus komplette Ausstattung, die kaum noch Wünsche unerfüllt lässt. So sind unter anderem schon ein Spurhalte-Assistent, ein Notbremsassistent, ein Toter-Winkel-Warner, ein Tempomat, Regen- und Lichtsensor inkl. Fernlicht, ein Audiosystem inkl. Nissan Connect Navi und 7"-Touchscreen, ein Bose Personal Premium Soundsystem, eine Rückfahrkamera, eine Klimaautomatik und ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem an Bord. Optional hatten wir noch die Perleffekt-Lackierung in Passion Red, die dazu passende Lederausstattung und 17"-Alufelgen. Der Gesamtpreis liegt damit bei 23.562 Euro.

So ausgerüstet wirkt der Innenraum wirklich überaus luxuriös. Die zweifarbigen Ledersitze und die ebenfalls in Rot gehaltene Lederverkleidung von Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türen wirken wie aus einer höheren Fahrzeugklasse. Auch die Kombination mit vielen Chrom-Zierelementen und Piano-Lack-Einlagen harmoniert sehr gut mit dem Luxus-Ambiente. Umso unverständlicher ist es, dass man ohne Mittelarmlehne auskommen muss und die hinteren Fenster noch mit einer antiquierten Kurbel betätigt werden müssen.

Bei der Bedienung gibt es wieder nur Positives zu berichten, man findet sich auf Anhieb zurecht und kann alle Funktionen ganz intuitiv bedienen, ohne einen Blick in die Anleitung werfen zu müssen. Ein griffiges Lederlenkrad und viele Ablagen runden den positiven Eindruck des Innenraums weiter ab. Das Platzangebot bewegt sich im Schnitt der Klasse, wobei es im Heck deutlich enger zugeht als für Fahrer und Beifahrer, die wirklich fürstliche Platzverhältnisse vorfinden.

Die Sitze selbst sind für unseren Geschmack etwas zu straff gepolstert und bieten wenig Seitenhalt. Im Sommer klebt man aber ohnedies am schweißtreibenden Leder fest, so dass ein Rutschen auf diese Art und Weise verhindert wird. Das Kofferraumvolumen zeigt sich mit 300 Litern Fassungsvermögen recht großzügig und kann durch das Umklappen der Rücksitze noch auf bis zu 1.004 Liter erweitert werden.

Für Vielfahrer ist auch der Diesel eine durchaus interessante Alternative zu den beiden Benzinern, die es für den Micra gibt. Mit einer Leistung von 90 PS (66 kW) ist der 1,5 Liter-Diesel gleich stark wie der 0,9 Liter IG-Turbobenziner. Beim Diesel hat man jedoch schon bei 2.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 220 Nm, während der Benziner erst bei 2.250 U/Min 140 Nm erreicht. So ist man in der Praxis auch recht flott mit dem kleinen Japaner unterwegs, wenngleich der Motor erst ab ca. 1800 U/Min so richtig kraftvoll wirkt, darunter ist ein Turboloch deutlich spürbar. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der Diesel in 11,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 179 km/h.

Das manuelle 5-Gang-Schaltgetriebe ist recht lang übersetzt, so dass man ziemlich schaltfaul unterwegs sein kann. Auch wenn der höchste Gang erst bei über 70 km/h von der Schaltempfehlungsanzeige eingemahnt wird, würde man sich bei Autobahntempo über einen 6. Gang freuen. Bis zu 100 km/h ist der Micra auch sehr gut gedämmt, darüber steigen die Wind-, Motor- und Abrollgeräusche aber deutlich an. Hier zeigt sich, dass der Micra doch als Stadtauto konzipiert wurde, wo er sich eindeutig am wohlsten fühlt.

Die direkte Lenkung macht den Kleinwagen überaus wendig, und man kann wirklich mit viel Freude durch die Stadt wuseln. Mit einer Länge von 4 Metern ist er zwar nicht der kompakteste Vertreter seiner Klasse, dennoch ist er überaus leicht in engen Gefilden zu manövrieren. Lediglich der Blick nach hinten ist durch die nach oben hin verlaufende Seitenleiste und die großen C-Säulen etwas eingeschränkt. Auch das Heckfenster könnte durchaus ein größeres Format vertragen, ist aber auf Schießscharten-Größe geschrumpft - Schönheit muss ja bekanntlich leiden, wie man sagt. Für einen besseren Überblick sorgt aber die Rückfahrkamera, und die Einparkhilfe hinten ist auch sehr hilfreich, wenn man den Wagen in enge Parklücken bugsieren möchte.

Fahrwerk und Federung sind dem sportlichen Charakter des Fahrzeugs angeglichen worden und eher straff. Dafür liegt der Micra in jeder Situation wunderbar auf der Straße, für Liebhaber komfortabler Federungen ist der Micra aber eher nicht so optimal. Trotz sportlicher Gangart bleibt der Kleine von Nissan beim Verbrauch in einem angenehmen Rahmen. Die vom Werk angegebenen 3,8 Liter sind durchaus erreichbar, wenn man seinen Gasfuß zügelt und Autobahnen meidet. Wir sind im Schnitt auf einen Verbrauch von 4,7 Liter gekommen, konnten aber ohne Autobahnetappe auch nur 3,9 Liter erreichen.

Mit der neuen Micra-Generation hat Nissan auf jeden Fall eine interessante Alternative im Kleinwagen-Segment zu bieten. Für den Micra sprechen seine Optik und sein durchaus sportlicher Charakter. Auch die luxuriöse Ausstattung kann bis auf ein paar Kleinigkeiten überzeugen.

Was uns gefällt:

das Design, die gute Ausstattung, der sportliche Charakter, die einfache Bedienung, das exklusive Ambiente

Was uns nicht gefällt:

dass trotz aller Luxusausstattung keine Mittelarmlehne an Bord ist und hinten nur Handkurbeln statt elektrischer Fensterheber vorhanden sind

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 3

Tipp: Mehr Nissan News und Tests sowie die Nissan Händler in Österreich finden Sie hier.

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