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Motorradfahren : Faszination und Angst polarisieren

Freiheit auf zwei Rädern oder "wild & gefährlich"


20.05.2009

Das nächste lange Wochenende steht vor der Tür. Die Wetterprognosen lassen Bikerherzen höher schlagen, die Herzen manch anderer Verkehrsteilnehmer aber in die Hose rutschen. Während erstere sich auf eine längere Ausfahrt freuen, fürchten sich zweitere schon jetzt vor den "Wilden auf der Maschin'". Ob Fahrspaß und "alles im Griff" oder "wild und gefährlich" - die Wahrheit liegt wie meist in der Mitte und verändert sich mit dem Auge des Betrachters. "Ein Motorradfahrer genießt das Gefühl von Freiheit und Abenteuer auf dem Bike. Wer allerdings keinen Bezug zum Motorradfahren hat, den verunsichern die scheinbar unberechenbaren Wilden", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen. Vieles an Angst und Verunsicherung mancher Verkehrsteilnehmer liegt am mangelnden Wissen."Leider gibt es aber auch Motorradfahrer, die diesem Ruf Vorschub leisten und durch rücksichtsloses Verhalten sich und andere gefährden", kritisiert die Club-Expertin und rät allen Verkehrsteilnehmern zu berechenbarem Verhalten im Straßenverkehr.

Tatsache ist, dass das Risiko, mit dem Motorrad schwer oder tödlich zu verunglücken, in Relation zu anderen Verkehrsmittel sehr hoch ist. So starben heuer auf Österreichs Straßen 16 Motorradfahrer und vier Mopedfahrer. "Knapp über zehn Prozent aller heuer getöteten Verkehrsteilnehmer (195) waren motorisierte Zweiradfahrer", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Die meisten getöteten Motorradfahrer gab es in Niederösterreich und Oberösterreich (je 4) vor der Steiermark (3), Salzburg (2), sowie Tirol, Vorarlberg und Wien (je 1). Gefährdet sind nicht nur junge Zweiradlenker: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen kamen mit vier Personen genauso viele Menschen ums Leben wie in der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen. 

Faszination Bike trifft auf die Angst vor dem Unbekannten

Wer mit dem Bike unterwegs ist, der genießt die Fahrt in der Natur und gleichzeitig das Gefühl, alles im Griff zu haben. "Kraftentfaltung, Angstkontrolle und eine Portion Nervenkitzel spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Bewundert werden", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin die Faszination, die Motorradfahren auch mehr als 40 Jahre nach Easy-Rider und Route-66-Feeling noch ausübt. "Bei manchen Bikern könnte eine Art Überlegenheitsgefühl jedoch auch einen Anreiz darstellen, mehr Gas zu geben", gibt Seidenberger zu bedenken.

Wer selbst nicht Motorrad fährt, dem macht es oft Angst, wenn Biker scheinbar aus dem Nichts kommen und schnell vorbeibrausen. "Aufgrund der starken Beschleunigung moderner Motorräder werden andere Verkehrsteilnehmer oft richtig überrascht", weiß die ÖAMTC-Expertin. Wie viel Schräglage eine Kurve verträgt oder braucht, können Autofahrer nicht einschätzen. Manche Behinderungen wie Verunreinigungen auf der Straße nimmt ein Autofahrer gar nicht wahr. Das Ausweichmanöver des Bikers ist dann entsprechend "unvorhersehbar". Auch Motorradfahrer, die in der Gruppe unterwegs sind, lösen bei Autofahrern oft ein mulmiges Gefühl aus. "Verstärkt wird der Eindruck durch die auffällige Bekleidung einiger Biker, wie z.B. Lederjacken, die mit Nieten, Totenköpfen oder Monstern/Ungeheueren verziert sind", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Waghalsige Fahrmanöver und Grenzen austesten nur im sicheren Gelände

Leidenschaftliche Biker testen auf ihren Lieblingsstrecken gerne ihre Grenzen aus. "Dabei wird die gesamte Konzentration nur mehr aufs Fahren gerichtet, alles andere rundherum wird ausgeblendet. Der Fahrer gerät in einen sogenannten 'Flow'-Zustand, der maßgeblich zum Fahrspaß beiträgt", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Wer beim Motorradfahren diesen Kick sucht, der sollte das auf eigens dafür gebauten und sicherheitstechnisch ausgerüsteten Rennstrecken machen. "Eine Straße mit Fußgängern und Radfahrern, mit Lkw- und Pkw-Verkehr, auf der sich auch landwirtschaftliche Maschinen bewegen, wo es Baustellen, Verschmutzungen und meist keinen optimalen Grip gibt, die ist für Mutproben und Grenzerfahrungen ungeeignet", rät die ÖAMTC-Verkehrspsychologin Motorradfahrern im Straßenverkehr zu einer defensiven Fahrweise.

Die eigenen Grenzen und die seines Fahrzeugs im sicheren Umfeld erfahren, kann man auch bei einem Motorrad-Fahrtechniktraining in einem der österreichweit neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren. Vom Gelegenheitsfahrer bis zum erfahrenen Biker findet jeder den richtigen Kurs. In unterschiedlichen Kursstufen werden die Trainings an das Können der einzelnen Teilnehmer individuell anpasst. Nähere Infos zu den Motorrad-Fahrtechnikkursen gibt es unter www.oeamtc.at/fahrtechnik. Dort kann man die Kurse mit Check-In-Button auch gleich buchen.

Quelle: ÖAMTC



 

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